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Südtirols Top 100 2013

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aktuell themenbereich 8 10/2013 10/2013 9 Von Lehmann bis Letta Auf die vergangenen fünf Jahre zurückschauen ist nicht besonders aufbauend. Vor fünf Jahren hatte die Lehmann-Pleite für die Weltwirtschaft schwierige Jahre eingeleitet. Südtirol hat diese Jahre, abgesehen von einigen Branchen, erstaunlich gut gemeistert. Aus Deutschland und Frankreich gibt es positive Signale, überraschender Weise auch aus Portugal nur leider nicht aus Spanien oder Italien. Nun scheint auch Südtirol sich nicht länger von der Italienischen Situation abkoppeln zu können. Laut den Prognosen der Handelskammer ist für 2013 Südtirol ebenfalls von der Rezession bedroht; bestenfalls ein Null-Wachstum zu erwarten. Die Hoffnungen lagen auf dem Konsumentenklima, welches sich im Sommer aufgehellt hat. Und besondere Hoffnung gibt die Tatsache, dass die Regierung Letta es geschafft hat, vernünftige Politiker unter einen Hut zu bringen und Italien politisch zu stabilisieren. wurde, Verbesserungen der eigenen finanziellen Lage und eventuelle Sparmöglichkeiten in Aussicht waren. Damals schon war auch auf nationaler Ebene ein positiver Trend im Konsumentenklima zu erkennen. Im Juli erreichte der Index wieder das europäische Niveau. Seit Anfang 2010 lagen die wirtschaftlichen Einschätzungen der italienischen Konsumenten immer weit unter dem europäischen Niveau. Konsumland Südtirol In Südtirol liegt der Konsum weiterhin über dem nationalen Durchschnitt. Dies begründet sich durch die relativ solide wirtschaftliche Lage der großen Wirtschaftszweige, vor allem des Gastgewerbes, des Dienstleistungssektors und der Landwirtschaft. Der Sommer 2012 war für den Tourismussektor der beste aller Zeiten. Auch wenn sich die Aufenthaltsdauer der Gäste geringfügig verkürzt hat, die Ankünfte waren um 3,3 Prozent auf 6,045118 gestiegen. In diesem Sommer war hingegen ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Im Zeitraum Mai/Juli wurde im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang bei den Ankünften um ein Prozent und bei den Übernachtungen um 1,7 Prozent registriert. Dieses Ergebnis beruht auf dem starken Rückgang der italienischen Urlauber, die durch die anhaltende Krise sparen müssen, nicht zuletzt am Urlaub. Touristen bedeuten nicht nur Arbeit, sie konsumieren auch. Im Urlaub sitzt der Geldbeutel bekanntlich besonders locker, was sich zusätzlich positiv vor allem auf den Handel und das Gastgewerbe auswirkt. Keine Insel der Seligen Doch Südtirol ist nicht nur die Insel der Glücklichen. Mit einer Arbeitslosenrate von 5,4 Prozent (ASTAT 9/2013) liegt das Land weit unter dem nationalen Durchschnitt, der inzwischen das Rekordhoch von über 12 Prozent erreicht hat. Die Jugendarbeitslosigkeit (15 bis 24 Jahre) liegt in Südtirol bei etwa 11 %: sie stieg im September in Italien auf über 40 Prozent – alles andere als günstige Voraussetzungen für ein positiveres Konsumverhalten. Ohne Geld, kein Konsum. Der Steuerdruck auf Arbeitnehmer und Arbeitgeber ist extrem hoch. Um neue Arbeitsplätze zu schaffen und die vorhandenen zu sichern, bedarf es einer Minderung der Lohnund Nebenkosten, zudem eines investitionsfreundlicheren Umfeldes und vor allem Rechtssicherheit für Investoren! Die ausufernde Bürokratie (auch in Südtirol) verhindert die Bereitschaft der Unternehmer Lehrlinge bzw. junge Mitarbeiter einzustellen. Und noch etwas ist für die Schaffung von mehr Arbeitsplätzen und steigendem Konsum unerlässlich: Die Flexibilität der Banken für günstige Kredite. Die Kreditinstitute leihen derzeit Geld zu einem Zinssatz von 0,5 %. Es sollte doch möglich sein, den Bankkunden Kredite um 2,5 % bis 3 % zu gewähren!

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