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34 Nr.

34 Nr. 2/2020 AKTUELL Corona-Regeln für die Arbeitswelt Das Coronavirus hält die Welt weiterhin in Atem. Der Weg zurück zu einer Normalität wie vor der Pandemie wird ein langer und beschwerlicher sein. Die Rückkehr in den Berufsalltag kann nur kleinschrittig und unter Einhaltung strenger Schutzmaßnahmen erfolgen. Nach der wochenlangen Schockstarre wagt die Wirtschaft ein vorsichtiges Herantasten an die Wiedereröffnung von Industrie-, Einzelhandels- und Gastronomiebetrieben. Sowohl Geschäfte als auch Bars, Restaurants und Friseure werden aber nur unter strengen Hygienevorkehrungen ihre Kunden bedienen dürfen. Das Tragen von Mund-Nasen- Schutz, regelmäßige Desinfektion von Arbeits- und Kontaktflächen sowie das Wahren des Sicherheitsabstands von mindestens einem Meter werden den Betriebsalltag in den nächsten Monaten prägen und viele Arbeitsprozesse beeinflussen. Welche Vorkehrungen Unternehmen treffen müssen, gibt das „Gemeinsame Protokoll für die Regelung der Maßnahmen zur Bekämpfung und Eindämmung der Verbreitung des Virus Covid-19 am Arbeitsplatz“ vom 24. April 2020 vor. Dort heißt es unter anderem: „Die Fortsetzung der Produktionstätigkeiten ist nur unter Bedingungen möglich, die den arbeitenden Personen ein angemessenes Schutzniveau gewährleisten.“ Sicherheitsmaßnahmen für Unternehmen Das Dokument gibt operative Hinweise zu Verfahrensregeln und Verhaltensweisen am Arbeitsplatz vor, die die Sicherheit von Mitarbeitern und Kunden gewährleisten sollen. Der Fokus dieser Maßnahmen liegt in erster Linie auf der Reinigung und der hygienischen Sanierung von Räumlichkeiten, Arbeitsplätzen oder gemeinschaftlichen Aufenthaltsräumen. So sollen nach Schichtende Tastaturen, Touch-Screens oder gemeinsame Arbeitsflächen und Werkzeuge sorgfältig desinfiziert und gereinigt werden. Auch die Mitarbeiter werden dazu angehalten, sich an alle hygienischen Vorsichtsmaßnahmen zu halten. Dazu zählen vor allem häufiges Händewaschen, die Beachtung der Nies- und Hustenetikette sowie die Einhaltung des Mindestabstands von einem Meter. Für Ladenlokale gelten weitere Regeln wie beispielsweise das Tragen eines Mund- Nasen-Schutzes. Zusätzlich haben bereits zahlreiche Geschäfte ihren Kassen-

