Aufrufe
vor 2 Monaten

Wintersport 2021/22

  • Text
  • Skispringen
  • Innerhofer
  • Mölgg
  • Windisch
  • Hofer
  • Rodeln
  • Biathlon
  • Snowboard
  • Ski
  • Paris
  • Wierer
  • Februar
  • Sprint
  • Olympischen
  • Dominik
  • Fischnaller
  • Weltcup
  • Rennen
  • Olympia
  • Geburtsdatum

12 SPORT D |

12 SPORT D | 2021 SKI ALPIN Nicol und Nadia Delago Olympia-Traum Mal zwei Im Vorjahr noch von einer Verletzung getrennt, sind Nicol und Nadia jetzt wieder vereint: Dem Schwestern-Duo steht eine Skiweltcup-Saison bevor, die von gemeinsamen Träumen gekennzeichnet ist. Wenn Nicol Delago über ihr Comeback spricht, sprüht die 25-Jährige regelrecht vor Glück. Einerseits, weil sie in Lake Louise am 3. Dezember erstmals seit 643 Tagen wieder ein Speed-Rennen bestreiten wird und andererseits wegen des reibungslosen Heilungsverlaufs ihres Achillessehnenrisses. Diesen hatte sich Delago am 1. Dezember des letzten Jahres zugezogen und dadurch die ganze Saison verpasst. „Ich bin sehr glücklich, wie ich mich von der Verletzung erholt habe. Körperlich fehlt mir nichts“, freut sie sich. Trainingskilometer würden ihr hingegen abgehen. „Vor allem in der Abfahrt und im Super-G fehlen mir noch einige Fahrten.“ Unter Druck setzen will sich die dreifache Weltcup-Podestfahrerin aber nicht. „Ich habe mir vorgenommen, einfach Spaß zu haben. Die Vorfreude ist riesengroß“, betont sie, die den Ergebnissen nicht zu viel Gewicht geben will. „Man kann sie nicht beeinflussen, da viele äußere Faktoren eine Rolle spielen.“ Darum habe sie auch den Vergleichswerten in der Vorbereitung keine große Wichtigkeit eingeordnet. Die ersten Vergleiche, die zählen, werden beim ersten Rennen genommen, behauptet Nicol. Obwohl sie nicht zu weit nach vorne denken wolle, sei auch „ein kleiner Gedanke“ an Olympia omnipräsent. Es wäre Delagos 2. Olympia-Auftritt, nachdem sie 2018 in der Abfahrt am Start war. Mit Olympischen Spielen hat Nadia Delago hingegen noch keine Erfahrung. Wie auch? 2018 in Südkorea war sie erst 20 Jahre alt und im Weltcup noch nicht in Erscheinung getreten. 4 Jahre danach hat sich das Blatt gewendet. Die Wolkensteinerin ist in der Ski-Königsklasse endgültig angekommen, im starken italienischen Speed-Team eine feste Größe und eine heißte Kandidatin, wenn es darum geht, sich einen Startplatz bei den Winterspielen in Peking zu sichern. „Das will ich unbedingt erreichen. Es ist ein Traum, den meine Schwester und ich gemeinsam hegen. Wir werden alles tun, damit sich dieser verwirklicht“, betont die 24-Jährige. Die Basis dafür hat Nadia Delago im Sommertraining gelegt, wenngleich die Bedingungen auf den Gletschern in Europa nicht immer optimal waren: „Wenn das erste Rennen Anfang November gewesen wäre, hätte ich mich wohl nicht bereit gefühlt“, meint Delago, die sehr froh war, dass vor dem ersten Weltcup-Rennen in Lake Louise noch ein mehrwöchiges Trainingslager in Copper Mountain (Colorado) eingeschoben wurde. Hier konnte sie zuletzt das nötige Speed-Training absolvieren, nachdem im Sommer mehrheitlich Riesentorlauf trainiert wurde. Nadia Delago profitiert dabei von der Rückkehr ihrer Schwester Nicol, zumal sie das gleiche Skimodell (Atomic) fahren und somit gemeinsam am Material tüfteln können. Das Ziel sei es, für den Speed-Auftakt in Kanada bestens vorbereitet zu sein, um anschließend den nächsten Schritt zu machen. „Ich will meine Konstanz verbessern – und mich dem Podium annähern“, sagt sie. NADIA DELAGO Geburtsdatum und -ort: 12. November 1997 in Brixen Wohnort: Wolkenstein Sportgruppe: Polizei NICOL DELAGO Geburtsdatum und -ort: 5. Jänner 1996 in Brixen Wohnort: Wolkenstein Sportgruppe: Finanzwache

