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Wintersport 2020/21

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50 SPORT D |

50 SPORT D | 2020 NORDISCHE KOMBINATION Aaron Kostner Den Crashtest bestanden Es war im Oktober in Oberstdorf. Aaron Kostner flog und flog und flog und landete bei 142 Metern. Das war nur eineinhalb Meter kürzer Die Trainer konnten gar nicht mehr hinschauen, und auch er selbst wollte nach der Landung gleich einmal kontrollieren, ob das Knie gehalten hat. Er machte Kniebeugen und spürte nichts. „Da war die Erleichterung schon groß. Ich hatte sozusagen den Crashtest bestanden“, erzählt Kostner. Es geht um das linke Knie, in dem er sich letztes Jahr knapp vor Weihnachten das Kreuzband gerissen hat. Kostner fühlt sich gesundheitlich und was die Fitness betrifft schon wieder bei 100 Prozent, auch wenn die Beugung noch nicht bei diesen 100 Prozent ist. „Aber das behindert mich überhaupt nicht“, versichert er. Körperlich fühle er sich sogar so gut wie noch nie. Es war beim Training für den Weltcup in Ramsau, als bei einem Sturz das Kreuzband dem großen Druck nicht standhielt. Gleich nach Weihnachten wurde er in der Dolomiti Sportclinic in St. Ulrich operiert. Zwei Monate später konnte er schon wieder klassisch langlaufen. Doch dann kam die Quarantäne für alle. Zurück auf den Schnee kehrte er schon Ende Juli im Skitunnel von Oberhof. „Da hätte ich schon jeden Sport ausüben können außer Skispringen“, erzählt er. Den ersten Sprung nach der Verletzung konnte er erst Anfang Oktober machen. Wie die Teamkollegen ist auch Kostner begeistert vom neuen Cheftrainer Danny Winkelmann. „Er hat viele neue Ideen gebracht. Ich habe mir immer einen Trainer gewünscht, der vom Springen und vom Langlauf etwas versteht. Bisher hatten wir immer einen Sprungtrainer und einen Langlauftrainer“, sagt er. Ziele setzt er sich in dieser Corona- Saison noch keine: „Mein Ziel ist sowieso immer, eine gute Leistung abzurufen und nicht ein bestimmtes Ergebnis. Ich will es genießen, aber wegen Corona könnte es auch viel Stress geben in diesem Winter.“ Weltcup-Kalender Nordische Kombination 2020/21 Herren Ruka-Tour 27.11. Ruka Finnland Einzel Großschanze 28.11. Ruka Finnland Einzel Großschanze 29.11. Ruka Finnland Einzel Großschanze 19.12. Ramsau Österreich Einzel Normalschanze 20.12. Ramsau Österreich Einzel Normalschanze 2.1. Otepää Estland Einzel Normalschanze 3.1. Otepää Estland Einzel Normalschanze 15.1. Fleimstal Italien Einzel Normalschanze 16.1. Fleimstal Italien Teamsprint Normalschanze 17.1. Fleimstal Italien Einzel Normalschanze 23.1. Lahti Finnland Teamsprint Großschanze 24.1. Lahti Finland Einzel Großschanze Seefeld Triple 29.1. Seefeld Österreich Einzel Normalschanze 30.1. Seefeld Österreich Einzel Normalschanze 31.1. Seefeld Österreich Einzel Normalschanze 6.2. Klingenthal Deutschland Einzel Großschanze 7.2. Klingenthal Deutschland Einzel Großschanze 13.2. Peking China Einzel Großschanze 14.2. Peking China Team Großschanze 13.3. Oslo Norwegen Einzel Großschanze 14.3. Oslo Norwegen Einzel Großschanze Weltcupfinale 20.3. Schonach Deutschland Einzel Normalschanze 21.3. Schonach Deutschland Einzel Normalschanze Damen 2.1. Otepää Estland Einzel Normalschanze 3.1. Otepää Estland Einzel Normalschanze -Infografik: A.Delvai AARON KOSTNER Geburtsdatum und -ort: 8. Juli 1999 in Sterzing Wohnort: St. Ulrich Sportgruppe: Polizei NATIONALTEAM NORDISCHE KOMBINATION HERREN A-Kader: Raffaele Buzzi, Samuel Costa (Wolkenstein), Aaron Kostner (St. Ulrich), Alessandro Pittin B-Kader: Jacopo Bortolas, Domenico Mariotti, Stefano Radovan C-Kader: Manuel Facchin DAMEN A-Kader: Daniela Dejori (Wolkenstein), Veronica Gianmoena, Annika Sieff C-Kader: Greta Pinzani, Martina Zanitzer Unter Beobachtung: Camilla Henni Comazzi, Asia Marcato, Lena Prinoth (St. Ulrich)

