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Radius Energie 2019

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30 Nr.

30 Nr. 5/2019 PORTRAIT Wir haben die Natur in der DNA Er trinkt am liebsten naturtrüben Apfelsaft, wenn möglich von Zipperle, aber nicht nur. Dass er ein Optimist ist, erkennt man auf den ersten Blick, ohne ein Wort gesprochen zu haben. Thomas Brandstätter ist seit 2015 Geschäftsführer des Familienunternehmens Hans Zipperle AG, führendes Unternehmen mit einem Umsatz von 70 Millionen Euro für Fruchtverarbeitung mit Sitz in Meran und stolz darauf, eine der umweltfreundlichsten Firmen der Branche in Europa zu sein. Gegründet wurde die Hans Zipperle AG 1951, mittlerweile zählt das Unternehmen über 200 Mitarbeiter. Kennzeichen des Unternehmens sind innovative Technologien und moderne Verarbeitungslinien für den gesamten Lebensmittelbereich sowie eine besondere Aufmerksamkeit für Qualität und Umwelt. Zipperle stellt sowohl Fruchtsäfte und -nektare für den regionalen Markt her als auch sogenannte Halbfertigware, die weltweit vertrieben wird. Pro Tag werden bis zu 3.000 Tonnen Frucht auf 120 Lkw angeliefert. Jährlich werden 180.000 Tonnen Rohprodukte zu Säften, Fruchtmark und Saftkonzentraten verarbeitet und fünf Millionen Mehrwegflaschen für den Verkauf in der Region ausgeliefert. „Wir verwenden nur erstklassige Früchte, Beeren und Tomaten aus konventionellem, kontrolliertem oder biologischem Anbau, vorwiegend aus Italien“, betont Thomas Brandstätter. Ökologisches Denken hat Priorität und zahlt sich aus Zipperle hält auch trotz eines Rückgangs im Konsum an den Mehrwegflaschen fest. „Die Menschen sind heute bequemer geworden, alle reden von Umwelt, aber zum Handeln reicht es dann oft nicht“, stellt Brandstätter fest, überzeugt, dass sich schlussendlich doch die Glasflasche durchsetzen werde. „Glas ist absolut geschmacksneutral und das beste Behältnis, um hohe Qualität weiterzugeben!“ Mit einem Nachteil allerdings, es ist nur für kurze Distanz, bis 200 Kilometer geeignet. Für die Halbware, welche weltweit vertrieben wird und weite Distanzen bewältigen muss, ist die beste und umweltfreundlichste Verpackung der Tanklastzug oder das Stahlfass. Zipperle verwendet auch Bag in Box, aber mit speziellen Plastiksäcken, welche dann von den Kunden dem Recycling zugeführt werden. Umweltschutz ist absolute Priorität.

PORTRAIT Nr. 5/2019 31 „Wir haben die Natur in der DNA“, sagt Thomas Brandstätter. „Nur in einer gesunden und intakten Natur können wir die hochwertigen Rohstoffe für unsere qualitativ hochwertigen Produkte gewinnen!“ Die Zipperle AG investiert seit Jahren konstant in den Umweltschutz, und das ökozertifizierte Unternehmen kann stolz auf eine Reduzierung des CO 2 -Ausstoßes um 85 Prozent in den letzten 20 Jahren hinweisen. Investitionen in neue innovative Technologien sind mit nicht unerheblichen Kosten verbunden. Bleibt Zipperle trotz seines Umweltengagements konkurrenzfähig? Ganz bestimmt, sagt Geschäftsführer Brandstätter. Die Energieeinsparung führe langfristig zu einer Kosteneinsparung. Neue Technologien sind (oft) auch mit einer zunehmenden Automatisierung verbunden. Zipperle hat 200 Mitarbeiter. Riskieren diese ihren Arbeitsplatz? „Auf keinen Fall“, betont Brandstätter. Für uns ist der Mitarbeiter keine Nummer, sondern Mensch. Die Investitionen in die neuesten Verarbeitungstechnologien ermöglichen unseren Mitarbeitern mehr Flexibilität, ein effizienteres und leichteres Arbeiten.“ Als Familienunternehmen flexibel und krisensicher Flexibilität ist ein weiteres Stichwort, auf das Brandstätter Wert legt. „Wir sind als mittleres Unternehmen in der Lage, flexibel und schnell zu reagieren, haben eine extrem flache Hierarchie und kurze Entscheidungswege. Als Familienunternehmen können wir es uns leisten, in Jahrzehnten und nicht in Quartalen zu denken. Das heißt krisensicheres Arbeiten!“ Auf das Thema Europa angesprochen, legt Thomas Brandstätter ein leidenschaftliches Bekenntnis zu einem Europa ohne Grenzen, ja zu den Vereinigten Staaten von Europa ab. Und das nicht nur aus wirtschaftlichen Erwägungen und weil die Zipperle AG ihre Produkte zu 85 Prozent im Ausland absetzt. „Ich will nicht unbedingt mehr EU, sondern mehr Einheit. Wir Südtiroler bleiben Südtiroler, auch wenn wir in Italien sind. Wenn jeder sein eigenes Süppchen kocht, kommen wir nicht weit, auch wenn die Populisten dies weismachen wollen.“ Nach seinem Wirtschaftsstudium in Mailand hat der Meraner zunächst in München Berufserfahrung gesammelt, bevor er 2002 wieder nach Südtirol zurückkam, um bei Zipperle anzufangen. Thomas Brandstätter ist verheiratet und hat zwei Töchter (18 und 13). Was ist ihm am wichtigsten bei seiner Arbeit? „Der Spaß an der Arbeit im Team!“ Bleibt ihm bei seiner Tätigkeit als Geschäftsführer eines Erfolgsunternehmens Zeit für die Familie und für Freizeit? „Das ist eine Frage der Organisation“, betont Brandstätter. Obwohl von Mitte Juni bis Oktober Hochsaison ist, bleibt immer eine Woche, um gleich nach Schulende auf Familienurlaub zu gehen. „Außerdem sind wir eher Winterfans, und da haben wir mehr Zeit füreinander und zum Skifahren.“ In seiner Freizeit fährt er zum Ausgleich gerne Mountainbike, verbringt Zeit mit der Familie und mit Freunden. „Und wofür ich mir immer Zeit nehme, ist einen Sonnenuntergang anzuschauen, zu relaxen und meine Gedanken zu sammeln.“ Die Hans Zipperle AG im Talkessel von Meran

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