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Wintersport 2021/22

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42 SPORT D |

42 SPORT D | 2021 KUNSTBAHNRODELN Andrea Vötter Lieber nicht zu viele Ziele setzen Auf der Bahn, wo im Februar die Olympiasieger gekürt werden, hat die Saison am Wochenende für die Kunstbahnrodlerin Andrea Vötter mit einer großen Enttäuschung begonnen. Aber schon vorher hat sie sich noch nicht als Fixstarterin bei den Olympischen Spielen gesehen. „Die jungen Teamkolleginnen machen große Fortschritte, ich werde schon zu kämpfen haben, um mich für Olympia zu qualifizieren“, gibt sich die Völserin zurückhaltend. Trotz des Fehlstarts dürfte das für sie aber kein Problem sein, wenn sie gesund bleibt. Vielleicht ist sie auch deshalb so vorsichtig, weil die letzte Saison nicht so gelaufen ist, wie sie es sich erwartet hatte. „Ich dachte, ich kann regelmäßig in die Top-5 fahren, aber es ist nicht so gekommen. Das lag vielleicht auch daran, weil wir mit dem Material bereits viel getestet haben im Hinblick auf die Olympia-Saison“, erzählt sie. Auch wenn die erhofften Ergebnisse ausgeblieben sind, so war sie doch im Großen und Ganzen zufrieden. Sie weiß aber, dass sie es besser kann und hat deshalb im Training besonders am Start gearbeitet, obwohl sie schon eine schnelle Starterin war. „Ich versuche nun, den Schwung von hinten besser mitzunehmen. Letzten Winter habe ich oft zu viel gewollt, und die Kraft ist verpufft“, erklärt sie. Erfolge im Rodeln sind aber auch immer abhängig vom Material. Die Bahntrainings vor Saisonbeginn haben deshalb auch ihr dazu gedient, Material zu testen. Ziele will sie sich in der Olympia- Saison keine setzen. „Letzten Winter habe ich nicht erreicht, was ich mir vorgenommen habe, und das hat mich moralisch etwas herunter gezogen. Daraus habe ich gelernt“, sagt Vötter. ANDREA VÖTTER Geburtsdatum und -ort: 3. April 1995 in Brixen Wohnort: Völs Sportgruppe: Heer Sandra Robatscher Körperlich und seelisch bereit Wenn Südtirols Rodel-Team im Oktober in Sotschi erstmals auf der Bahn trainiert hat, ging es für Sandra Robatscher nicht um Kufen und Schienen, es ging um die Schultern. Die Tierserin ist bereits an beiden Schultern operiert worden und hat die gesamte vergangene Saison verpasst. Diesen Schulter-Test hat sie bestanden und konnte dann etwas entspannter die nächsten Trainings angehen. Freilich war auch dieser letzte Teil der Saisonvorbereitung von Zweifeln geprägt. „Ich bin noch etwas in Rückstand, muss auch am Start noch zulegen, aber wenn ich wieder soweit bin, werde ich hoffentlich auch zeigen, was ich kann. Körperlich und seelisch bin ich jedenfalls bereit“, sagte sie vor der Abreise nach China. Dort konnte sie sich leider nicht für das erste Weltcuprennen qualifizieren. Nach China kehren die Rodler im Februar zu den Olympischen Spielen zurück, in dieses Land, auf das sich Sandra Robatscher sehr gefreut hätte, wenn die Bedingungen andere wären. „Es ist ein gigantisches Land. Aber leider werden wir fast nichts sehen, weil wir aus unserer Blase nicht heraus kommen“, wusste Robatscher schon vor der Abreise, was auf sie zukommt. Auch im Februar bei den Winterspielen wird es nicht anders sein. Aber dort sieht sie sich noch nicht. „Erst muss ich mich qualifizieren, das wird nicht leicht. Wir fahren zu fünft um 3 Startplätze“, stellt sie klar. Trotzdem: Von ihrer Willenskraft hat sie nichts eingebüßt: „Ich werde natürlich alles geben und darum kämpfen, bei Olympia dabei zu sein.“ Übrigens: Die verpasste Saison war für Sandra Robatscher trotzdem ein schöner Winter. „Es hat ja so viel geschneit letzten Winter. Ich habe Schneeschuhwanderungen gemacht und Skitouren und den Winter einmal von einer ganz anderen Seite erlebt. Das war auch schön“, erzählt sie. Lieber verbringt sie den Winter allerdings auf den Rodelbahnen dieser Welt. SANDRA ROBATSCHER Geburtsdatum und -ort: 13. Dezember 1995 in Bozen Wohnort: Tiers Sportgruppe: Heer

