Aufrufe
vor 2 Jahren

Wintersport 2020/21

  • Text
  • Alpin
  • Sprint
  • Dezember
  • Weltcup
  • Fisi
  • Rennen
  • Februar
  • Raiffeisen
  • Geburtsdatum
  • Saison

10 SPORT D |

10 SPORT D | 2020 SKI ALPIN Riccardo Tonetti Die WM im Blick Riccardo Tonetti fiebert den Weltcup-Riesentorläufen in Val d’Isere entgegen. Dort beginnt für ihn die Saison nach einer recht problematischen Vorbereitung. Bei einem kapitalen Sturz Anfang September im Super-G-Training hat er sich gleich 2 Brüche (Mittelhandknochen und Fußknöchel) zugezogen und konnte erst in der letzten Oktober- Woche erstmals wieder Ski fahren. Rennmäßig trainieren kann er erst seit 2 Wochen. Deshalb ist für ihn auch das Parallelrennen in Lech/Zürs zu früh gekommen. In seiner stärksten Disziplin, der Kombination, gibt es in dieser Saison nur ein Rennen: die Weltmeisterschaft in Cortina d’Ampezzo. Die Weltcuprennen sind alle gestrichen worden. Tonetti ist Dritter der Weltcup-Startliste und geht deshalb davon aus, dass er für die WM in dieser Disziplin fix nominiert wird. Aber das reicht ihm nicht. „Es ist schon mein Ziel, mich auch im Riesentorlauf für die WM zu qualifizieren“, stellt er klar. Tonetti hat Cortina 2021 schon fest im Blick. Auf dem Weg dorthin möchte er freilich vorher schon Erfolgserlebnisse sammeln. Im Riesentorlauf will er erst einmal schnell zurück in die Top-30 der Weltcup-Startliste. Da ist er ganz knapp heraus gefallen, weil er in Hinterstoder nach einer überragenden Fahrt im 2. Lauf kurz vor dem Ziel ausgeschieden ist und danach wegen Corona kein Rennen mehr gefahren wurde. „Dieses Wochenende in Hinterstoder hat mich schon geärgert, aber es hat mir auch gezeigt, was ich drauf habe“, blickt Tonetti auf ein Weltcup- Wochenende zurück, in dem er seinem ersten Podestplatz im Weltcup so nahe war wie noch nie. In der Kombination war er Vierter nach dem Super-G, hat aber dann den Slalom verbremst. Überhaupt war es seine vermeintlich stärkere Disziplin, in der es gehapert hat. In Wengen war er nach Rang 7 in der Abfahrt auch als Sieg-Kandidat gehandelt worden, konnte sich dann aber nur um einen Rang verbessern. Für diesen Winter hatte er sich auch vorgenommen, mehr Speed-Rennen zu bestreiten. Nach der Verletzung fehlt ihm jetzt allerdings das nötige Training. Trotzdem gibt er seine Speed-Ambitionen nicht auf. „Allein schon im Hinblick auf die Kombination bei der WM ist es wichtig, dass ich vorher ein paar Rennen fahre, aber wo das sein wird, das müssen wir erst entscheiden“, sagt er. Vielleicht ja schon beim Heim-Weltcup in Gröden. RICCARDO TONETTI Geburtsdatum und -ort: 14. Mai 1989 in Bozen Wohnort: Bozen Sportgruppe: Finanzwache

SKI ALPIN SPORT D | 2020 11 Nicol Delago Nie zufrieden In der Schule wäre sie wohl so etwas wie eine Vorzeigeschülerin. Eine, die immer nachfragt, die sich kaum einmal mit einer Antwort zufrieden gibt. So ist Nicol Delago auch auf der Skipiste. Für die 24-jährige Grödnerin rückt der erste Weltcupsieg immer näher. Woran sie noch arbeiten muss, ist die Konstanz. Es war eine Saison mit 2 Gesichtern: Zum einen stieg sie mit den zweiten Plätzen von Lake Louise (Super- G) und in Altenmarkt-Zauchensee (Abfahrt) 2 Mal auf das Podest, zwei weitere Male klassierte sie sich in den Top 10. Aber dann waren da auch mehrere Abstürze, wie Rang 40 in der 2. Abfahrt von Bansko oder Rang 32 im Super-G von La Thuile. Nicol Delago weiß um ihre Schwächen und geht auch entsprechend selbstkritisch damit um: „Wer meint, dass ich ausgelernt habe, der täuscht sich. Ich habe noch gewaltiges Verbesserungspotenzial, in jeder Hinsicht. So haben in mehreren Rennen wichtige Faktoren nicht mitgespielt, egal ob technischer oder mentaler Natur.“ Wo sie sich verbessern will und muss, ist im Riesentorlauf. Entsprechend wurde diese Disziplin in der bisherigen Saisonvorbereitung forciert, wobei Delago in der Gruppe mit den Spezialistinnen Francesca Marsaglia, Roberta Melesi und Laura Pirovano auch optimale Vergleichsmöglichkeiten hatte. Ansonsten gilt die gleiche Maxime wie immer: „Skifahren ist Freude, und ich mache es mit Herz. Dass Rückschläge und schwierige Momente jederzeit dazu gehören, haut mich nicht um. Ich versuche, aus jeder Situation das Beste zu machen und daraus zu lernen.“ Das Ende der vergangenen Abbruchsaison ging an Nicol Delago eher schmerzlos vorüber. Sie hat den Vorteil, mit der nicht ganz 2 Jahre jüngeren Schwester Nadia trainieren zu können. Und dies im Elternhaus in traumhafter Lage unterhalb des Langkofels. „Wir haben vormittags trainiert und konnten den restlichen Tag perfekt abschalten. Mittags hielt ich mich oft in der Küche auf, um neue Rezepte meiner Omas Agnes und Christina auszuprobieren. Vor allem Süß- und Nachspeisen haben es mir angetan.“ Erst nach und nach, als das Leben wieder seinen gewohnten Gang nahm, kam auch Trockentrainer Günther Taschler, der eigentlich der Trainer der Kunstbahnrodler ist, öfter nach Gröden. „Ich arbeite mit ihm schon NICOL DELAGO Geburtsdatum und -ort: 5. Jänner 1996 in Brixen Wohnort: Wolkenstein Sportgruppe: Finanzwache seit Landeskaderzeiten zusammen, er kennt meine körperlichen Defizite bis ins Detail.“ Weiterhin verlassen kann sich die Hundeliebhaberin – Samojede-Hund Mika ist immer an ihrer Seite – auf ihren Atomic-Servicemann Christoph Atz, der auch ihre Schwester Nadia betreut. Nicht gefehlt hat ihr das November- Überseetraining in Copper Mountain, wo die Speed-Spezialisten die letzten Jahrzehnte immer den Feinschliff erhielten. „Wir waren in Schnals, in Sulden und zuletzt in Cervinia. Dort konnten wir auf einer Strecke von 1.40-Minuten Abfahrt trainieren. Es war perfekt.“ Sind in der Küche ein tolles Team: Nicol Delago und Oma Agnes.

© 2017 Weinbergweg 7 | 39100 Bozen | MwSt.-Nr.: IT00853870210 | Tel. 0471 081 561 | Fax 0471 081 569 | info@mediaradius.it