Aufrufe
vor 4 Monaten

Südtirols Top 100 2021

  • Text
  • Unternehmensnachfolge
  • Wirtschaft
  • Steuerzahler
  • Ranking
  • Personalkosten
  • Umsatz
  • Emotionen
  • Branchen
  • Top 100
  • Wertschöpfung
  • Listen
  • Mitarbeiter
  • Millionen
  • Meran
  • Brixen
  • Gesamtleistung
  • Trento
  • Bruneck
  • Italia
  • Unternehmen

68 Nr.

68 Nr. 4/2021 TIROL Im Norden (fast) nichts Neues Wie bitte? Aber es ist doch Pandemie. Stimmt. Aber zumindest in ökonomischer Hinsicht hat das Coronavirus weniger im Ranking der Top-500-Unternehmen Tirols umgerührt, als vielleicht zu erwarten war. Das liegt auch daran, dass der Staat mit beispiellosem finanziellen Aufwand eingesprungen ist, als weite Teile der Wirtschaft vorübergehend nicht mehr wirtschaften durften. Gleich in mehrfacher Hinsicht wird den Menschen diese Pandemie – sie ist noch nicht vorbei – als Zäsur in Erinnerung bleiben. Das öffentliche, kulturelle und in weiten Teilen auch wirtschaftliche Leben wurden abrupt aus der Bahn geworfen, die Dinge gingen von einem Tag auf den anderen nicht mehr ihren gewohnten Gang. Die Musik auf den Balkonen ist inzwischen verstummt, ebenso wie der Beifall für die Beschäftigten im Gesundheitssektor, allen voran jene im Spitalswesen, die teilweise an ihre Grenzen gekommen sind. Das öffentliche Leben ist zurückgekehrt, die Wirtschaft trotz mehrerer Lockdowns weniger arg gebeutelt – von Zerstörung gar nicht erst zu reden – als die allermeisten Experten wie Laien angenommen, nein befürchtet haben. Unternehmen, die schon vor dieser Krise keine positive Fortführungsprognose und damit schlechte Zukunftsaussichten hatten, werden vom Tropf genommen und untergehen. Daraus wird Neues entstehen, vielleicht sogar besseres. Wieder andere Unternehmen, die vor Corona grundsolide waren, werden es in der weit überwiegenden Mehrzahl danach auch noch und – so sie diese Phase genutzt haben, um sich über ihre Geschäftsmodelle Gedanken zu machen – sogar vielfach besser aufgestellt sein. Fachkräfte wurden und werden jederzeit gesucht, meist sogar händeringend. Daran hat Corona nicht wirklich etwas geändert. Kalte Betten per Verordnung Auch unser Nachbarland Tirol ist keine Insel. Das hat sich an den Höhepunkten der Corona-Krise schmerzlich bemerkbar gemacht. Wenn bei der Reisefreiheit die Stopptaste gedrückt wird und ganze Wirtschaftssektoren wie die Beherbergung und Gastronomie und auch Teile des Handels dichtgemacht werden, befindet sich der ansonsten so resiliente Tourismus plötzlich im freien Fall. Im vergangenen Tourismusjahr (1. November 2019 bis 31. Oktober 2020), das sich bis zum Beginn der Krise anschickte, ein weiteres Rekordjahr zu werden, war ein Rückgang um 22,4 Prozent bei den Übernachtungen bzw. 29,3 Prozent bei den Ankünften zu verzeichnen. Es hätte noch schlimmer kommen können. Ein relativ guter Sommer 2020 mit zwischenzeitlicher Entspannung der Lage hat weit Schlimmeres verhindert. Was bleibt, ist ein dickes Minus und die Gewissheit, dass der Fremdenverkehr verwundbarer ist als angenommen. Und ein Nachdenken über die Zukunft des Tourismus, der weiterhin aus Tirols Wirtschaftsgefüge nicht wegzudenken sein wird, selbst wenn das Ziel sein muss, die wirtschaftliche Abhängigkeit zu reduzieren und konsequent und zugunsten der Preisdurchsetzung der Qualität den Vorzug vor der Quantität zu geben. Starke Produktion Als erfreulich widerstandsfähig hat sich der produzierende Bereich und darin vor allem die Industrie und der Bau HAUS VILLA APARTMENT sanieren . bauen . leben 10 Handwerksbetriebe 1 Ansprechpartner PARTNER AM WERK www.workplus.biz

