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Radius Energie und Umwelt 2014

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6 05/2014 aktuell aktuell 05/2014 7 Historische Entwicklung der Wasserkraft XXX Historische Turbinenanlagen aus dem 19. Jahrhundert Aktuelle Turbinenanlage im E-Werk Naturns Das Wasser steht seit Jahrtausenden im Mittelpunkt des magischen und symbolischen Denkens der Menschheit. Fast genauso lange versuchen die Menschen, sich die im Wasser enthaltenen Energien zu Nutze zu machen. Anfangs noch sehr primitiv, wurden die Methoden und Techniken immer ausgefeilter. Den Anfang machten so genannte „Flodermühlen“ oder Stockmühlen, die dann im Mittelalter technisch so weiterentwickelt wurden, dass Steinmühlen betrieben werden konnten. Sicher ist, dass sich im Alpenraum seit dem 11. Jahrhundert ein reges Mühlenwesen entwickelte. Namen wie Mühlwald und Mühlbach weisen auch heute noch darauf hin. Und nicht nur die Namen sind geblieben. Unzählig waren die Wasserräder, die sich in der Vergangenheit z.B. am Fuße der Seiser Alm bewegten. Bereits im Mittelalter besaß Seis am Schlern eine regelrechte „Industriezone“. Neun Schmiede, drei Gerber und zwei Walker machten sich die Wasserkraft des Frötschbaches zu Nutze, der zudem vier Sägewerke antrieb. E-Werk Töll erbaut in den Jahren 1895-1897. Volkswirtschaftliche Nutzung der Wasserkraft Das erste Elektrizitätswerk in Südtirol wurde 1892 in Sulden errichtet. Zur Jahrhundertwende kam das Wasserkraftwerk Töll hinzu, das Bozen und Meran mit Strom versorgte. Es entstand in dreijähriger Bauzeit von 1896 bis 1898 unter der Leitung des deutschen Ingenieurs Oskar von Miller. Im März 1900 wurde mit dem Bau des Kraftwerkes Gratsch begonnen. Als erstes im Pustertal versorgte es bereits ein Jahr darauf Toblach und weitere zwei Jahre später Innichen mit Strom. 1904 wurde dann das „Malser Haide“-Werk, ein Gemeinschaftsprojekt mehrerer Gemeinden im oberen Vinschgau, in Betrieb genommen. Mit Beginn der Zwanzigerjahre wurde in Italien der Produktion elektrischer Energie mittels Wasserkraft große Bedeutung beigemessen. In Südtirol begann man deshalb bedeutend früher als in Nordtirol, bereits in den Dreißigerjahren, verstärkt mit dem Bau von größeren Wasserkraftwerken. Entwicklung in Nordtirol Das erste E-Werk Tirols am Mühlauer Bach in Innsbruck wurde bereits 1888 errichtet und war bis vor wenigen Jahren noch in Betrieb. Erst 36 Jahre später wurde die TI- WAG aus der Taufe gehoben. Am 12. Juni 1924 wurde die „Tiroler Wasserkraftwerke Aktiengesellschaft“ von der Stadt Innsbruck dem Land Tirol und einer Gruppe vorwiegend österreichischer Banken gegründet. Noch im selben Jahr begann sie mit dem Bau des Achenseewerks. Der Gedanke an ein Kraftwerk zu Nutzung des 400 Meter über dem Inntal gelegenen größten Tiroler Sees war schon 1900 aufgetaucht. Das Benediktinerstift Fiecht, über 800 Jahre lang Eigentümer des Sees, hatte noch 1917 selbst ein Projekt eingereicht, musste den See aber 1919 dem Land zum Verkauf anbieten. Das Land lehnte unbegreiflicherweise ab, die Stadt Innsbruck aber griff sofort zu und gab auch gleich bei dem Tiroler Bauunternehmen Innerebner ein Projekt in Auftrag. Zur finanziellen Bewältigung erfolgte die bereits eingangs vermerkte Gründung der TIWAG-Tiroler Wasserkraft Aktiengesellschaft. Das erste Elektrizitäts- und Kraftübertragungswerk Tirols am Mühlauer Bach in Innsbruck, errichtet 1888, in Betrieb bis Ende 2005.

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