KUNSTBAHNRODELN SPORT D | 2021 43 Kevin Fischnaller Kritik am Gigantismus Wenn im Februar die Olympia- Medaillen im Kunstbahnrodeln vergeben werden, dann könnte es durchaus sein, dass auch Kevin Fischnaller bei der Medaillenvergabe ein Wörtchen mitredet. Er steht zwar immer im Schatten seines Cousins Dominik, aber sein fahrerisches Können ist unbestritten. Sein Handicap ist der Start, da hatte er in den letzten Jahren auch Probleme, weil ihm eine Rheuma- Erkrankung zu schaffen machte. Und diesbezüglich gibt es schon einmal eine gute Nachricht. „Ich habe keine Probleme mehr. Zwar bekomme ich noch eine Spritze einmal im Monat, aber ich spüre überhaupt keine Schmerzen mehr“, versichert Kevin Fischnaller. Weil er in der Bahn besser ist als am Start, liegen ihm die Sprintrennen besonders gut. Da kommt es mehr auf die Endgeschwindigkeit an, und die ist bei Kevin Fischnaller meistens hoch. Letzten Winter konnte er sogar gemeinsam mit Felix Loch die Sprintwertung des Weltcups gewinnen. Aber Sprintrennen gibt es bei Olympia leider keines. Trotzdem könnte die Bahn in Yanqing ihm sehr entgegen kommen. Es kommt nicht so sehr auf den Start an, weil es eher steil los geht. Die Bahn ist technisch schwierig, was er auch liebt und schließlich könnte ihm auch das Wetter in die Karten spielen. „Natürlich wäre es gut, wenn es kalt ist“, weiß Fischnaller. Im Februar ist es in Yanqing normalerweise sehr kalt, sogar jetzt im November beim Training und beim ersten Weltcup sind die Temperaturen nachts auf minus 10 Grad gesunken. Trotzdem kommt aus seinem Mund auch Kritik am Gigantismus dieser Bahn. „Es ist zwar eine gewaltige Anlage, aber meines Erachtens zu übertrieben. So etwas braucht es nicht.“ Auch Kevin Fischnaller weiß, dass es eine besondere Saison ist. „Es geht um die Wurst. So eine Olympia-Saison ist einfach wichtiger als die anderen“, stellt er klar. Deshalb hat auch er viel Material getestet. Das muss passen, sonst hilft die beste Fahrlage nichts. Athletisch fühlt er sich bestens vorbereitet. „Am Start ist viel weitergegangen. Tatjana Hüfner bringt viel Wissen mit und hat uns verbessert“, lobt Kevin Fischnaller die Olympiasiegerin, die bei Italiens Team als Teilzeit-Trainerin tätig ist. Kevin Fischnaller ist nicht einer, der überall gut fahren kann. Er kann auf gewissen Bahnen sehr schnell sein, auf anderen tut er sich schwer. Winterberg und Igls sind Bahnen, die ihm sehr liegen. Und hoffentlich auch jene in Yanqing. Beim ersten Rennen des Winters hat es noch nicht den Ausreißer nach oben gegeben. Bei Olympia wird es hoffentlich mehr als der 10. Platz. KEVIN FISCHNALLER Geburtsdatum und -ort: 2. Dezember 1993 in Brixen Wohnort: Meransen Sportgruppe: Heer

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