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Radius Wintersport 2019/20

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38 SPORT C

38 SPORT C 2019 Snowboard Aaron March Der nächste Sieg soll her Am 6. März 2020 feiert er ein rundes Jubiläum. 10 Jahre sind es dann her, dass Aaron March seinen ersten und bislang einzigen Weltcupsieg feierte. Das war beim Parallel-Slalom in Moskau 2010. Angesichts der Klasse des 33-Jährigen eine viel zu lange Zeit. Demnach ist das Saisonziel, in dem es um keine Olympia- oder WM-Quali geht, auch klar vorgegeben: „Ich will endlich meinen 2. Weltcupsieg“, meint March, der gemeinsam mit Roland Fischnaller der Dauerbrenner bei den Brettlfahrern ist. 2004 gab er sein Weltcup-Debüt, und seitdem gehört er in den Parallel-Disziplinen zur Weltklasse. Darf sich nun auch Fitnesstrainer nennen: Aaron March beim Training im eigenen Studio. Während seine Teamkollegen Fischnaller, Coratti, Bagozza und Ochner im Vorjahr allesamt Weltcuprennen gewinnen konnten, bestach March durch seine Konstanz. In 14 Rennen verpasste er nur einmal das Achtelfinale, 9 Mal klassierte er sich unter den Top 10, 7 Mal unter den Top 6. Aber nur 1 Mal kam er unter die Top 3 – das war mit Nadya Ochner im Team Event in Bad Gastein. Zudem war er bei der WM in Park City Fünfter im Parallel-Slalom. „Kann sein, dass ich mich im Vorjahr zu oft mit dem Erreichen des Viertelfinales zufrieden gegeben habe. Anstatt die Spannung hochzuhalten, war die Luft im Unterbewusstsein draußen“, blickt er zurück. Im Hinblick auf die neue Saison hat der Routinier nichts verändert, zumindest nicht, was das Snowboarden angeht. Aber privat: Im Mai hat Aaron March in Seis ein Fitnessstudio eröffnet, ist jetzt also sein eigener Unternehmer. „Es war eine große Herausforderung, alles zu managen, von der Planung, dem Bau bis hin zur Eröffnung. Und dann natürlich zu schauen, dass der Laden läuft. Ich bin sehr zufrieden, wie sich alles entwickelt.“ Vom Kopf her ist sein 2. berufliches Standbein kein Hindernis. Im Gegenteil: „Wenn ich in Seis bin, fokussiere ich mich voll auf mein Studio und mein Privatleben mit meinen 2 Frauen (Lebensgefährtin Andrea, Tochter Alina/3 Jahre). Und wenn ich beim Snowboardtraining bin, dann bin ich da umso konzentrierter.“ AARON MARCH Geburtsdatum und -ort: 14. Mai 1986 in Brixen Wohnort: Völs am Schlern Sportgruppe: Heer Daniele Bagozza Nichts ist unmöglich Er weiß, wie es ist, von ganz unten zu kommen. Als Nachtportier arbeiten, um tagsüber zu trainieren und sich so eine Karriere zu ermöglichen, ist nicht jedermanns Sache. Daniele Bagozza ist diesen beschwerlichen Weg gegangen, nach dem Motto: Nichts ist unmöglich. Vor 2 Jahren sorgte der Grödner erstmals für Aufsehen, als er im Europacup durchstartete, 3 Rennen gewann und sich am Ende Europacup-Gesamtsieger nennen durfte. Die Beförderung in das Weltcupteam war die logische Folge, der Höhenflug ging weiter: In Rogla wurde er im Jänner hinter Teamkollege Edwin Coratti Zweiter, kurz darauf erfüllte er sich mit seinem ersten Weltcupsieg beim Parallel-Slalom in Secret Garden/China einen Kindheitstraum. Wobei er das nicht als seinen bisher größten Erfolg bezeichnet. Warum? „Rogla war sensationell, Secret Garden kaum zu begreifen. Aber das größte Glücksgefühl war, als ich die Nachricht erhielt, in die Sportgruppe der Polizei aufgenommen zu werden. Da wusste ich, dass sich all die Mühen gelohnt haben der letzten Jahre.“ Wer derartig demütig und bescheiden daher kommt, der hat verstanden und miterlebt, wie hart die Anfänge in einem Sportlerleben sein können. Seit August bekommt Bagozza seinen monatlichen Gehaltsscheck, und trotz seiner letztjährigen Spitzen-Ergebnisse sieht sich der 24-Jährige noch längst nicht angekommen. „Ich will einen Schritt nach dem anderen machen. Zu große Zielsetzungen bringen nichts. Ich muss noch viel lernen, muss vor allem beständiger werden, weniger Fehler machen, mich auf allen Pisten wohl fühlen, nicht nur auf kompakter Unterlage und bei stark drehenden Läufen.“ Etwas bedauert Bagozza jedoch: „Dass die Trainer Meinhard Erlacher und Hannes Mutschlechner nicht mehr mit dabei sind, finde ich schade. Sie haben mich zu dem geformt, was ich heute bin. Sie haben mir immer den Glauben vermittelt, dass ich es schaffen kann. Jetzt heißt es, den nächsten Schritt zu gehen. Es ist eine Herausforderung und eine neue Erfahrung, mit neuen Trainern zu arbeiten. Eine Arbeit, die bisher sehr gut verläuft.“ DANIELE BAGOZZA Geburtsdatum und -ort: 3. Juli 1995 in Brixen Wohnort: St. Ulrich Sportgruppe: Polizei