NORDISCHE KOMBINATION SPORT D | 2020 51 Samuel Costa Vom neuen Chef begeistert Auf seine große Leidenschaft, das Freitauchen, musste Samuel Costa im Corona-Jahr 2020 nicht verzichten. Eine Woche lang ist er jeden Tag zweimal getaucht, die letzten 2 Tage sogar gemeinsam mit dem früheren Weltmeister Jesper Stechmann. „Er hat mir wertvolle Tipps gegeben, und zwar nicht nur zum Tauchen. Er hat mir erklärt, wie er an die Wettkämpfe heran gegangen ist. Das kann mir in meinem Sport auch helfen“, so Costa. Sein Sport ist die nordische Kombination. Da war er im Weltcup schon auf dem Podest, ehe ihn eine langwierige Verletzung ausgerechnet im Olympia-Winter 2017/18 vom Wettkampfgeschehen ferngehalten hat. Nach seiner Rückkehr hat er es wieder in die Top- Ten geschafft, aber an die Erfolge von früher konnte er nicht mehr anknüpfen. In der vergangenen Saison hat er gut angefangen, dann aber nach und nach im Springen total das Selbstvertrauen verloren. Und das Springen war vorher immer seine Stärke. „Ich wollte verbissen das Richtige tun und wurde dabei immer verkrampfter. Ich habe dann die Bindung gewechselt. Bei mir herrschte Chaos im Kopf“, nennt Costa den Grund für seine Krise in der 2. Saisonhälfte. Nun kann er es kaum erwarten, dass es wieder los geht, denn dieses verloren gegangene Sprunggefühl scheint zurück zu sein. Im Oktober hat er in Predazzo sogar den Titel bei den Spezialspringern gewonnen. Dieser neue Optimismus hat einen Namen: Danny Winkelmann. Er ist der neue Cheftrainer bei Italiens Kombinierern. „Er ist sehr professionell und hat eine gute Stimmung ins Team gebracht. Er kann sehr gut erklären, warum was zu tun ist und geht auf jeden einzelnen Athleten ein. Er bringt viel Erfahrung mit. Für mich ist er der perfekte Trainer“, sagt Costa. Bei den ersten Trainingslagern mit Winkelmann stand nur Skispringen auf dem Programm. „Mit seiner Hilfe habe ich ein neues Setup gefunden. Es wurde von Tag zu Tag besser“, erzählt Grödner, der in wenigen Tagen 28 Jahre alt wird. Auch das Krafttraining habe Winkelmann so umgestellt, dass es viel spezifischer für das Skispringen ist. Nun hofft Costa, dass Corona die Saison nicht zu sehr beeinflusst. „Es wird sehr komisch sein ohne Zuschauer, aber das wird nicht das Problem sein. Ich hoffe, dass die Wettkämpfe überhaupt stattfinden können und dass nicht eine ganze Mannschaft ausgeschlossen wird, wenn einer positiv ist“ sagt er. Generell sieht er das Problem darin, dass wir noch immer viel zu wenig über dieses Virus wissen. „Selbst die Experten und die WHO ändern noch ständig ihre Einschätzung.“ SAMUEL COSTA Geburtsdatum und -ort: 30. November 1992 in Bozen Wohnort: Wolkenstein Sportgruppe: Polizei Daniela Dejori Das neue, große Abenteuer Mit gerade einmal 18 Jahren ist Daniela Dejori Pionierin einer Sportart, die bei den Herren schon längst im Weltcup verankert ist. Eine Sportart, die nun auch bei den Damen größeren Anklang findet. Eine Sportart, die in ihre erste Weltcup-Saison startet, falls die Pandemie es zulässt. Die Rede ist von der Nordischen Kombination der Damen. Die Wolkensteinerin konnte sich trotz der Corona-Krise perfekt auf die Saison vorbereiten – sowohl im Langlaufen als auch auf der Schanze, wobei an letzterer Teildisziplin noch viel gearbeitet werden müsse. „Die ersten Wettkämpfe haben gezeigt, dass Nationen wie Deutschland oder Österreich im Skispringen uns überlegen sind. Hier müssen wir den Hebel ansetzten“, betont Dejori, die in der Loipe ihre Stärken hat. Die 18-Jährige gehört zum neu gegründeten Nationalteam, welchem mit Lena Prinoth eine weitere Südtirolerin angehört. Mit einem 4. Rang beim ersten Alpen Cup der Saison hat Dejori gezeigt, welches Potenzial in ihr schlummert, zumal abgesehen von den Norwegerinnen und den US-Amerikanerinnen alle Top-Athletinnen am Wettkampf teilgenommen haben. Als Anführerin des Nationalteams fühlt sie sich aber dennoch nicht: „Wir sind auf dem gleichen Niveau. Es kommt auf den Tag an, wer besser ist“, behauptet die Kombiniererin, die einfach froh ist, Teil der Weltcup-Premiere zu sein. Falls es diese Premiere überhaupt gibt, denn Stand heute sind beide Weltcups abgesagt DANIELA DEJORI Geburtsdatum und -ort: 1. August 2002 in Brixen Wohnort: Wolkenstein Verein: SC Gröden

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