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Wintersport 2020/21

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36 SPORT D |

36 SPORT D | 2020 KUNSTBAHNRODELN Ludwig Rieder und Patrick Rastner Mehr als ein Geheimtipp Es war in den letzten Jahren immer so, dass Ludwig Rieder und Patrick Rastner mit großem Optimismus in die Saison gestartet sind, dann aber schwere Enttäuschungen zu verdauen hatten. Heuer ist der Optimismus wieder groß und es deutet alles darauf hin, dass er diesmal auch berechtigt ist. Der Grund: Endlich haben sie eine Rodel, auf der sie sich richtig wohl fühlen. In den Trainings vor dem bevorstehenden Saisonauftakt war der Doppelsitzer Rieder/Rastner richtig schnell. Das ist auch der Konkurrenz nicht entgangen, und so sind die beiden schon mehr als ein Geheimtipp. Am Start war dieses Duo immer schon superschnell, nun bringen sie es auch ins Ziel. Sie brauchen das im Training Gezeigte jetzt „nur“ noch im Rennen umzusetzen. „Es scheint so, als hätten wir jetzt endlich bei der Rodel die richtige Abstimmung für uns gefunden. Das war in den letzten Jahren nicht so. Da war das Fahrgefühl nicht gut. Während der Saison kannst du dann nur Kleinigkeiten ändern, aber das hat wenig gebracht. Jetzt fühlen wir uns richtig wohl und sind auch richtig schnell“, sagt Vordermann Ludwig Rieder, der mit seinen 29 Jahren schon der Senior in der Mannschaft ist. Das ist ein Beleg, wie jung dieses Rodel-Team ist. Innerhalb der eigenen Mannschaft waren Rieder/ Rastner im Training oft der schnellste Doppelsitzer, und auch im Vergleich mit der internationalen Konkurrenz hat es gut ausgesehen. Nun bleibt für Rieder/ Rastner nur zu hoffen, dass Corona den Rodel-Weltcup nicht ausbremst. „Was uns während der Saison erwartet und ob die Rennen alle stattfinden können, das weiß niemand“, blickt Rieder in eine ungewisse Zukunft. LUDWIG RIEDER Geburtsdatum und -ort: 19. Juni 1991 in Brixen Wohnort: Meransen Sportgruppe: Carabinieri PATRICK RASTNER Geburtsdatum und -ort: 30. Juni 1993 in Brixen Wohnort: Lüsen Sportgruppe: Heer Ivan Nagler und Fabian Malleier Die Fehlerquote reduzieren Es fällt auf, dass die meisten der Südtiroler Kunstbahnrodler in diesem Sommer ihre Rodeln massiv modifiziert oder überhaupt mit einer neuen ausgetauscht haben. Das trifft auch auf das Doppelsitzer-Duo Ivan Nagler und Fabian Malleier zu. Sie haben nicht nur Schiene und Kufe gewechselt, sondern auch die Schüssel. Neues Material muss natürlich getestet werden, und deshalb waren die bisherigen Trainingsfahrten hauptsächlich Testfahrten. Dass der vergangene Winter etwas schwierig war, führen sie aber keineswegs auf das Material zurück. „Uns sind auch gute Läufe gelungen, aber wir haben zu viele verhaut. Das waren einfach unsere Fehler. Das muss anders werden“, sagt Vordermann Ivan Nagler. In der Olympia-Saison 2017/18 waren sie die Aufsteiger der Saison und haben praktisch die Karriere des Erfolgs-Duos Oberstolz/Gruber beendet, dem sie den Olympia-Startplatz im letzten Moment weggeschnappt haben. Seitdem ging es aber nicht mehr so steil nach oben. Nun wollen sie wieder durchstarten. Sie wissen auch genau, wo sie sich verbessern müssen: „Am Start ist noch was drin, in der Bahn auch.“ Im Doppelsitzer ist die Konkurrenz im eigenen Team stark. „Das sollte sich schon vorteilhaft auswirken“, glaubt Nagler, der auch schon den einen oder anderen Gedanken an Olympia 2022 verschwendet. „Aber erst einmal müssen wir gut durch diese Saison kommen, die wegen Corona schwierig genug wird. Wir alle hoffen, dass sie durchgezogen werden kann.“ IVAN NAGLER Geburtsdatum und -ort: 30. Jänner 1999 in Bruneck Wohnort: Lungiarü/Campill Sportgruppe: Carabinieri FABIAN MALLEIER Geburtsdatum und -ort: 4. Jänner 1998 in Meran Wohnort: Völlan Sportgruppe: Heer

