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42 Nr.

42 Nr. 2/2020 PORTRAIT Kronplatz & wieder zurück Andreas Dorfmann, Ingenieur, Manager und Wintermacher. Er ist das, was man einen Vollblutmanager nennt. Planen, analysieren, kalkulierte Wagnisse eingehen, Lust am Aufbauen, am Machen, am Organisieren, am Visionendurchsetzen und Grenzenüberschreiten. Hundertprozentiger Einsatz rund um die Uhr. Das ist Andreas Dorfmann. Von 2004 bis 2012 und ab Juni 2020 wieder Geschäftsführer der Kronplatz Seilbahn AG und von 2012 bis Juni 2020 CEO von Demaclenko, ein weltweit führendes Unternehmen für Beschneiungsanlagen. Sein Leben ist eine Erfolgsgeschichte. Andreas Dorfmann, Jahrgang 1968, stammt, wie er selbst sagt, aus einfachen bäuerlichen Verhältnissen, und er ist stolz darauf. Er bezeichnet sich auch als bodenständigen Menschen, auch wenn er gerade in den letzten Jahren als Kopf eines international tätigen Konzerns, mit mehreren Filialen weltweit, ein typisches Managerleben gelebt hat und zwischen China, Russland, USA und diversen europäischen Ländern hin und her gejettet ist. „Es ist nicht so, dass ich das brauche, was für mich im Leben wirklich zählt, sind andere Dinge.“ Neben dem Erfolg bei der Arbeit, der guten Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern und Kunden, dem Erreichen von – zugegeben – sehr hoch gesteckten Zielen, ist es allen voran „die wunderbare Familie“, der er jetzt wieder mehr Zeit widmen möchte. Seine Frau Martha und die Kinder Simon (12) und Lena (8) freuen sich darauf. Andreas Dorfmann bedankt sich bei Alessandro Marzola für die gute Zusammenarbeit bei der Realisierung der Beschneiungsanlage auf der Plose. Wer wagt gewinnt – Mobilität Pustertal Nach dem Studium der Elektrotechnik an der TU Wien war Dorfmann ein Jahr als Techniklehrer an der TFO tätig, bevor er sich für eine Karriere in der Industrie entschied. Nach neun Jahren internationaler Arbeitserfahrung übernahm er 2004 die Stelle als Direktor der Kronplatz Seilbahn AG. In den folgenden sieben Jahren gelang es ihm, Jahr für Jahr neue Projekte auf dem Skiberg umzusetzen. Das Highlight für die nachhaltige regionale Entwicklung war die Verwirklichung des Projekts Ried, eines Eisenbahnanschlusses Kronplatz

