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Wintersport 2021/22

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30 SPORT D |

30 SPORT D | 2021 SNOWBOARD Aaron March An Tagen wie diesen Aaron March und seine 3 Kristallkugeln: Er wurde Gesamt-Weltcupsieger 2021 und gewann die Parallel-Slalomwertung 2017 und 2021. „Ich wart‘ seit Wochen, auf diesen Tag“ – so beginnt die Textzeile eines Liedes der „Toten Hosen“. Um dann zu enden mit: „An Tagen wie diesen, wünscht man sich Unendlichkeit…“. Aaron March hat diesen Tag erlebt. Diesen einen Tag, der sein ganzes sportliches Leben veränderte – ja völlig auf den Kopf stellte. Rückblende, es ist der Samstag, 20. März 2021. Beim Weltcupfinale der Parallel- Snowboarder in Berchtesgaden (Deutschland) werden innerhalb eines Vormittags der letzte Tagessieger der Saison, der Weltcupsieger im Slalom und der Gesamt-Weltcupsieger gekürt. Mittendrin als Hauptdarsteller ist Aaron March. Der 35-Jährige aus Schabs, der seit Jahren in Völs am Schlern zu Hause ist, tritt mit dem gelben Trikot des Gesamtführenden an. Wenn auch nur mit 2 Punkten vor dem Russen Dimitri Loginow und weiteren 7 Athleten dahinter, die allesamt noch die große Kugel holen können. Der Druck auf March ist immens. Ein Snowboard-Spektakel sondergleichen nimmt seinen Lauf. Während Aaron March cool bleibt, fallen seine härtesten Widersacher der Reihe nach aus. Als er dann im alles entscheidenden, direkten Duell seinen Rivalen-Freund Andreas Prommegger im Viertelfinale um 0,01 Sekunden besiegt, ist klar: March ist die große Kristallkugel nicht mehr zu nehmen. Aber er lässt sich nicht etwa hängen, sondern stößt bis ins Finale vor, feiert seinen 3. Weltcupsieg und sichert sich damit auch seine 2. Slalomkugel nach 2017. „Es war ein unglaublicher Tag“, blickt Aaron March auch 8 Monate später voller Emotionen zurück. „Es war extrem zach, die Aufregung war nicht nur für mich riesig, sondern auch für die Trainer und die Teamkollegen. Man konnte die Anspannung greifen. Zudem gab es vorher hinter vorgehaltener Hand Diskussionen, ob das Rennen wegen Corona auch wirklich gefahren wird oder nicht. Aber das hat mich nicht verunsichert. Ich habe mein Rennen gemacht, es gewonnen und damit bewiesen, dass die große und die kleine Kugel zu Recht mir gehören.“ Mit 2 Kugeln im Gepäck, dem Siegerscheck für das letzte Rennen, einem riesigen Blumenstrauß und kleinen Augen ging es tags darauf nach Hause, wo im heimischen Garten eine kleine Feier mit Freunden organisiert wurde. „Es war ja alles zu, Feiern war verboten“, blickt March wehmütig auf die Corona- Verbote zurück. „Aber wir haben es im Sommer nachgeholt. Der Sportverein Villnöß hat eine Feier organisiert, eine „ Die große Kristallkugel und 2 kleine habe ich in meinem Trophäenschrank, die nimmt mir niemand mehr weg. weitere, große, mein Heimatverein SV Schabs. Das war schon genial.“ Dass Aaron March wegen seiner Kugeln nun von Sponsoren überrannt wird, ist dann nicht eingetreten. Dafür ist Snowboard trotz allen Spektakels zuviel Nischensport. Aber er hat sich mit dem bekannten Sportmanager Georg Pircher (u.a. Dominik Paris, Armin Zöggeler und Simon Maurberger) professionelle Hilfe geholt. „Georg nimmt mir viel Arbeit ab. So kann ich mich auf meinen Sport und mein zweites Standbein, mein Fitnessstudio in Seis, konzentrieren.“ Dieses Fitnessstudio betreibt Aaron March seit fast 3 Jahren. Allerdings hatte auch er 10 Monate geschlossen. „Seit Ende Mai ist wieder offen. Und ich hoffe fest, dass es trotz der steigenden Coronazahlen dabei bleibt. Ich hatte zunächst die Befürchtung, dass viele Leute nicht mehr kommen würden nach der Pandemie, dass sie lieber auf dem heimischen Diwan liegen, anstatt etwas für ihre Gesundheit zu tun. Aber die allermeisten sind wiedergekommen.“ Dass Aaron March als Gewinner der großen Kristallkugel sein Brett in die Ecke stellt und den Fokus ganz auf sein Fitnessstudio legt, kam ihm nach der letzten Saison nie in den Sinn. „Zu Hause bleiben? Nein, das kam für mich