Snowboard SPORT C 2019 39 Edwin und Jasmin Coratti Gemeinsam sind wir stärker Er ist ein etablierter Fahrer in der Weltklasse, der bisher 2 Weltcup-Rennen gewonnen hat. Sie ist die aufstrebende, 10 Jahre jüngere Schwester, die alle Voraussetzungen mitbringt, es ebenfalls ins sportliche Rampenlicht zu schaffen. Edwin (28) und Jasmin Coratti (18) aus Pleif in Langtaufers im westlichsten Zipfel Südtirols. Edwin Coratti Es liegt eine turbulente Zeit hinter der Familie Coratti. Im Juni 2018 verstarb Vater Emilio bei Arbeiten zu Hause an einem Herzinfarkt. Er, der seinen Kindern Edwin und Jasmin nicht nur im Snowboard alles beigebracht hatte, war auf einmal nicht mehr da. Es wirkte sich aus auf Edwins Leistungen zu Saisonbeginn 2018/19: In den ersten 3 Weltcuprennen landete er weit jenseits einer Platzierung unter den Top 16. „Ich war mit den Gedanken, überall, nur nicht beim Snowboarden. Ich hatte den gesamten Sommer und Herbst mit der Situation um unseren verstorbenen Tata zu kämpfen, konnte mich nicht konzentrieren. Erst zu Weihnachten, als wir ohne ihn die Feiertage verbrachten, dachte ich mir: Reiß dich zusammen. Unser Vater hätte alles gewollt, nur nicht, dass wir uns gehen lassen, dass wir aufhören zu kämpfen.“ Über den Jahreswechsel legte Edwin Coratti den Schalter um. Er ging nicht etwa wie besessen zum Training, sondern ließ es gemütlich angehen, ging mit Freunden zum Spaß-Brettlfahren, kam so auf andere Gedanken und präsentierte sich ab Ende Jänner als „neuer“ Coratti. In Rogla schüttelte er die schwere Vergangenheit ab und kam dort im Parallel-Riesentorlauf zu seinem 2. Weltcupsieg, vor Teamkollege Daniele Bagozza. Es folgten weitere Top-Platzierungen, wobei vor allem der 7. Rang bei der WM in Park City (Parallel-Riesentorlauf) ins Auge sticht. Mit der Vergangenheit ist Edwin Coratti im Reinen. Und was kommt jetzt? An einen ähnlichen Stotterstart wie im Vorjahr glaubt er nicht. „Ich habe in jeglicher Hinsicht top trainiert bisher, auch vom Material her passt alles perfekt. Ziele, die ich mir setze für die neue Saison? Im Slalom wieder besser zu fahren als zuletzt. Und ähnlich wie vor 2 Jahren in der Parallel-Gesamtwertung eine gute Rolle zu spielen.“ Damals wurde Coratti Gesamt-Dritter hinter Nevin Galmarini und Teamkollege Roland Fischnaller, in der Riesentorlaufwertung Zweiter hinter Galmarini und im Slalom Fünfter. Das Potenzial dazu hat das 1,70 m große und 85 kg schwere Kraftpaket zweifellos. Und wie charakterisiert er seine junge Schwester, der er auch die Bretter als Servicemann herrichtet? „Natürlich muss Jasmin noch viel lernen. Sie hat extrem viel Biss, einen schnellen Schwung, allerdings ist ihre Fehlerquote verbesserungsfähig. Ich bin überzeugt, dass sie heuer im Europacup eine starke Saison fahren kann, zudem steht die Junioren-WM als Saison-Höhepunkt vor der Tür. Dort kann sie in Ruhe Rennpraxis sammeln, ehe sie fix ins Weltcup- Becken hineingeworfen wird. Zudem macht sie an der Malser Sportoberschule im Juni 2020 die Matura, also ist das auch mindestens gleich wichtig.“ Jasmin Coratti Sie hat ihren ersten Titel des Jahres schon gewonnen: Jasmin Coratti wurde bei der Sporthilfe Gala im Oktober in Meran mit dem Titel der besten Nachwuchssportlerin 2019 mit dem Ossi-Pircher-Preis ausgezeichnet. Für einmal stand die 18-Jährige im Ballkleid, und nicht im Rennanzug, im Fokus. Ab Dezember will sie auf der Piste für Aufmerksamkeit sorgen. Ihr großes Hauptaugenmerk gilt dem Ein starkes Team: Edwin und Jasmin Coratti Europacup, aber bei den Weltcups in Cortina und am Karerpass-Carezza vor Weihnachten wird sie auch in den Weltcup hineinschnuppern können. Als Bronze-Gewinnerin bei der Junioren-WM 2019 hat Jasmin Coratti schon gezeigt, dass hier ein großes Talent heranwächst. Noch gehört sie zur B-Gruppe der Nationalmannschaft. Das könnte und sollte sich schnell ändern, denn hinter der einzigen Dame von Weltklasseformat, Nadya Ochner, klafft ein großes Loch, das es zu füllen gilt. Jasmin Coratti ist gemeinsam mit Sindy Schmalzl und Aline Moroder eine von 3 Südtirolerinnen, die alle Voraussetzungen mitbringen, es zu stopfen. EDWIN CORATTI Geburtsdatum und -ort: 19. Juni 1991 in Schlanders Wohnort: Pleif in Langtaufers Sportgruppe: Polizei JASMIN CORATTI Geburtsdatum und -ort: 5. August 2001 in Schlanders Wohnort: Pleif in Langtaufers Verein: SC Vinschger Oberland

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