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Golf in Südtirol 2020

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28 SPORT A |

28 SPORT A | 2020 AKTUELL Der Golfplatz in Meran – Abschlag am heutigen Pferderennplatz Die Geschichte des Golfsports ... … von China über den Vinschgau (1545) bis Meran. Es ist durchaus glaubwürdig, dass eine Art Golfsport dort bereits im 3. Jahrhundert v. Chr. gepflegt wurde. Die Idee, einen Ball mit einem Stock zu spielen, ist uralt. Auch die Römer kannten schon ein ähnliches Spiel, „paganica“ genannt, das durch sie wahrscheinlich schon im 4. Jahr hundert n. Chr. nach Britannien kam. Die erste urkundliche Erwähnung des Golfs findet sich in einem vom schottischen Parlament im März 1457 verabschiedeten Gesetz, wonach Golf „gänzlich untersagt sein soll“. Die Sportart dürfte also in einer der heutigen ähnlichen Form ihren Ursprung in Schottland haben. Der Name kommt auch aus dem schottischen „englischen“ Wort „gowf“ (= schlagen). 1606 kam Golf nach England, breitete sich immer weiter aus, und 1754 wurde der „Royal and Ancient Club of St. Andrews“ gegründet, dessen Regeln noch heute Gültigkeit haben. 1744 wurden in Schottland die ersten Meisterschaften ausgetragen. Ursprung des Golfsports in Südtirol Im oberen Vinschgau wurde bereits im 16. Jahrhundert ein golfähnliches Spiel betrieben, „geknolbnet“, wie es damals hieß. Der Schläger, Kolben genannt, war ein längliches, schaufelförmiges und etwa handbreites Stück Holz. An einem Ende war ein Loch gebohrt, um die Stange samt Griff darin zu befestigen. Der Griff war aus grünem Birkenholz, dadurch sehr elastisch, was eine größere Schlagkraft im Treffermoment bewirkte. Es wurde eine Holzkugel von vier bis sechs Zentimeter Durchmesser Golfclub St. Andrews Platzplan GC Carezza

AKTUELL SPORT A | 2020 29 möglichst weit geschlagen. Steilhänge bis zu 70 Prozent und Höhenunterschiede von 150 Metern galt es damals, mit der Holzkugel zu überwinden. Wer das genannte Ziel, das je nach Lust und Laune der Spieler unterschiedlich weit weg sein konnte, mit den wenigsten Schlägern erreichte, wurde Sieger. Gespielt wurde gruppenweise im Frühjahr oder Herbst, um das Gras nicht zu beschädigen. Die bevorzugten Wiesen waren die am westlichen Dorfausgang von Taufers Richtung Schweiz und zurück. Schriftliche Unterlagen – bis zum Verbot Beschrieben wird das „Knolbnen“ auch in einer Ausgabe von „Der Schlern“ von 1947 mit Auszügen auch aus dem Dorfbuch von Stilfs. Danach wird dieser Sport 1545 das erste Mal erwähnt. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts hat sich „Knolbnen“ in Stilfs gehalten, dann wurde es allmählich vom Kegeln abgelöst. Abgesehen davon, setzten die Geistlichkeit und die Lehrer 1855 ein Verbot durch, weil es häufig zu Raufereien kam. Einmal soll es beim „Knolbnen“ samt der dazugehörigen Rauferei sogar einen Todesfall gegeben haben. Einen eindeutigen Hinweis gibt es auch am Ritten. Auf der „Mayerl‘schen Zielscheibe“ aus dem Jahre 1689 „Vivat unio 1689“ sind auf einer Teilansicht drei Schlagstöcke und vier Holzbälle (Golfbälle) abgebildet. Fast 400 Jahre vor der aktuellen Golfdiskussion am Ritten! Franz Wimmer Meran, Karer See und Mendel Um die Jahrhundertwende entstand in Meran auf dem heutigen Pferderennplatz die erste 9-Loch-Anlage. Meran war damals im Sommer ein beliebter Kurort für die Adeligen aus ganz Europa. Sogar die Zarenfamilie hat vom Hotel Meranerhof aus auf dieser Anlage gespielt. Auch auf der Mendel wurde um 1900 dem Golfsport gefrönt. Die Golfwiesen auf der Mendel Die Bezeichnung Golfwiesen ist heute noch geläufig. Ebenfalls um die Jahrhundertwende wurde auf einer 9-Loch-Anlage am Karer See schon Golf gespielt und vor allem wurden auch große Turniere veranstaltet. 1921 wurde der Platz vom Betreiber des Grandhotels auf 18-Loch erweitert. Bekanntester Gast war der englische Premierminister Winston Churchill. Die Anlage wurde 1951 noch auf 21-Loch ausgebaut und leider mit dem Konkurs des Hotels 1961 dann stillgelegt. In den 1970er und bis Mitte der 1980er Jahren gab es in Südtirol einige Versuche, den Golfsport wieder zu etablieren. Die Zeit war in Südtirol noch nicht reif Ohne Erfolg, denn der Golfsport galt damals als „versnobt“ und Sport der Reichen (siehe Berichte auf den Seiten 12 bis 27) Mit den Beispielen von Petersberg und am Karer Pass in Lana, Passeier, Bruneck, Corvara und St.Vigil/Seis hat es trotzdem über 20 Jahre gedauert, bis es in Südtirol in Sachen Golf endlich ein Umdenken gegeben hat. Golf ist nicht ein Sport für einige Privilegierte, sondern in den Mitgliederlisten der Südtiroler Golfclubs sind Männer und Frauen aus den unterschiedlichsten Verhältnissen zu finden; selbst Lehrerinnen und Lehrer, Bauern und Umweltschützer – die ehemals stärksten Gruppen der Gegner – spielen heute regelmäßig Golf. Die ganze Welt des Sports international und lokal online auf

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