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Insert Wasserstoff 2011

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deutung für die Zukunft

deutung für die Zukunft in einem neuen Licht erscheinen lässt. Und gerade hier wird der Wasserstoff ganz besonders interessant für Südtirol mit seinem großen Potential an Wasserkraft. Einmal mehr, weil Südtirol aufgrund seines Wasserreichtums nicht nur in der Energieversorgung, sondern auch in der Kraft- und Brennstoffversorgung autark werden kann. Wasserstoff kann nämlich als Speicher für die Überproduktion an elektrischer Energie genutzt werden. Da in Südtirol nachhaltige Energie zumeist aus Wasserkraft – und natürlich auch aus Solarenergie, Windkraft und Fernheiztechnik – stammt, ist diese „Speicherkapazität“ von großem Interesse. Thomas Klauser: „Erneuerbare Energie folgt dem Aufkommen von Sonne, Wind und Wasser und nicht dem tageszeitlichen Bedarf. Das heißt, es gibt Momente mit nicht gebrauchter Überproduktion.“ Das Zuviel an Energie lässt sich aber nicht speichern. Die Wasserstofftechnologie ermöglicht eine sinnvolle Verwendung dieser Energie durch die Herstellung von Wasserstoff als sauberem Energieträger. Ergibt sich wiederum ein höherer Bedarf an elektrischer Energie, kann Wasserstoff wieder in Energie umgewandelt werden. Vielfältig zu nutzen Die Anwendungsbereiche für Wasserstoff sind vielfältig: 1. Die Verwendung als Treibstoff für Fahrzeuge aller Art mit Brennstoffzellen (Fuel Cell, FC), als Mischung mit Erdgas in Verbrennungsmotoren, als Verbrennungshilfe in Dieselmotoren usw. 2. Die Nutzung in stationären Anlagen als Brenngas wie z.B. in Heizungsanlagen, als Ersatz für die Verwendung von fossilen Brennstoffen (Beregnungspumpen, Fernheizwerke …). 3. Die Anwendung als Smart Grid, als Zwischenspeicher für Strom und als Auffang- und Steuerelement für erneuerbare Energieformen und Stromnetze, um sie vor Überbelastung zu schützen. 4. Energiespeicher in Notebooks, in Werkzeugen (Bohrer), in Motorsägen und bei vielen anderen Anwendungen. W a s s e r s t o f f - t e c h n o l o g i e 5. Prozesse, wie die Produktion synthetischer Kohlenwasserstoffe als Treibstoffe, benötigen große Mengen an Wasserstoff, der in Zukunft aber nicht fossilen Ursprungs sein darf (Methan, Benzinfraktionen usw.). „Es ist wichtig, die Wasserstofftechnologie in ihrer Gesamtheit zu sehen, vorzubereiten und aufzubauen. Dazu gehören die Produktion von Wasserstoff und dessen Speicherung bis zur Verteilung und Anwendung“, betont Walter Huber. Für all diese Bereiche stellt das IIT die Weichen. auch eine politische Entscheidung Die Entscheidung für den Einstieg Südtirols in die Wasserstofftechnologie wurde auf politischer Ebene getroffen. Es war eine grundlegende Entscheidung an der technologischen Entwicklung von Anfang an mitzuarbeiten und ihr zum Durchbruch zu verhelfen. Das technische Niveau dazu ist erreicht, in Südtirol gibt es hochkarätige Forschungsinstitutionen. Aufgrund der künftigen Entwicklung im Bereich der fossilen Energieträger ist zudem dringender Handlungsbedarf gegeben. Martin Gallmetzer: „Südtirol ist außerdem extrem am Durchbruch umweltfreundlicher Technologien für den Fahrzeugantrieb interessiert.“ Südtirol will sich seine intakte Landschaft und Natur bewahren; nicht zuletzt hängt davon auf lange Sicht gesehen auch ein weiterer wichtiger Wirtschaftszweig ab, der Tourismus. Investition in die Zukunft Die Entwicklung und Einführung neuer Technologien ist mit erheblichem finanziellen Aufwand verbunden, der private Sektor allein kann dies nicht gewährleisten. Auch daher die Entscheidung des Landes Südtirol in die Wasserstofftechnologie einzusteigen. Vieles ist zu entwickeln und zu verbessern. „Um nicht außen vor zu bleiben, ist es wichtig, von Anfang an mit dabei zu sein, lokales Know-how zu generieren, hochqualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen und Anreize für die Ansiedlung qualifizierter Firmen zu setzen“, sind sich die Experten des IIT einig. Nur wenn dies im Rahmen eines Gesamtkonzeptes geschieht, können die erforderlichen Finanzierungen als Investitionen