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Südtirols Top 100 2014

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Georg Hochkofler 8

Georg Hochkofler 8 06/2014 aktuell aktuell 06/2014 Tel. 0471 081 563 9 Inserat: elektro gostner grafik@mediaradius.it Das Gewicht der Großen Schwächeln nach gutem Start Über Aufstiege, Abstiege, Abwanderungen und die Bedeutung der größeren Unternehmen für die Wirtschaft. Ein Gastkommentar von Robert Weißensteiner, Chefredakteur der SWZ. Vor 20 Jahren war die Würth Südtiroler Umsatzmeister. Dann hat die Aspiag die Führung übernommen und nicht mehr abgegeben. Manche Großen von einst gibt es heute nicht mehr, manche Kleinen haben sich ganz nach oben gearbeitet. Das ist ein Zeichen von Vitalität. Vor bald 20 Jahren hat die „Südtiroler Wirtschaftszeitung“ in Eigenregie zum ersten Mal eine Rangliste der 50 umsatzstärksten Unternehmen bzw. Unternehmensgruppen mit Sitz in Südtirol erstellt und veröffentlicht. Die Rangliste der Top 50 Die erste weitgehend vollständige Rangliste wurde für das Geschäftsjahr 1995 erstellt, aber erst die Reihung für das Jahr 1996 war so gut wie komplett. Damals stand die Firma Würth an der Spitze der Wertung – mit einem Umsatz von 652 Milliarden Lire (336,7 Millionen Euro) und 1.008 Mitarbeitern. Dahinter platzierte sich die spätere Seriensiegerin Aspiag/Despar vor dem Siliziumhersteller Memc – heute SunEdison –, der jetzt seinen Sitz in Novara hat. Vergleicht man die erste Rangliste mit der für das Jahr 2013, zeigen sich einige große Veränderungen. Einige Beispiele. 1996 lag das Unternehmen Braas Italia (ehemals Wierer) mit 124 Millionen Umsatz auf Platz 5. Aus Braas wurde Lafarge Roofing, dann Monier. Dieser Lieferant von Dachsystemen liegt heute mit einem Umsatz von 88 Millionen auf Platz 41 der Wertung. Platz sechs belegte einst Zuegg. Die Zuegg AG hatte schon damals die Produktion im Stammwerk in Lana eingestellt, unterhielt dort aber noch seinen Sitz. 1998 verabschiedete sich Zuegg ganz aus Südtirol, ist aber international und mit Werken in mehreren Staaten weiter gewachsen und würde sich unter die Top 15 in Südtirol reihen. Die beiden Speck- und Wurstwarenhersteller Senfter und Gasser lagen in der Wertung von 1996 auf den Plätzen 14 und 15; aber die Firma Gasser wurde dann von Senfter aufgekauft – und Senfter seinerseits ist Teil der Gruppe Grandi Salumifici Italiani mit Sitz in Modena geworden. Leitner war bereits vor bald 20 Jahren mit knapp 83 Millionen Umsatz eine feste Größe, doch hat sich das Unternehmen bzw. die Gruppe in der Folge sehr stark entwickelt und setzt heute weltweit 735 Millionen um. Robert Weißensteiner Unternehmen im Wandel Zu den Unternehmen, die einst in der Wertung waren, die es heute jedoch nicht mehr gibt (oder die nicht mehr in Südtirol tätig sind) zählen Zoogamma (Ex Hendrix) in Klausen, Manzardo (Konkurs), Sittam (Sitz heute in Cornaredo bei Mailand), Speedline (der Hersteller von Aluminiumfelgen hat die Produktion in Bozen geschlossen und gehört heute zur Gruppe Ronal) und Spadafora. Andere Unternehmen sind inzwischen fester Bestandteil der Rangliste, so die SEL-Gruppe, die Etschwerke, die Alimco Fin Holding, die VOG, die Durst-Gruppe, die Gruppe Dr. Schär, die AGBA (Barchetti), die Markas, die Fri-el, die TechnoAlpin, die Alupress-Gruppe, die Wierer Holding und einige andere. Der Vergleich der Ranglisten zeigt, wie sich die Unternehmenslandschaft ändert, wobei es Aufsteiger und Absteiger gibt – und Firmen, die sich konstant entwickeln wie etwa die Traditionsunternehmen Forst und Athesia oder auch die Finstral, die Loacker oder die Fercam. Zu den Aufsteigern gehört auch die Rubner-Gruppe – und das größte Auf und Ab hat wohl die Tecno Spot erlebt. Dieser Großhändler von Komponenten für Photovoltaikanalgen ist vor wenigen Jahren rapide auf einen Umsatz von 146 Millionen (2010) gewachsen, wurde an die Bayerische BayWa verkauft und hat Hand in Hand mit dem Zusammenbruch des durch Förderungen aufgebauschten italienischen Marktes rund 80 Prozent seines Umsatzes verloren. Hidden Champions Südtirol ist geprägt von kleinen und mittleren Unternehmen, wobei