PORTRAIT Nr. 2/2020 43 mit Talstation und Zughaltestelle in Percha und somit der Vernetzung der Skigebiete im Pustertal – Kronplatz, 3 Zinnen Dolomites und in Zukunft Gitschberg und Sillian – im Halbstundentakt; eine Errungenschaft für alle Ortschaften und Betriebe, die nicht direkt an der Piste liegen. Vom Ferienquartier zum Bahnhof, vom Zug – welcher dank der Mobilcard kostenfrei ist – in die Gondel und von dort in Nullkommanix auf 2.275 Meter Seehöhe, den atemberaubenden Blick genießen, Skier anschnallen und los geht es. Gegen zunächst große Widerstände, aber aufgrund einer positiven Umweltverträglichkeitsprüfung, setzte Dorfmann diesen Plan im Rahmen eines 25 Millionen-Projekts um. Dabei entstanden die neue sieben Kilometer lange Familienpiste Ried und eine bequeme Zug-Gondel-Anbindung zum Kronplatz. Das Projekt trägt auch zur Verkehrsentlastung der viel befahrenen Pustertaler Straße bei und ist gleichzeitig eine Nahverkehrserschließung für das gesamte Pustertal mit der Verbindung nach Bozen und Lienz. Andreas Dorfmann ist mit Recht stolz auf das Projekt Ried. Bis heute ist er Präsident des damals gegründeten Pustertaler Mobilitätskonsortiums. „Ich habe sozusagen immer einen Fuß im Pustertal gelassen.“ Bis an die Spitze des Weltmarkts Der Aufbau von Demaclenko, das aus der Fusion zweier Unternehmen entstanden ist, ist eine absolute Erfolgsgeschichte wie im Bilderbuch. Dorfmann hat Demaclenko, das zur HTI-Gruppe (Leitner-Gruppe) gehört, nicht nur aufgebaut, sondern dem Unternehmen auch eine Seele, eine Mission und eine Identität verpasst, in der sich das gesamte Team wiedererkennt. Demaclenko projektiert, entwickelt, produziert und verkauft schlüsselfertige Beschneiungssysteme sowie Anlagenkomponenten und zählt heute als Referenzmarke weltweit zu den absolut etablierten Marktführern. Andreas Dorfmann ist es gelungen Demaclenko von einem regionalen Anbieter zu einem Global Player aufzubauen, mit Filialen und Verkaufsstellen in allen Wintersportdestinationen weltweit. 2012 hat er seine Mammutaufgabe mit gut 20 Mitarbeitern begonnen, mittlerweile arbeiten 165 Mitarbeiter daran, das Unternehmen weiterhin international stark aufzustellen und dem Markt mit Best-in-Class-Produkten eine echte Alternative zu bieten. In den vergangenen acht Jahren wurden Produkte und Kompetenzen konsequent aufgebaut und der Umsatz von 7 Millionen Euro auf 50 Millionen gesteigert. Durch kontinuierliche Investitionen in die Weiterentwicklung und Optimierung der Produkte und Dienstleistungen wurden einzigartige Produkte am Markt lanciert, die Qualität und Zuverlässigkeit sowie Effizienz und Design auf einen gemeinsamen Nenner bringen. Nach herausfordernden und sehr erfolgreichen acht Jahren sieht Andreas Dorfmann im Umzug in die neue Firmenzentrale in Sterzing einen bedeutenden Meilenstein seiner Arbeit erreicht und seine zu Beginn übernommene Aufgabe mit großer Genugtuung als erfüllt. Genau zu diesem Zeitpunkt hat sich Andreas Dorfmann entschieden, Abschied zu nehmen. Es zieht ihn zurück an seinen Hausberg, und er wird ab Juni wieder die Geschäftsführung der Kronplatz Seilbahn AG übernehmen. Man darf gespannt sein, welche neuen Projekte er dort aus der Taufe heben wird. Stillstand scheint ihm jedenfalls nicht zu liegen. Die Region mitgestalten Apropos Stillstand: Wie lebt Andreas Dorfmann den Covid-19-Lockdown? Nach wie vor hat er viel zu tun, und die Wochenenden verbringt er mit der Familie. Seine Kinder haben Watten und Schnellen gelernt, und seit die Quarantänebestimmungen gelockert wurden, ist er mit der Familie viel unterwegs, zu Fuß und mit dem Mountainbike. Seinen Kindern möchte er Naturverbundenheit näherbringen und ihnen bewusst machen, dass es ein Privileg ist, in einer so schönen Heimat leben zu dürfen. Sein nächstes Ziel? „Ich habe gute und auch schwere Zeiten hinter mir, ich habe Positives geleistet, aber auch Fehler gemacht und viel daraus gelernt. Gerade die vergangenen Wochen im Ausnahmezustand waren Denkanstoß, um Bewährtes zu hinterfragen, an adaptiven Modellen zu arbeiten und die Weichen für die Zukunft zu stellen. In diesem Sinne möchte ich meine Region nachhaltig mitgestalten und prägen.“ Nicole D. Steiner v.l: Martin Leitner, Igor Marzola und Andreas Dorfmann bei der feierlichen Übergabe des 1.000sten Schneeerzeugers Betriebsausflug der Belegschaft der Kronplatz Seilbahn AG zur Zugspitze im Jahre 2009

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