AKTUELL Nr. 2/2020 35 bereich mit Schutzschildern aus Plexiglas ausgestattet, um das Ansteckungsrisiko für das Personal zu minimieren. Solche durchsichtigen Trennwände könnten eine gute Lösung auch für Unternehmen sein, die aus Platzgründen den geforderten Mindestabstand zwischen ihren Mitarbeitern nicht einhalten können. Baugewerbe und Handwerk Das Abstandsproblem ergibt sich auch in vielen handwerklichen Betrieben sowie auf Baustellen, wo aufgrund der Tätigkeitsbeschaffenheit nicht immer Distanz gewahrt werden kann. In solchen Fällen sieht das Protokoll folgende Maßnahmen vor: „Sollte es aufgrund der Arbeitstypologie erforderlich sein, in Abständen von weniger als einem Meter zu arbeiten, und sollten keine anderen organisatorischen Lösungen möglich sein, ist auf jeden Fall die Verwendung von Mundschutz und anderen Schutzausrüstungen (Handschuhen, Brillen, Anzügen, Hauben, Kitteln usw.) gemäß den Bestimmungen der wissenschaftlichen und sanitären Behörden notwendig.“ Für die Baubranche gelten seit Kurzem einige Lockerungen. Dazu zählt das Aufheben der Beschränkung, die die Anwesenheit von maximal fünf Arbeitern auf Baustellen im Freien erlaubt. Trotz dieser Lockerung müssen weiterhin alle Sicherheitsbestimmungen und Richtlinien eingehalten werden. Herausforderungen für die Gastronomie Die Corona-Krise stellt auch den Gastronomiesektor vor eine noch nie dagewesene Herausforderung. Nach der wochenlangen Schließung dürfen Lokale mittlerweile wieder Speisen zum Mitnehmen anbieten. Laut dem von Premierminister Giuseppe Conte vorgestellten Plan für Maßnahmenlockerungen können Lokalbetreiber erst ab dem 1. Juni wieder Gäste bedienen. Die Freude unter den Wirten dürfte allerdings verhalten ausfallen, denn die Öffnung von Bars, Cafés und Restaurants ist an strenge Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen geknüpft. Diese umfassen einen Mindestabstand von einem Meter zwischen den Tischen, wenn möglich separate Türen für Ein- und Ausgänge und bargeldloses Bezahlen. Ob und welche Maßnahmen zusätzlich eingehalten werden sollen, muss noch geklärt werden. Ein Blick über die Grenze nach Tirol zeigt, wie diese aussehen könnten. Dort hat eine Expertengruppe in Abstimmung mit dem Land Vorschläge für „Corona- Verhaltensregeln“ in Lokalen erarbeitet. Neben den bereits geltenden Sicherheitsvorkehrungen wie Abstand, Mundschutz und regelmäßige Desinfektion sollen auch „Time Slots“ (Zeitfenster) für die Bedienung der Gäste und eine angepasste Maximalbelegung der Tische eingeführt werden. Auch die Umgestaltung der Räumlichkeiten mithilfe von Plexiglas-Schutzscheiben ist für manche Betreiber denkbar. Tourismus trotz Corona? Die Tourismusbranche droht der größte Verlierer der Corona-Krise zu werden. Während sich der Sommer mit großen Schritten nähert, wird nur sehr vorsichtig und unverbindlich über mögliche Lockerungen im Tourismussektor diskutiert. Dennoch steht jetzt schon fest: Hotelbetreiber werden strikte Vorschriften einhalten müssen, um die Sicherheit von Personal und Gästen gewährleisten zu können. Neben Abstandhalten, Mundschutz und Desinfektion sind auch die räumliche Umgestaltung der Speiseräume sowie das Streichen von Buffettangeboten denkbar. Wie die Schutzmaßnahmen für Belegschaft und Gäste im Konkreten aussehen werden, muss in den nächsten Wochen noch beschlossen werden. Unterdessen arbeitet auch der italienische Alpenverein CAI zusammen mit Hüttenbetreibern, Virologen und Epidemiologen fieberhaft an einem Plan für die Öffnung der 326 Vereinshütten, der in Kürze den Behörden vorgestellt werden soll. Aufgrund der räumlichen Verhältnisse in den meisten Herbergen könnte sich das Einhalten der nötigen Hygiene- und Abstandsmaßnahmen als besonders schwierig erweisen. Trotzdem ist der Alpenverein guter Hoffnung, eine Lösung für Personal und Gäste gefunden zu haben: Jeder Hüttenwirt soll ein Covid-Kit mit einem Thermometer, einem Pulsoxymeter und einem Ozonisator erhalten. Die Ausstattung der Mitarbeiter mit Mund- Nasen-Schutz und Handschuhen sollte ebenfalls gewährleistet sein. Zusätzlich könnten weitere Maßnahmen wie das verstärkte Einsetzen von Zelten in der Nähe der Hütte, das zeitlich gestaffelte Essen in kleinen Gruppen und die Ausstattung mit Schutzvorrichtungen zwischen den Schlafplätzen in den Lagern helfen, die Sommersaison doch noch zu retten. Cvetina Kaneva

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