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Südtirol Magazin Sommer 2020 - Welt am Sonntag

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Foto © IDM Südtirol Alex Filz 4 Juli 2020 & Bergschuhe High Heels Südtirol: Wo mediterranes Klima und Gletscher im gleißenden Sonnenlicht, italienische Bellezza und Tiroler Ursprünglichkeit eine Symbiose eingehen, sollte man für einen aktiven Urlaub zweierlei Schuhtypen einpacken: Berg- oder Wanderschuhe und elegante Fußschmeichler für das Relaxen nach der Tour. Helmuth Luther

AKTUELL Juli 2020 5 Foto © IDM Südtirol Alex Filz Foto © IDM Südtirol Alex Filz Klar ist es reizvoll, auf einer urigen Berghütte zu übernachten. Oder sich in kühner Steillage beim Bergbauern einzuquartieren. Abends sitzt man mit Gleichgesinnten in der holzvertäfelten Hüttenstube und tauscht Gipfelanekdoten aus. Aber Südtirol bietet weit mehr als exponierte Höhen. Wir sind dort, wo Palmen und Zirmwälder nah beieinander wachsen. Wenn man beides haben möchte, die Stadt mit ihrem südlichen Flair, die Täler und die schroffe Bergwelt, heißt die Alternative pendeln. Das Auto bleibt in der Garage. Südtirol ist nämlich ein Land der Seilbahnen. Ob aus Bozen, Meran, Brixen, Bruneck oder Sterzing – von jedem regionalen Zentrum gelangt man in kürzester Zeit per Drahtseil auf die umliegenden Berge. Das bedeutet eine Sommerfrische zwischendurch, gleichzeitig aber lässt man sich die Vorteile des Stadtlebens nicht entgehen. Denn ehrlich gesagt: So erhebend das alpine Ambiente wirkt, so friedlich die unzerstörte Natur – auf Dauer drückt die Einsamkeit auf das Gemüt. Dort, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, gehen abends früh die Lichter aus. Die erste Seilbahn der Welt Zu Recht sind die Südtiroler stolz darauf, dass hier die erste Personenseilbahn der Welt erbaut wurde. Wie es dazu kam? 1867 hatte die k.u.k. privilegierte Südbahn-Gesellschaft die Bahnstrecke Innsbruck–Bozen fertiggestellt. 1871 nahm die Pustertalbahn ihren Betrieb auf, Bozen und Meran waren nun aus Wien in einer Nachtfahrt bequem erreichbar. Längst hatten rührige Unternehmer Grandhotels in Bozen, Meran und entlang der Bahnstrecken errichtet, wo sich der Geburtsund Geldadel traf. Kaiserin Sisi, die die Berge liebte, ritt im Damensattel über alte Saumpfade in versteckte Seitentäler hinauf. Um die ihr nacheifernden Massen zu befördern, waren andere Mittel nötig. Straßen sollten vielerorts erst nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut werden. Die vorletzte Jahrhundertwende war das Zeitalter der Elektrizität und der Schienenwege. Der Bozner Gastwirt Josef Staffler hatte in Kohlern, oberhalb der Stadt Bozen, ein Herrenhaus in einen Gasthof umgebaut. „Ein elektrisch betriebener Drahtseilaufzug“ sollte die Ausflügler hinaufbefördern. Doch die bürokratischen Mühlen des Kaiserreiches arbeiteten langsam: Da „kein Gleis am Boden vorhanden“ sei, fühlte sich das Wiener Ministerium nicht zuständig. Nach langem Hin und

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