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Wintersport 2021/22

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38 SPORT D |

38 SPORT D | 2021 Dominik Fischnaller Alles auf Olympia ausgerichtet Auch in diesem Sommer durfte Dominik Fischnaller nicht zu seiner Freundin in die USA reisen. Sein Urlaub beschränkte sich auf einige Wochenenden am Gardasee und einige Tage in Jesolo. Dafür ist er seit Oktober wieder richtig viel unterwegs. Erst ging es nach Sotschi, dann nach Sigulda und Altenberg, und gerade erst ist er aus China zurückgekehrt, wo erstmals die neue Olympia-Bahn in Yanqing getestet werden konnte und auch das erste Weltcuprennen der Saison stattgefunden hat. Im Februar geht es wieder dorthin, und da möchte sich Südtirols bester Kunstbahnrodler der letzten Jahre den Traum von einer Olympia-Medaille erfüllen. „Die Saison ist ganz auf Olympia ausgerichtet. Gerade wir Rodler haben nur da die Chance, so richtig auf uns aufmerksam zu machen“, weiß der Meransner, der – wenn er gesund bleibt – zum 3. Mal an Olympischen Spielen teilnehmen wird, also schon eine gewisse Erfahrung mitbringt. Nur bei den Olympischen Spielen werden im Einsitzer 4 Läufe gefahren, aufgeteilt auf 2 Tage. Es geht also auch darum, die Nacht nach dem ersten Tag gut zu schlafen. „Da hatte ich bisher keine Probleme, aber ich kenne auch nicht die Situation, nach dem ersten Tag auf Medaillenkurs zu sein. In Sotschi 2014 war ich jung und einfach nur froh, dass ich dabei sein durfte. Die Medaillen waren nach dem ersten Tag praktisch schon vergeben. In Pyeongchang 2018 habe ich in den ersten beiden Läufen Fehler gemacht und lag schon weit zurück, hatte also keinen Grund mehr, nervös zu sein“, erinnert sich Fischnaller. Und doch wurde es in Pyeongchang am Ende noch ein „ Wir Rodler haben nur bei Olympia die Chance, so richtig auf uns aufmerksam zu machen. Drama, denn er verpasste Bronze nur um 2/1000 Sekunden. Aufgrund seines Könnens und seiner Leistungen in den letzten Jahren ist davon auszugehen, dass Dominik Fischnaller bei Olympia zum erweiterten Favoritenkreis gehört. Die Bahn ist recht schwierig, und normalerweise ist es im Februar in Yanqin sehr kalt. Kälte und trockene Luft – das waren immer schon die Bedingungen, bei denen sich Südtirols Rodler am wohlsten gefühlt haben. Aber Fischnaller weiß auch, dass die Konkurrenz immer stärker wird und vor allem, dass es immer mehr Siegfahrer gibt. „Es gibt mehr als 10 Rodler, die ein Weltcuprennen gewinnen können“, weiß Fischnaller. Aber er weiß freilich auch, dass einer noch über allen anderen steht: „Wenn Felix Loch den Speed vom letzten Winter hat, dann wird er nur schwer zu schlagen sein.“ Aber auch die Österreicher hat er auf der Rechnung sowie die Russen Repilow und Pawlitschenko. Und da gibt es noch einen, dem er viel zutraut: Kristers Aparjods aus Lettland. Natürlich geht es auch für einen Dominik Fischnaller erst einmal darum, sich überhaupt für Olympia zu qualifizieren. Das dürfte zwar nur eine Formsache sein, aber der 28-Jährige weiß, dass die Leistungen bei den Weltcuprennen auch aus einem anderen Grund wichtig sind. „Du musst schon vorher gute Rennen machen, um dir das nötige Selbstvertrauen zu holen.“ Voraussetzung dafür ist eine gute Vorbereitung und gutes Material.

KUNSTBAHNRODELN SPORT D | 2021 39 Dominik Fischnaller ist bekannt für seine perfekte Position auf der Rodel. Die Vorbereitung verlief geradezu optimal. Im Gegensatz zum Vorjahr konnte wieder normal trainiert werden, nur einige Regeln waren einzuhalten und verschiedene Formulare auszufüllen. Dominik Fischnaller ist einer, der gerne in der Kraftkammer ist. „Mir geht es gut, wenn ich trainieren kann“, stellt er klar. 5 bis 6 Stunden sind es täglich mit Schwerpunkt Kraft und Schnelligkeit. Wenn es überhaupt etwas gibt, was ihm weniger Freude bereitet, dann ist es das Ausdauertraining, doch das beschränkt sich bei den Kunstbahnrodlern auf die frühe Trainingsphase. Eine Startbahn hat Fischnaller in Meransen praktisch vor der Haustür. In diesem Sommer stand außerdem auch Starttraining in Cesana auf dem Programm. Im Gegensatz zum Eiskanal, der abgebaut wurde, steht die Startbahn dort noch. Bei diesen Starttrainings war Olympiasiegerin Tatjana Hüfner meistens dabei, die von Rodelchef Armin Zöggeler als Teilzeit-Trainerin hauptsächlich für diesen Bereich verpflichtet wurde. „Am Start bringt sie uns weiter“, ist Dominik Fischnaller überzeugt. Gute Startzeiten im Training scheinen das zu untermauern. Gute Starts und gute Fahrten sind freilich nur etwas wert, wenn auch die Rodel schnell ist. Das Bahntraining im Herbst hat Dominik Fischnaller deshalb dazu genutzt, viel zu testen. Oswald Haselrieder und Willy Huber haben ihm praktisch eine vollkommen neue Rodel gebaut, auf der er sich von Anfang an wohl gefühlt hat. Trotzdem hat er auch seine alte Rodel nach China mitgenommen. Gerade beim Material ist es ein großes Handicap, keine eigene Bahn zu haben. Das schränkt die Testmöglichkeiten doch ziemlich ein. Dieses Handicap schleppt Dominik DOMINIK FISCHNALLER Geburtsdatum und -ort: 20. Februar 1993 in Brixen Wohnort: Meransen Sportgruppe: Carabinieri Fischnaller schon seine ganze Karriere mit. Als Nachwuchsfahrer hat er in Cesana zwar noch das eine oder andere Mal trainiert, aber ein Rennen hat er dort nie bestritten. Seit 10 Jahren gibt es die Bahn nicht mehr, und seitdem können die Südtiroler nur noch im Ausland trainieren. Das wertet die Leistungen von Dominik Fischnaller und des gesamten Teams gewaltig auf. Und das sieht auch er so: „Dafür, dass wir keine Bahn haben, sind wir gut dabei.“ NATIONALTEAM KUNSTBAHNRODELN HERREN A-Kader: Leon Felderer (Latzfons), Dominik Fischnaller (Meransen), Kevin Fischnaller (Meransen), Lukas Gufler (Platt in Passeier), Simon Kainzwaldner (Villanders), Fabian Malleier (Völlan), Ivan Nagler (Lungiarü/Campill), Patrick Rastner (Lüsen), Emanuel Rieder (Meransen), Ludwig Rieder (Meransen) Junioren: Alex Gufler (Platt in Passeier), Lukas Peccei (Wengen) DAMEN A-Kader: Verena Hofer (Feldthurns), Marion Oberhofer (Rodeneck), Sandra Robatscher (Tiers), Andrea Vötter (Völs), Nina Zöggeler (Völlan) Juniorinnen: Annalena Huber (St. Lorenzen), Nadia Falkensteiner (Kiens), Hannah Niederkofler (Kiens)

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