SKI ALPIN SPORT D | 2021 13 Simon Maurberger Der neue Genuss Was für ein Saisonauftakt! Was für ein befreiendes Lachen! Simon Maurberger ist zurück auf der großen Skibühne – und wie! Der 26-Jährige, im Februar 2020 von einem Kreuzbandriss ausgebremst und im Vorjahr mehr schlecht als recht im Weltcup dabei, ist zurück in der Erfolgsspur. Maurberger hat Ende Jänner die Saison vorzeitig beendet, sein lädiertes Knie ein zweites Mal operativ behandeln lassen, den Meniskusschaden damit behoben und kann seitdem wieder lachen. Oder besser gesagt: „Ich bin schmerzfrei, kann in vollen Umfängen trainieren und muss nicht mehr bangen, dass mir das Knie anschwillt und ich nur 2 oder maximal 3 Fahrten pro Tag machen kann. Es ist ein neuer, alter Genuss, soviel und so intensiv trainieren zu können.“ Nachdem der Fünfte des Nacht-Slaloms von Schladming im Jänner 2020 die ersten 2 Monate nach seiner OP zur Reha in Parma war (wo FISI-Physiotherapeut Luca Caselli sein Studio hat), stand er Ende Juli erstmals wieder auf Skiern. Anfangs ging es noch zaghaft dahin, seit Ende August ist er aber schmerzfrei. „Es war von einer Woche auf die andere völlig anders – als ob jemand einen Schalter umgelegt hätte.“ Aus Maurberger sprudeln die Worte nur so heraus, die Augen leuchten, wenn er erzählt. Dieser Enthusiasmus, diese Freude ist ansteckend, und man wird gefangen von der Begeisterung des Shootingstars der Saison 2019/20, der beim Parallel-Riesentorlauf in Chamonix so brutal eingebremst wurde. „Ich bin gechillt, ich bin angekommen“, erläutert Maurberger seinen aktuellen Lebenszustand. Einerseits ist es die Rückkehr zum schmerzfreien Skifahren, andererseits tut ihm die Liebe zu Lebensgefährtin Alyssa extrem gut („sie tickt gleich wie ich, sie ist gleich unternehmensfreudig wie ich, wir ergänzen uns perfekt“), und zudem hat er mit dem Paragleiten eine neue Leidenschaft entdeckt. Er hat den mehrmonatigen Kurs absolviert und ist in seiner Freizeit nun vermehrt in der Luft anzutreffen. Obwohl: „Ich bin auch schon umgekehrt, wenn das Wetter nicht hundertprozentig gepasst hat“, gibt Maurberger besonnen zu. Aktuell hat er die Paragleiterei hintan gestellt, der Fokus liegt auf dem Skiweltcup. Sölden war mit Rang 20 ein idealer Appetitanreger, das Parallel-Rennen in Lech hat er mehr der Rennpraxis wegen mitgenommen. Sein Fokus liegt in der kommenden Saison auf beiden technischen Disziplinen, nachdem er im Vorjahr nur Slaloms bestritt. „Ich will auch im Riesentorlauf Vollgas geben. Der 20. Platz in Sölden hat gezeigt, dass die Richtung die richtige ist. Olympia? Alle fragen danach, aber das macht zum jetzigen Zeitpunkt null Sinn. Wichtig sind die Rennen ab Mitte Dezember. Olympia wäre nur eine positive Konsequenz. Wenn es passen sollte und ich mich qualifiziere, dann schauen wir weiter. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg.“ SIMON MAURBERGER Geburtsdatum und -ort: 20. Februar 1995 in Bruneck Wohnort: St. Peter im Ahrntal Sportgruppe: Carabinieri Hannes Zingerle Es ist noch nicht Fisch und nicht Fleisch, was Hannes Zingerle auf Riesentorlauf-Weltklasseniveau abliefert. Der 26-Jährige hat am Durchbruch bisher nur geknabbert, geschafft hat er ihn noch nicht. Mit 2 Punkteplatzierungen (22. und 27., jeweils in Bansko) hat er sein Potenzial nur angedeutet. Auch der Italienmeistertitel vor WM-Silbergewinner Luca De Aliprandini zeugen vom unbestrittenen Talent des Abteitalers. Dass Zingerle beim Saisonauftakt in Sölden nach starker Fahrt durch einen Fehler im Schlussabschnitt alle Chancen verlor, ist symptomatisch für seine Karriere: „Die Teilzeiten passen, aber das ganze Puzzle fehlt noch. Das Werk ist erst vollendet, wenn man nach 2 fehlerfreien Läufen im Ziel ist“, meint er selbstkritisch. Im Europacup ist ihm das schon gelungen, wie der Riesentorlauf-Sieg auf der Reiteralm im März 2021 zeigte. Durchstarten will Zingerle vermehrt im Slalom: „Dort fühle ich mich wohl, und es ist ohnehin besser, den Fokus auf 2 Disziplinen zu legen.“ Fertig werden muss Hannes Zingerle damit, dass sein älterer Bruder Alex (29) nicht mehr im Skizirkus mitmischt. Er hat nach zuletzt enttäuschenden Saisonen seine Karriere an den Nagel gehängt. „Schade, aber auch so bleibt Alex meine wichtigste Bezugsperson. Seine Tipps und Ratschläge sind unbezahlbar.“ HANNES ZINGERLE Geburtsdatum und -ort: 11. April 1995 in Bruneck Wohnort: Stern im Abtei Sportgruppe: Carabinieri

© 2017 Weinbergweg 7 | 39100 Bozen | MwSt.-Nr.: IT00853870210 | Tel. 0471 081 561 | Fax 0471 081 569 | info@mediaradius.it