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Wintersport 2021/22

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50 SPORT D |

50 SPORT D | 2021 BOB & SKELETON Anna Schenk Langweilig wird es sicher nicht Grödens Bob-Lady Anna Schenk hat alle Hände voll zu tun: Sport auf höchstem Niveau, 2 Kinder und viel Arbeit daheim im Betrieb. Eine Reise nach Peking soll demnächst dennoch drin sein. Sie ist wohl ein Unikum in der Bob-Landschaft. Anna Schenk aus Wolkenstein, 27 Jahre alt, Anschieberin. Aber: Die Grödnerin ist nicht nur Sportlerin, sondern auch zweifache Mami und Kellnerin. „Langweilig wird mir sicher nicht“, lacht sie. Kids, Sport und die Arbeit im heimischen Betrieb gilt es unter einen Hut zu bringen. „Ich denke, das gelingt mir ganz gut“, sagt die Grödnerin, die erst 2019 zum Bobsport kam. Entdeckt wurde sie damals beim Lauftraining, schließlich war sie in ihrer Kindheit und Jugend als Leichtathletin unterwegs. Ihr Entdecker war übrigens Alex Verginer, der Anschieber aus dem Gadertal. „Der Sport hat mich sofort fasziniert“, erinnert sich Schenk. Noch heute holt sie sich gerne Tipps bei den Herren, insbesondere den Südtirolern Verginer und Patrick Baumgartner (siehe dazu auch Seite 51) . „Wir Azzurri sind allesamt ein Team“, stellt sie klar. In dieser Saison wird sie in erster Linie mit Pilotin Giada Andreutti an den Start gehen. Die Chancen für Olympia stehen dabei nicht schlecht. „Ich möchte im Februar in Peking dabei sein“, so die Zielvorgabe der Grödnerin. Aber sie weiß auch: Es ist ein weiter Weg bis dahin. Erst muss sich Andreutti qualifizieren, dann könne man weiterschauen, wer als Anschieberin bzw. Bremserin dabei ist. 4 Athletinnen stehen hierbei zur Auswahl. Die Entscheidungen dürften bei den Weltcups im Jänner in Lettland fallen. Wer dann am besten drauf ist, darf nach China. Im Gegensatz zu den meisten anderen Wintersportlerinnen ist Schenk auch in den kalten Monaten sozusagen „Teilzeit-Sportlerin“. So bestreitet sie wegen der Kinder bewusst nicht alle Weltcups. „Das geht natürlich nicht“, so die Bob-Mami. Meist ist sie 2 Wochen weg und dann wieder 2 Wochen im heimischen Gröden. Die beiden Söhne sind ihre größten Fans und wollen ihrer Mami auch im Februar die Daumen drücken, wenn diese ihr Olympia-Debüt feiert. Anna Schenk mit ihren Söhnen Fabian (links) und Luca (rechts) auf der Seiser Alm. ANNA SCHENK Geburtsdatum und -ort: 19. März 1994 in Bozen Wohnort: Wolkenstein Verein: Atletica Gherdeina Manuel Schwärzer Das Verletzungspech abschütteln Glück hatte Südtirols Skeletoni Manuel Schwärzer in den letzten Jahren mit Sicherheit nicht. Und dennoch: Olympia bleibt das große Ziel. Immer wieder warfen ihn schwere Verletzungen zurück. Im März 2018 war Schwärzer beim Training im Eiskanal von St. Moritz mit 110 km/h gegen die Bande gekracht. Intensivstation und Reha waren die Folge. Beim Weltcup in Igls Ende 2020 verletzte er sich beim Start am Oberschenkel. „Rund 6 Zentimeter vom Beinbeuger waren weggerissen. Damit war so gut wie die gesamte letzte Weltcup-Saison gelaufen“, erklärte er. Im Intercontinental-Cup (ICC) versuchte er sich ab Februar wieder heranzutasten, langsam, Schritt für Schritt. Die Vorbereitung im Sommer konnte er quasi komplett absolvieren. Trotz der vielen Verletzungen, die Ziele sind und bleiben ambitioniert. „Ich will zu Olympia. Die Chancen dafür stehen gut“, betont der 25-Jährige aus Meransen. Er weiß: „Ich bin gut drauf, die Vorbereitung lief gut.“ Die ersten Rennen hat er schon hinter sich, die Ergebnisse sind recht ermutigend. Weltcupkalender Bob und Skeleton 26. – 28. November 03. – 05. Dezember 10. – 12. Dezember 17. – 19. Dezember 31. Dez. – 2. Jänner 07. – 09. Jänner 14. – 16. Jänner -Infografik: M. Lemanski Igls Altenberg Winterberg Altenberg Sigulda Winterberg St. Moritz Österreich Deutschland Deutschland Deutschland Leland Deutschland Schweiz 2021/22 MANUEL SCHWÄRZER Geburtsdatum und -ort: 1. November 1996 in Brixen Wohnort: Meransen Sportgruppe: Heer