die meisten der einheimischen Firmen, die wir als groß bezeichnen, nach internationalen Maßstäben typische Mittelständler sind. Sehr viele von ihnen sind in Familienbesitz. Die etwas größeren Unternehmen sind in vielerlei Hinsicht wichtig, als Arbeitgeber, als Auftraggeber (etwa für Zulieferer oder Freiberufler), als Exporteure, als Sponsoren. Drei Dutzend Firmen bestreiten einen Großteil der Ausfuhren. Eigentlich sollten wir Südtiroler stolz sein auf unsere „Großen“, von denen einige in ihrem Spezialgebiet und mit Produkten „Made in South Tyrol“ weltweit führend sind, „Hidden Champions“, wie sie Hermann Simon genannt hat. Nach einem wirtschaftlich schwierigen Jahr 2013 sollte heuer die Rückkehr zum Wachstum erfolgen. Die Entwicklung blieb aber in Europa und vor allem in Italien deutlich unter den Erwartungen. Ein kurzes Gespräch dazu mit Luciano Partacini, Verantwortlicher des Bereiches Wirtschaftsinformation im WIFO. Radius: Die vergangenen Jahre waren für die Wirtschaft schwierig. Wie hat sich heuer die konjunkturelle Lage entwickelt? Luciano Partacini: Anfang des Jahres profitierte die Südtiroler Wirtschaft von der Erholung der europäischen Konjunktur und insbesondere vom soliden Wachstum unserer wichtigsten Handelspartner Deutschland und Österreich. Südtirols Export lag im ersten Quartal 2014 um 4,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Das Vertrauen von Konsumenten und Unternehmer war europaweit steigend, die Finanzierungsbedingungen für die Unternehmen hatten sich im Vergleich zu den vorigen Jahren etwas gebessert und die Lage auf dem Arbeitsmarkt deutete in den meisten EU-Ländern auf eine Entspannung hin. Auch Italien schien langsam aus der Rezession zu kommen … Radius: Dieses positive Bild war aber von kurzer Dauer … L. Partacini: Das stimmt. Schon ab dem zweiten Quartal blieb die wirtschaftliche Entwicklung in den wichtigsten europäischen Ländern deutlich unter den Erwartungen und die Wachstumsprognosen wurden nach unten revidiert; das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Eurozone wird 2014 lediglich um 0,8 Prozent wachsen. Italien ist wieder in die Rezession gerutscht und seine Wirtschaftsleistung wird heuer um -0,2 Prozent abnehmen. Das ist natürlich ein Elektroinstallationen – Automatisierungen Alles für Ihr modernes Haus Planung und Errichtung von Elektroanlagen EIB-Gebäudesystemtechnik Lichtsysteme und Sicherheitstechnik Elektro Gostner KG E. Fermi-Str. 20 A - 39100 Bozen - Tel. 0471 982 983 - Fax 0471 051 183 Mobil 335 57 02 306 - info@elektrogostner.it - www.elektrogostner.it großes Problem für die Südtiroler Unternehmen, die auf dem nationalen Markt tätig sind oder mit italienischer Kundschaft ihren Umsatz erwirtschaften. Darüber hinaus erschwert die schlechte Wirtschaftskonjunktur in Italien die ohnehin kritische Situation der Staatsfinanzen. Luciano Partacini Radius: Welche Faktoren bestimmten diese Verschlechterung der Konjunktur? L. Partacini: Allgemein hat sich die Wirtschaftsdynamik in den aufstrebenden Ländern verlangsamt, was die europäischen Exporte bremst. Die Gründe der Wirtschaftskrise sind aber auch struktureller Natur: Wichtige europäische Volkswirtschaften wie Frankreich und Italien haben aufgrund mangelnder Reformen an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt, und die Umsetzung der nötigen Veränderungen ist für die Regierungen politisch schwierig. Darüber hinaus ist eine wirksame Fiskalpolitik in Ländern wie Italien durch die große Staatsverschuldung kaum möglich, während die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank schon an ihre Grenzen stößt. Radius: Wie ist die Stimmung unter den Unternehmen? L. Partacini: Die Stimmung in der Südtiroler Wirtschaft ist eher bescheiden. Die letzte Erhebung des Wirtschaftsbarometers im Sommer zeigte, dass ein Viertel der Unternehmer mit der Ertragslage im Jahr 2014 unzufrieden sind. Die Unternehmer erwarten sinkende Umsätze auf dem italienischen Markt, während die schwache Nachfrage und die starke Konkurrenz eine Erhöhung der Verkaufspreise kaum ermöglichen.

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