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Radius Wintersport 2019/20

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4 SPORT C

4 SPORT C 2019 Biathlon Dorothea Wierer In der Seifenblase Der Sommer war streng. Wer Weltcupsiegerin ist und Weltmeisterin und auch noch Glamour-Girl dazu, hat nicht viel Privatleben. Dorothea Wierer ist den Rummel gewohnt, aber heuer war es schon ziemlich krass. Beispiel gefällig? Während des ersten Mannschaftstrainings in Eppan und Kaltern musste sie nach Mailand zu einem spätabendlichen TV-Auftritt und direkt wieder zurück, um am nächsten Tag beim Training dabei sein zu können. „Sowas ist schon streng. Die ganzen Verpflichtungen mit dem Training zu kombinieren ist schwierig. Ich war schon manchmal müde und auch nicht hundertprozentig fit“, verrät die weltbeste Biathletin des letzten Winters. Und zu allem Überfluss hat dann auch der Rücken nicht mehr mitgespielt. Die Schmerzen haben bis ins Knie ausgestrahlt. Die Diagnose nach einer Magnetresonanz lautete Bandscheibenvorwölbung. Die wurde zunächst mit Kortisonspritzen und dann mit viel Gymnastik und Physiotherapie behandelt. „Am Anfang war es schon ein Schock. Jetzt kann ich wieder fast normal trainieren, nur einige Kraftübungen muss ich weglassen. Das ist auch nicht plötzlich gekommen. Schon im letzten Winter hat es manchmal im Rücken gezwickt“, erzählt die Rasnerin, die „ Die Motivation muss bleiben, sonst ist Schluss. Ich bin nicht der Typ, der einfach nur mitmachen will. der Liebe wegen ins Fleimstal gezogen ist. Nach den Erfolgen in der vergangenen Saison wird der Druck bei der Heim-WM in Antholz besonders groß sein. Doch dem sieht sie gelassen entgegen. „Erstens mache ich mir selber Druck. Ich brauche das, ich darf nicht zu locker in die Wettkämpfe gehen. Und zweitens ist die WM noch weit weg, wir haben davor jede Menge Wettkämpfe“, stellt sie klar. Dieses Dorothea Wierer mit ihrem Gewehr und mit den 3 Medaillen, die sie bei der WM 2019 in Östersund gewonnen hat.

Biathlon SPORT C 2019 5 spezielle Gefühl werde sich erst einstellen, wenn die Weltmeisterschaft näher rückt. „Ich werde auf alle Fälle versuchen, es zu genießen und hoffe, dass ich gesund bin. Wenn es vorher gut gelaufen ist, wird es einfacher“, sagt die Südtiroler Sportlerin des Jahres, die sogar glaubt, dass so eine Heim-WM einfacher zu händeln ist als ein Heim-Weltcup. „Daheim wollen alle etwas von dir, du hast viele Termine, sollst immer freundlich sein. Im Weltcup konzentriert sich das auf 4 Tage, die WM dauert viel länger, da kann man sich alles besser einteilen.“ Die Vorbereitung war – wie könnte es anders sein – so angelegt, dass die Hochform im Februar da sein sollte, wenn die WM stattfindet. Das spielt für Doro Wierer aber keine relevante Rolle. „Das war in anderen Jahren auch so, hat bei mir meistens aber nicht funktioniert. Für mich ist die Weltcupkugel ohnehin viel mehr wert als ein WM-Titel, denn es ist viel schwieriger, die ganze Saison über gut zu sein als nur einmal zu glänzen“, stellt sie klar, dass ihr Fokus nicht allein auf der WM liegt, auch wenn sie bei ihr daheim stattfindet. Das Ende der Karriere ist bei Dorothea Wierer immer wieder ein Thema, obwohl sie noch keine 30 Jahre alt ist. Sie möchte eine Familie gründen und ein „echtes“ Leben führen, wie sie betont. „Als Spitzensportler lebst du in einer Seifenblase. Du bist zwar bekannt und gefragt, aber die Freundschaften, das soziale Leben insgesamt, das kommt alles zu kurz. Es gibt sonst noch viel im Leben zu erleben. Deshalb freue ich mich schon auf die Zeit nach der Karriere.“ Wann die beginnen wird, kann sie noch nicht beantworten. Dass es die Biathletin Dorothea Wierer nach der Heim-WM in Antholz nicht mehr gibt, ist allerdings unwahrscheinlich. Die Sponsorenverträge laufen bis 2022, wichtige Kontrakte „ Es gibt noch viel im Leben zu erleben. Deshalb freue ich mich auf die Zeit nach der Karriere. mit Red Bull und adidas hat sie gerade erst abgeschlossen. Deshalb dürfte Olympia in Peking noch ein Ziel sein. Aber sie will ihre Entscheidung keinesfalls von diesen Verträgen abhängig machen. „Die Motivation muss bleiben, sonst ist Schluss. Ich bin sicher nicht der Typ, der einfach nur mitmachen will.“ Die dreifache Südtiroler Sportlerin des Jahres ist nicht nur in ihrer Heimat sehr beliebt, sondern weit darüber hinaus, und sie wird oft auch als Social-Media-Star bezeichnet. Doch das hört sie nicht gerne, und sie bestreitet auch, dass sie dort sehr aktiv ist. „Ich bin nicht mehr social als andere. Dort zeige ich nur die schönen Seiten von mir, aber das machen auf Instagram alle“, behauptet sie. Urlaubsfotos hat sie heuer nicht viele gepostet, denn es ist sich nur eine Woche in Ägypten ausgegangen. Dabei reist sie so gerne. Nach New York möchte sie unbedingt einmal, auch den Grand Canyon bewundern. Will sie alles nachholen, wenn sie einmal mehr Zeit hat. DOROTHEA WIERER Geburtsdatum und -ort: 3. April 1990 in Bruneck Wohnort: Castello di Fiemme Sportgruppe: Finanzwache Apfelstrudelverkostung bei einem Sponsor.

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