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Wintersport 2020/21

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18 SPORT D |

18 SPORT D | 2020 SKI ALPIN Tobias Kastlunger Der Silbergewinner im Riesentorlauf der Junioren-WM 2019 redet nicht lange um den heißen Brei herum: „Natürlich liegt mein Fokus heuer beim Europacup. Dort will ich im Riesentorlauf und im Slalom vorne mitfahren. Aber ich will auch im Weltcup an die Tür klopfen. Ziel ist, dort im kommenden Winter zu debütieren.“ Tobias Kastlunger weiß, was er will. Den Ehrgeiz und die Entschlossenheit bekam er nicht nur von Trainervater Klaus Kastlunger (er machte sich als Betreuer der Mölgg-Geschwister einen Namen) vererbt, sondern bekommt es beim fast täglichen Training mit seinem Vorbild, Mentor und Antreiber Manfred Mölgg vermittelt. „Manni ist für mich sehr wichtig. Zu ihm kann ich aufschauen, er ist wie ein großer Bruder für mich. Und er zieht mich auch an den Ohren, wenn es sein muss.“ Der Fischer-Fahrer hat im Vorjahr im Europacup mit 2 Top-7-Platzierungen im Slalom seine besten Ergebnisse erzielt, aber auch im Riesentorlauf und in der Super-Kombi gepunktet. Sein Fokus liegt auf den technischen Disziplinen, er will aber auch in Abfahrt und Super-G konkurrenzfähig sein, da er nur allzu gerne auf die Kombination schielt. TOBIAS KASTLUNGER Geburtsdatum und -ort: 9. September 1999 in Bruneck Wohnort: St. Vigil in Enneberg Sportgruppe: Finanzwache Hannes Zingerle Der Unglücksrabe Es war kurios: Obwohl topfit, durfte Hannes Zingerle in Sölden nicht starten. Was war passiert? Weil das Rennen kurzfristig um eine Woche vom 25. auf den 18. Oktober vorverlegt wurde, Zingerle wegen einer alten Verletzung aber noch bis zum 19. Oktober auf der sogenannten „injury list“ stand, durfte er nicht teilnehmen. Das war schlimm, und ich war maßlos enttäuscht“, blickt der 25-Jäh- „ rige zurück. „Aber das ist Vergangenheit, an der ich nichts mehr ändern kann.“ Die „alte“ Verletzung war ein Syndesmosebandriss im rechten Sprunggelenk, den sich Zingerle im Jänner beim Europacupslalom in Vaujany in Frankreich zuzog. Damit war für ihn die bis dahin positive Saison vorzeitig gelaufen. Er versuchte zwar, ab Mitte Februar wieder zu fahren, was aber nicht mehr ging. Und dann kam Corona. „Ich habe die Zeit genutzt, die Verletzung auszukurieren“, blickt Zingerle zurück. „Zu Hause konnte ich mit meinem älteren Bruder Alex – ebenfalls ein Skirennfahrer – Kondition bolzen, seit Juni stehe ich wieder auf Ski und habe die gesamte Vorbereitung problemlos mitgemacht.“ Umso schmerzhafter war seine Nichtberücksichtigung für Sölden aus bürokratischen Gründen. Dafür soll es im morgigen Parallel-Rennen in Lech/ Zürs klappen. Zumal sein Saisonziel ist, heuer beständig unter die Top 30 zu fahren. Im Vorjahr holte er als 27. (in Beaver Creek) und 28. beim Heimrennen in Alta Badia 2 Mal Weltcuppunkte. Was ihm Mut macht, sind die Trainingsleistungen. Dort liegt er bei den Zeitvergleichen mit Luca De Aliprandini, Gianni Borsotti und Roberto Nani in etwa gleich auf, wohl wissend, dass Training und Rennen 2 Paar Schuhe sind. „Zum Riesentorlaufteam gehört auch noch Ricky Tonetti, und mit Cheftrainer Roberto Lorenzi sowie Walter Girardi und Giancarlo Bergamelli haben wir ein Top-Trainerteam. Wir brauchen uns vor niemandem zu verstecken.“ Die Trainer sollen den 1,84 m großen und 82 kg schweren Modellathleten auch unterstützen, mehr Konstanz zu erreichen, die Fehler während eines Laufes zu minimieren. Dann ist die Zeit reif dafür, dass Südtirol nach Manni Mölgg, Riccardo Tonetti und Simon Maurberger einen weiteren Riesentorläufer von Weltklasseformat in seinen Reihen hat. HANNES ZINGERLE Geburtsdatum und -ort: 11. April 1995 in Bruneck Wohnort: Stern im Abtei Sportgruppe: Carabinieri Foto © Mattia Davare