in die Zukunft gesehen werden, die dann auch die entsprechenden Erfolge, Wertschöpfungen und Gewinne bringen werden. Und nicht zuletzt ist Südtirol aufgrund seiner zentralen Lage und seines kulturellen Hintergrunds auch in diesem Bereich das ideale Bindeglied zwischen Nord und Süd. Ein leben für die Umwelt Walter Huber, Präsident des IIT: Chemiker mit Spezialisierung in physikalischer Chemie und Biochemie und einer Ausbildung in Elektronik, kann auf eine langjährige Tätigkeit in verschiedenen verantwortungsvollen Stellen im öffentlichen Dienst zurückblicken. Nach vierjähriger Arbeit als Assistent an der TU Wien, kehrte er nach Südtirol zurück und war dort maßgeblich am Aufbau des Luft-Messnetzes für das Landeslabor beteiligt. Ab 1976 war Huber in den Aufbau des Labors an der Versuchsanstalt Laimburg involviert. 1996 gründete er die Umweltagentur, deren Direktor er bis 2005 war. Ab 2003 war er Ressortdirektor im Assessorat für Umwelt, Energie und Raumordnung. Ende 2008 trat Walter Huber Walter Huber in den Ruhestand. Seit 2001 steht er dem IIT als Präsident vor, Tätigkeit, die er auch nach seiner Pensionierung beibehalten hat. Seine Hobbys sind Wandern und Skilaufen. Walter Huber fährt einen Diesel Euro 3. An seiner Aufgabe im Rahmen des IIT fasziniert ihn vor allem: an der nachhaltigen, regionalen Entwicklung und Wertschöpfung mitzuarbeiten und dies besonders im Energie- und Verkehrssektor. Wasserstoff wird ein wichtiger Teil dieser Entwicklung sein. Warten auf die passende Gelegenheit Er ist der Jüngste im Team des IIT und frisch verheiratet. Martin Gallmetzer, Studium der Biologie und Promotion W a s s e r s t o f f - t e c h n o l o g i e in Mikrobiologie in Innsbruck, einen Master in Management und Wirtschaftsrecht am Management Center Innsbruck. Nach Studium und Assistenzzeit an der Leopold Franzens Universität Innsbruck Laborleiter an der Uniklinik Innsbruck; anschließend im Management eines Kompetenzzentrums für Medizinforschung und von Großforschungsprojekten (z. B. Oncotyrol) tätig. Seit 2008 wieder in Südtirol und Direktor für Forschung und Entwicklung des IIT. „Ich habe immer mit dem Gedanken gespielt, nach Südtirol zurückzukehren und habe auf die Gelegenheit gewartet, auch zuhause eine passende Tätigkeit zu finden, wo ich mich total einbringen kann.“ Martin Gallmetzers Hobbys sind Skilanglauf und Mountainbiken. Er fährt einen Ford C Max. Ihn begeistert an seiner Tätigkeit im IIT: „Die Mitarbeit am Aufbau der Wasserstofftechnologie ist für mich spannend, da hier ein völlig neuer und innovativer Ansatz verfolgt wird, der zur Lösung der Umweltproblematiken des Verkehrs beitragen kann.“ Großes Risiko – große Chance Ökologie, Mikrobiologie und Umwelttechnik sind die Spezialgebiete von Thomas Klauser, Direktor des IIT. Klauser hat in Innsbruck studiert und promoviert. Nach dem Studium hat er als Forschungsassistent an der Uni gearbeitet und anschließend einen Postmaster in Management und Wirtschaftsrecht am Management Center in Innsbruck abgeschlossen. Für einen großen österreichischen Lebensmittelkonzern war er zunächst Laborleiter und dann Leiter der Abteilung für Qualitätsmanagement. „Walter Huber hat mich schließlich für das IIT zu begeistern gewusst und wieder in Martin Gallmetzer die Heimat zurückgelockt.“ Thomas Klauser fährt einen alten, mit Partikelfilter aufgerüsteten Seat Leon, dem er jeden Tag gut zuspricht, noch zwei Jahre zu halten, um sich dann ein Wasserstoffauto zu kau- Thomas Klauser fen. Zu seiner Tätigkeit im IIT: „Das Thema Wasserstoff hat mich gereizt. Meinen gut situierten Job in einem soliden internationalen Unternehmen aufzugeben, nach Südtirol zurückzukehren und mich in diesem noch vollständig neu aufzubauenden Themenbereich zu engagieren, bedeutete für mich damals großes Risiko und große Chance. Aber es war ungemein faszinierend, eine zukunftsweisende Technologie zum Nutzen der Allgemeinheit von Anbeginn mit aufzubauen und bot wirklich die Gelegenheit, alle Register des eigenen Könnens zu ziehen.“ 4 Insert 2011 Insert 2011 5

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