AKTUELL Nr. 4/2021 69 erwiesen. Dieser stellt – auch aufgrund der Unternehmensgrößen fast naturgemäß – die Speerspitze der Tiroler Wirtschaft dar, wenn es nach den Leistungsdaten geht. Unter den Top Ten der besten 500 herrschte kaum Bewegung. Krösus ist wie im Vorjahr die Sandoz GmbH, gefolgt von der Innio Jenbacher GmbH, welche die TIWAG auf Platz drei verdrängt hat. Die STIHL Tirol GmbH stieß vom zehnten auf den achten Platz vor. Die besten zehn werden von der D. Swarovski KG, die durchaus ein bewegtes Jahr hinter sich hat, abgeschlossen. Einen großen Sprung nach vorne hat die BeMo Tunnelling GmbH gemacht, die auf die Errichtung und Sanierung von Ingenieursbauwerken aller Art spezialisiert und von Rang 70 auf den 23. Platz vorgedrungen ist. Der erste Neuzugang reiht sich auf Platz 39 ein. Es handelt sich dabei um die Balmung Medical Handel GmbH, die mit medizintechnischen Produkten handelt und in Langkampfen ansässig ist. Das relativ unauffällige, weil statische Ranking darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass erst im Laufe dieses und zu Beginn des kommenden Jahres Bewegung in die Wirtschaft kommen wird. Wenn die staatlichen Corona- Hilfspakete auslaufen und alle Gläubiger zeitgleich zu ihrem Geld kommen wollen, dürfte sich doch ein etwas anderes Bild als heuer bieten. Zum jetzigen Zeitpunkt „Guat is gangen, nix is g’schehn“ zu sagen, wäre also verfrüht. Zwei blaue Augen In der Wirtschaft herrscht Aufbruchstimmung, auch wenn das Vorkrisenniveau heuer in den meisten Branchen noch teils deutlich verfehlt werden dürfte. Das gilt vor allem für die in Tirol besonders wichtigen Branchen Beherbergung und Gastronomie. Daher wird in Tirol der Aufschwung etwas gemächlicher ablaufen als im Bundesschnitt. Es wird von einem Wirtschaftswachstum von um die zwei Prozent ausgegangen. Doch das Risiko ist trotz weiterer Öffnungsschritte noch nicht gebannt. Vieles wird von der weiteren Akzeptanz der Impfung, deren Effektivität und der Entwicklung des Coronavirus abhängen. Österreich und Tirol scheinen mit einem, in manchen Bereichen zwei blauen Augen davongekommen zu sein. Das auch deshalb, weil der Staat eingesprungen ist. Die Rekordausgaben, die zur Beherrschung der Situation getätigt wurden, muss der Steuerzahler schon bald rückerstatten. Ob das ohne Sparpakete und Steuererhöhungen gehen wird, darf bezweifelt werden. Das Ende der Pandemie hin zur Endemie ist in Sichtweite. Ob die Veränderungsdynamik danach angesichts anstehender Herausforderungen wie dem Klimawandel größer ist als die gesellschaftliche Trägheit, wird sich zeigen. Dass alles beim Alten bleibt, ist auszuschließen, führt man sich vor Augen, was Heraklit von Ephesos schon vor über 2.000 Jahren wusste: „Alles fließt, nichts bleibt.“ Und: „Die einzige Konstante im Universum ist die Veränderung.“ A new challenge. Every day. Start your career now!

© 2017 Weinbergweg 7 | 39100 Bozen | MwSt.-Nr.: IT00853870210 | Tel. 0471 081 561 | Fax 0471 081 569 | info@mediaradius.it