SKI ALPIN SPORT D | 2020 19 Alexander Prast Der Neue Für Alexander Prast hat eine neue Zeitrechnung in seiner Ski-Karriere begonnen. In dieser Saison gehört der 24-jährige Bozner mit Wohnort in Terlan erstmals der Weltcup- Mannschaft an. Und er darf nicht nur mit Paris und Co. trainieren, er hat auch Startrecht in allen Weltcup- Super-G’s dieses Winters. Das hat er sich als Zweiter der Disziplinwertung im Europacup verdient. Er hat im vergangenen Winter auch seinen ersten Sieg im Europacup feiern dürfen. Das war Mitte Dezember in Zinal, natürlich im Super-G. „Das ist eine ganz andere Qualität, wenn du mit dem A-Team trainieren kannst. Du hast den Vergleich mit den Besten und bist sozusagen wieder der Anfänger, weil du neu bist. Im Europacup-Team war ich ja schon einer der Älteren“, erzählt Prast. Von den Stars konnte er sich im Training etwas abschauen. „Sie haben mir auch Tipps gegeben“, freut sich der Neue im Team. Es ist nicht so, dass der Weltcup für Prast totales Neuland ist. Aber bisher ist er eben nur sporadisch eingesetzt worden, hat es in den letzten 3 Jahren auf 14 Einsätze gebracht. Punkte gab’s bisher nur für einen 28. Platz in der Kombination von Wengen im Jänner 2020. Er weiß, dass er diese Chance nutzen muss. Als 34. der FIS-Rangliste im Super-G hat er eine gute Startnummer bald einmal nach den Top-30. „Am Ende der Saison sollte ich in den Top- 30 sein“, gibt er das Minimalziel vor. In der Abfahrt hat Prast noch keinen Startplatz im Weltcup, möchte ihn sich aber erkämpfen. „Ich habe letzten Winter in der Abfahrt einige gute Rennen weg geschmissen“, bedauert Prast, der bei den letzten Weltcuprennen vor dem Saisonabbruch in Kvitfjell dabei war, trotz starker Trainingsleistungen aber in der Abfahrt nicht starten durfte. Der Super-G fiel dem Wetter zum Opfer. Prast glaubt, dass ihn das Training mit dem A-Team besser gemacht hat. „Ich habe einen Schritt nach vorne gemacht“, ist er überzeugt. Damit er das im Rennen umsetzen kann, müssen die Rennen freilich auch stattfinden. „Wegen Corona ist freilich vieles unklar. Aber ich nehme es gelassen, denn ich kann eh nichts ändern“, sagt Prast, der sich sehr gut vorbereitet fühlt. „Wir konnten viel Ski fahren, brachten es allein in Zermatt auf 20 Tage“ erzählt er. Körperlich habe er sich auch weiterentwickelt. Kurzum: Er geht davon aus, dass er sich in allen Belangen verbessert hat. ALEXANDER PRAST Geburtsdatum und -ort: 7. Juli 1996 in San Donà di Piave Wohnort: Terlan Sportgruppe: Carabinieri Florian Schieder Neuer Anlauf Er stand in der letzten Saison im Schatten seines Teamkollegen Alexander Prast. Der sicherte sich über den Europacup einen fixen Startplatz für alle heurigen Weltcup-Super-G’s. Aber auch Florian Schieder enttäuschte nicht: In 9 Weltcuprennen eroberte er immerhin 3 Mal Punkte, davon 2 Mal in der Kombination. „Es lief mittelmäßig“, gibt er sich selbstkritisch. „Natürlich hätte es besser laufen können, aber durch das Hin- und Hergehüpfe zwischen Welt- und Europacup war es nicht immer ideal“, blickt der 24-jährige Kastelruther zurück. Mit 4 Top-10-Platzierungen bei nur 8 Europacup-Starts hat Schieder eindrucksvoll bewiesen, dass er bereit ist für höhere Aufgaben. „Was ich unbedingt abstellen muss, sind die Fehler im Rennen. In den Trainings bin ich besser dabei“, analysiert er. Der Atomic-Fahrer gehört nach wie vor dem Europacup-Team an, während Prast in die Weltcupgruppe befördert wurde. Mit Cheftrainer Lorenzo Galli und Ex-Weltmeister Patrick Staudacher stehen dem sechsköpfigen Speedteam nur 2 Trainer zur Verfügung, was vor allem auf längeren Trainingsstrecken ein Nachteil ist. Dennoch ist Schieder, der im Sommer viel Zeit am elterlichen Bauernhof in Kastelruth verbringt und dort seinem Vater bei der Arbeit im Stall gerne unter die Arme greift, zuversichtlich: „Wir konnten in den letzten Monaten am Stilfser Joch, im Pitztal und in Cervinia hervorragend trainieren. Die neue Saison kann kommen.“ FLORIAN SCHIEDER Geburtsdatum und -ort: 26. Dezember 1995 in Bozen Wohnort: Kastelruth Sportgruppe: Carabinieri

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