KUNSTBAHNRODELN SPORT D | 2020 37 Kevin Fischnaller Whistler wäre besser gewesen Die Coronavirus-Pandemie hat den Rennkalender der Kunstbahnrodler ordentlich durcheinander gewirbelt. Die Weltmeisterschaft ist von Whistler nach Königssee verlegt worden. Auch sonst werden in Nordamerika keine Weltcuprennen stattfinden. Kevin Fischnaller bedauert das sehr: „Ich wäre lieber in Whistler gefahren als in Königssee, und auch sonst gefallen mir die Bahnen in Nordamerika fast alle.“ Außerdem gibt es auch in Lillehammer kein Rennen, wo er auch immer gerne fährt. Trotzdem ist die Zuversicht bei ihm größer als vor einem Jahr. Da haben ihn mysteriöse Rückenschmerzen geplagt, als deren Ursache sich später eine Art Rheuma herausgestellt hat. Inzwischen ist es gelungen, es gut zu behandeln. „Ich bin auf alle Fälle sehr zuversichtlich, konnte im Gegensatz zum letzten Jahr auch viel Start-Training machen. Ich traue mir zu, in die Top-Ten zu fahren und möchte das auch regelmäßig machen und nicht nur zwischendurch einmal“, sagt der bald 27-Jährige, der immer ein wenig im Schatten seines Cousins Dominik Fischnaller steht, aber selbst auch schon ein Weltcuprennen gewonnen hat. Wie fast alle im Team startet er mit neuer Schiene und neuer Kufe in die Saison. Die Schüssel hat er nicht ausgewechselt. „Dazu gab es keinen Anlass, denn ich fühle mich wohl damit“, stellt er klar. Was er ein wenig bemängelt vor dem Saisonstart, ist das wenige Bahntraining im Herbst. „Uns fehlt ein ganzes Monat Bahntraining. Das ist schon viel. Aber wir müssen das Beste daraus machen. Es ist eben ein ganz besonderes Jahr“, sagt Kevin Fischnaller, der sich am meisten auf das Rennen in Winterberg freut. Dort hat er seinen bisher einzigen Weltcupsieg errungen. Aber nicht nur deshalb ist das von den deutschen Bahnen jene, auf der er am liebsten fährt. Außerdem hofft er, dass die Olympia- Generalprobe in China stattfindet. „Ich habe gehört, dass es eine coole Bahn ist. Wäre schön, wenn wir sie schon einmal testen könnten.“ KEVIN FISCHNALLER Geburtsdatum und -ort: 2. Dezember 1993 in Brixen Wohnort: Meransen Sportgruppe: Heer Sandra Robatscher Reha statt Weltcup Sandra Robatscher ist eindeutig der Pechvogel im Team der Kunstbahnrodler. Letzten Winter hat ihre Saison erst im Februar begonnen, diesmal ist es noch schlimmer gekommen. Sie wird den ganzen Winter ausfallen. Ein Trainingssturz in Königssee Anfang November war fatal. Sie fiel auf die linke Schulter, zog sich einen Knorpelschaden zu und musste operiert werden. Noch trägt sie eine Schleife, mit richtigem Reha-Training kann sie erst Mitte Dezember beginnen. „Ich bin leider anfällig für solche Verletzungen“, sagt Robatscher, die mit Schulter-Operationen schon Erfahrung hat und deshalb auch genau weiß, was sie jetzt erwartet. Sie rechnet damit, dass sie im April wieder richtig trainieren und sich bestmöglich auf die Olympia-Saison 2022 vorbereiten kann. Denn auch wenn die Enttäuschung im ersten Moment riesig war und auch Tränen geflossen sind, so lässt sie sich nicht unterkriegen. „Ich bin eine Kämpferin und werde es wieder schaffen“, kündigt sie jetzt schon an. SANDRA ROBATSCHER Geburtsdatum und -ort: 13. Dezember 1995 in Bozen Wohnort: Tiers Sportgruppe: Heer

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