BOB & SKELETON SPORT D | 2021 51 Patrick Baumgartner Tipps von der Freundin Nein, optimal ist die letzte Saison nicht gelaufen für Italiens Nummer 1 im Bobsport, den Issinger Patrick Baumgartner. Zwar waren durchaus einige starke Resultate dabei, wie der 7. Platz beim „Mini-Weltcup“ mit 13 Zweierbob-Teams zum Auftakt in Sigulda (aufgrund der Pandemie waren nur europäische Teams dabei), aber im Großen und Ganzen weiß Baumgartner: „Da muss mehr kommen“. Und da soll in dieser Saison auch wieder mehr kommen. Im vergangenen Jahr gab es vor allem im Viererbob einige verletzungsbedingte Ausfälle zu beklagen, mehrmals musste der Pilot auf seine besten Bremser verzichten. In der Olympia-Saison hofft er, vom Verletzungspech verschont zu bleiben. Sollte nicht alles daneben gehen, dann hat Baumgartner seinen Startplatz in China sicher. Es wäre der nächste große Schritt in einer Karriere, in der es meist nach oben ging. 2019 hatte er mit dem Europacup-Gesamtsieg und dem U26-Europameistertitel endgültig den Durchbruch geschafft. Im Oktober konnte der 26-Jährige bereits 3 Wochen in den olympischen Eiskanal in Peking „hineinschnuppern“. Eine Bahn, so sagt er, die nicht vergleichbar mit anderen sei, mit einigen Bergauf-Passagen und speziellen Kurven. „Es muss alles passen, sonst verliert man viel Zeit“, analysiert Baumgartner. Ob er bei den Olympischen Spielen gemeinsam mit dem zweiten Südtiroler Bob-Athleten, den Gadertaler Alex Verginer startet, scheint derzeit ungewiss. Der 27-jährige Anschieber und Bremser aus St. Martin in Thurn muss sich in dieser Saison erst wieder beweisen. „In der Vorbereitung hat er aber schon mal seine gute Form unter Beweis gestellt“, sagt Baumgartner. Zu Beginn der Weltcupsaison wird man das Südtiroler Duo wohl nicht gemeinsam im Bob sehen, dann wird je nach Form und Resultaten entschieden. Derzeit ist Verginer im anderen italienischen Viererbob mit Pilot Mattia Variola gesetzt. Baumgartners Ziel im Weltcup ist es jedenfalls, sich zwischen den Plätzen 8 und 12 zu etablieren. Mit Ausreißern nach vorne. „Wenn es ganz gut läuft, dann wollen wir auch mal ein Wörtchen um die vorderen Plätze mitreden“, so Baumgartner. Vor allem im Zweierbob scheinen die Podestplätze (noch) weit entfernt, die Top-Nationen, allen voran Deutschland, sind in Sachen Material zu sehr voraus. „Aber mal schauen, was die nächsten Jahre so alles möglich ist.“ Mit der Nationalmannschaft standen Trockentrainings in Sterzing und in Cortina auf dem Programm. Zudem hat Baumgartner auch im heimischen Pustertal intensiv an seiner Kraft und Kondition gearbeitet. In den Sportzonen von Reischach und individuell daheim wurde trainiert. Abseits vom Sport versuchte er, bei Wanderungen in den Bergen und Ausflügen mit Freundin und Familie Kraft zu tanken. „Das tut gut und ist eine tolle Abwechslung, in der Natur kann man abschalten“, erklärt er. Seine Freundin Greta Passler (sie ist die ältere Schwester von Biathletin Rebecca Passler) steht ihm dann auch immer wieder mit Ratschlägen zur Seite. Seit viereinhalb Jahren sind die beiden ein Paar. Die 24-Jährige war früher selbst im Jugendbereich im Biathlon erfolgreich und beendete vor einigen Jahren ihre aktive Karriere. PATRICK BAUMGARTNER Geburtsdatum und -ort: 27. Dezember 1994 in Bruneck Wohnort: Issing/Pfalzen Sportgruppe: Gefängnispolizei NATIONALTEAM BOB & SKELETON Bob: HERREN A-Kader: Patrick Baumgartner (Pfalzen), Costantino Ughi, Mattia Variola, Eric Fantazzini, Robert Gino Mircea, Josè Delmas Obou, Alex Pagnini, Lorenzo Bilotti, Alex Verginer (St. Martin in Thurn) DAMEN A-Kader: Giada Andreutti, Tania Vicenzino, Elena Scarpellini, Anna Schenk (Wolkenstein) Skeleton: HERREN A-Kader: Mattia Gaspari, Manuel Schwärzer (Meransen), Amedeo Bagnis DAMEN A-Kader: Alessandra Fumagalli, Alessia Crippa, Valentina Margaglio

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