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Südtirols Top 100 2020

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74 Nr. 4/2020 AKTUELL Wie Südtirols Arbeitnehmer den Lockdown erlebt haben Hygieneartikeln und Schutzausrüstung sowie allgemein Reinigungs- und Desinfektionsfirmen. Diese haben in der Covid-19-Pandemie Umsatz und Gewinne gesteigert und in diesem Bereich sind auch zusätzliche Arbeitsplätze entstanden. Gerade weil sich die Covid-19-Einschränkungen in den Sektoren unterschiedlich manifestieren, ist nun eine differenziertere Betrachtung notwendig. Job-Sicherung vor „Schwarzer Null“ Das bedeutet auch besser zugeschnittene Hilfsmaßnahmen als jene in der „Notphase“. Damals war es wichtig, dass Staat und Landesregierung nach dem Prinzip „whatever it takes“ In der Sommerausgabe 2020 des AFI-Barometers wollte das AFI von Südtirols Arbeitnehmern wissen, wie sich der Lockdown auf ihren beruflichen Alltag ausgewirkt hat. Zunächst: Nach Aussage von 96 Prozent der Befragten hat Covid-19 den beruflichen Alltag in irgendeiner Form verändert, lediglich für 4 Prozent nicht. 43 Prozent haben Resturlaub aufgebraucht oder neuen Urlaub nehmen müssen, 25 Prozent Überstunden abgebaut, 29 Prozent wurden in den Lohnausgleich überstellt. Fasst man diese drei Kategorien zusammen kommt man zum Schluss: Für 58 Prozent war der Lockdown gleichbedeutend mit einem ‚zeitlich begrenztem Arbeitsausfall‘. Am anderen Extrem stehen 32 Prozent der Befragten, die angeben, sie hätten ‚mehr Arbeit gehabt als vor der Krise‘. Für 39 Prozent stand der Lockdown in Zusammenhang mit einer Änderung der Arbeitsweise: Vier von zehn Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer konnten in Homeoffice weiterarbeiten (mit Spitzen im Öffentlichen Sektor, im Verarbeitenden Gewerbe und in den Privaten Dienstleistungen). („alles was nötig ist“) die bevölkerungsübergreifende Beruhigungspille verschreiben, um eine Kernschmelze des Wirtschafts- und Finanzsystems zu verhindern. Auch die schwarze Null wurde richtigerweise dem Ziel der Sicherung von Jobs untergeordnet - die Jobs einige Monate lang kostet unterm Strich weniger als eine Massenarbeitslosigkeit über Jahre. Nun ist allerdings die Zeit reif, das Abfederungssystems neu zu justieren. Eine generelle Senkung oder Aussetzung der IRAP-Steuer für alle Unternehmen, wie im Frühsommer kolportiert, wäre das falsche Signal. Vorausgeschickt, dass die Corona-Krise Unternehmen und Wirtschaftszweige in Südtirol unterschiedlich hart, manche sogar überhaupt nicht trifft, braucht es eine Hilfe mit Augenmaß und nicht pauschale Steuergeschenke. Differen- www.thalerdesign.com WIR BRINGEN EDELSTAHL IN HOCHFORM Wir sind Ihr Ansprechpartner wenn es um die Verarbeitung von Edelstahl im Trinkwasserbereich geht. Bruneckerstraße 21B I-39030 St.Lorenzen T+39 0474 476066 www.aquatherm.it

AKTUELL Nr. 4/2020 75 zierung und nicht Pauschalisierung ist das Gebot der Stunde. Schöpferische Zerstörung Was wir im Lockdown nicht nur in Südtirol, sondern international erlebt haben, ist ein klassischer Prozess der „schöpferischen Zerstörung“ im Sinn des Innovationstheoretikers Joseph Alois Schumpeter. Die Innovativen unter den Unternehmen haben ihr Geschäftsmodell überdacht, neue Geschäftsfelder gesucht, mit neuen Arbeitsmodellen experimentiert, haben Ausschau nach neuen Märkten gehalten und neue Vertriebskanäle getestet. Im der ersten Jahreshälfte hat ein Digitalisierungsschub in ungeahntem Ausmaß stattgefunden. In den nächsten Monaten werden wir ein Fortschreiten der Erholung erleben, wir werden aber auch sehr viel Strukturwandel erleben. Durch den optimalen Einsatz von Mensch, Technologie und Organisation kann Südtirol jenen Produktivitätsschub erhalten, den es für die nachhaltige Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Landes braucht. Ein Blick nach vorne Zu Jahresende werden wir rückblickend feststellen können, dass Südtirols Wirtschaft noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen ist. Die Erholung dürfte sich in den letzten Jahresmonaten fortsetzen und – außer im Gastgewerbe – wieder das Beschäftigungsniveaus des Vorjahres erreichen. Entscheidend ist in den Folgemonaten, die Mittel des Recovery Plans gut einzusetzen, die öffentlichen Abfederungsmaßnahmen schrittweise zurückzufahren und differenzierter auszulegen, den Weg neuer Organisations- und Arbeitsmodelle konsequent fortzusetzen. Vor allem aber, eine Sensibilität zu entwickeln, die Kosten der Krise sozial gerecht verteilen zu wollen. Zum Autor Stefan Perini, Volkswirt, hat in seiner Zeit im WIFO der Handelskammer Bozen am Aufbau der Ausgabe Radius Top 100 mitgewirkt. Seit 2012 leitet er das AFI | Arbeitsförderungsinstitut. Seine Schwerpunktthemen: Zukunft der Arbeit, Konjunktur, Einkommen, Verteilung, Welfare, Wohnen.

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