SNOWBOARD SPORT D | 2021 31 NATIONALTEAM SNOWBOARD Parallel: HERREN Weltcup: Gabriel Messner (St. Magdalena in Villnöß), Daniele Bagozza (St. Ulrich in Gröden), Maurizio Bormolini, Edwin Coratti (Pleif in Langtaufers), Mirko Felicetti, Roland Fischnaller (Coll in Villnöß), Aaron March (Völs am Schlern) Gruppe B: Marc Hofer (Saltaus in Passeier), Fabian Lantschner (Bozen) DAMEN Macht auch auf dem gesellschaftlichen Parkett eine gute Figur: Aaron March (2. von rechts) bei der Miss-Wahl 2021 mit (von links) Cindy Degasperi, Manager Georg Pircher, Miss Südtirol Julia Kaserbacher und Ex-Miss-Südtirol Marion Prossliner. Weltcup: Nadya Ochner (Burgstall), Elisa Caffont, Jasmin Coratti (Pleif in Langtaufers), Lucia Dalmasso Gruppe B: Sofia Valle, Elisa Fava nicht in Frage. Bei Großereignissen habe ich noch nichts abgeräumt. Das bleibt ein großes Ziel. Das kann ich jetzt umso lockerer angehen. Wenn’s funktioniert, ist es super. Aber ich muss nicht. Die große Kristallkugel und 2 kleine habe ich bei mir zu Hause im Trophäenschrank, die nimmt mir niemand mehr weg.“ Mit Großanlässen hat March noch einige Rechnungen offen. Bei Olympia 2014 in Sotschi wurde er im Parallel-Slalom Vierter. Bei seinen bereits 15 (!) WM-Einsätzen seit 2007 landete er 4 Mal in den Top 7 – zu einer Medaille reichte es noch nicht. Besonders schmerzhaft verlief die WM 2021 in Rogla, wo er in Slalom wie Riesentorlauf aufgrund vermeidbarer Fahrfehler unter Wert geschlagen wurde. „Ja, da hat einiges nicht gepasst, was ich mir selber ankreiden muss. Mir fehlte die Lockerheit, wie ich sie beim Weltcupfinale in Berchtesgaden hatte.“ Um für den Weltcupauftakt in 2 Wochen im russischen Bannoye gerüstet zu sein, hat Aaron March genauso wie der Rest des italienischen Snowboardteams gleich trainiert wie im Vorjahr. Warum etwas ändern, das sich als Erfolgsmodell herausgestellt hat? „Ich habe alles beim Alten gelassen, auch materialmäßig nichts geändert. Schließlich heißt es ab dem 1. Weltcuprennen voll da sein. Wir haben das stärkste Herrenteam im Weltcup und weit mehr Top-Fahrer als nur für die 4 Olympia-Startplätze. Das wird eng“, blickt er voraus. Verändert hat sich Aaron March hobbymäßig: Er hat seine Harley Davidson verkauft. „Es war mir zu riskant. Ich habe Familie, und wenn ich das Motorrad in der Garage rumstehen gesehen habe, ging es mir schlecht. Und nur ein paar Mal fahren, damit gefahren ist, war nicht mehr mein Ding.“ AARON MARCH Geburtsdatum und -ort: 14. Mai 1986 in Brixen Wohnort: Völs am Schlern Sportgruppe: Heer -Infografik: M. Lemanski/A. Delvai Snowboardcross: HERREN Weltcup: Emanuel Perathoner (Lajen), Lorenzo Sommariva, Omar Visintin (Algund) Gruppe B: Filippo Ferrari, Tommaso Leoni, Matteo Menconi, Michele Godino Nachwuchs: Niccoló Colturi, Luca Abbiati DAMEN Weltcup: Michela Moioli Gruppe B: Caterina Carpano, Francesca Gallina, Sofia Belingheri Nachwuchs: Marika Savoldelli, Sofia Groblechner Snowboard: Alle Südtiroler Weltcupsieger 1995 1995 1996 1997 1997 1999 2001 2001 2013 2014 2016 2017 2017 2018 2018 2020 2020 2021 2021 2021 Marion Posch Peter Pichler Peter Pichler Karl Frenademez Elmar Messner Marion Posch Walter Feichter Carmen Ranigler Roland Fischnaller Omar Visinn Roland Fischnaller Aaron March Emanuel Perathoner/ Omar Visinn Roland Fischnaller Emanuel Perathoner/ Omar Visinn Roland Fischnaller Roland Fischnaller Roland Fischnaller Aaron March Aaron March Parallel Slalom Slalom Slalom Boardercross Slalom Riesentorlauf Parallel-Slalom Parallel-Slalom Boardercross Parallel-Slalom Parallel-Slalom Boardercross Team Parallel-Slalom Boardercross Team Parallel-Riesentorlauf Gesamtwertung Parallel Parallel-Riesentorlauf Parallel-Slalom Gesamtwertung Parallel Seit der Saison 1994/95 gibt es den FIS-Snowboard-Weltcup, wobei die Kristallkugeln für die Disziplinen- und die Gesamtsieger vergeben werden. Bisher gingen 20 Kugeln nach Südtirol. Marion Posch und Peter Pichler holten bereits in der Premieren- Weltcupsaison 1994/95 je eine Kugel.

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