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Energie & Umwelt 2022

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42 AKTUELL Foto © Gemeinde Meran Mobil in die Zukunft In Großstädten wie München, Wien und Mailand hat die Mobilitätswende bereits voll begonnen. Weg vom eigenen PKW hin zu einem starken Öffi-Netz und neuen Mobilitätsformen wie Ride-Pooling und Sharing- Angeboten. Doch sind diese neuen Mobilitätsdienste auch in alpinen Regionen umsetzbar? Einiges wird in Südtirol bereits jetzt angeboten, und vor allem das Mobilitätsmanagement von großen Unternehmen wird immer wichtiger. Ein Überblick. Das Südtiroler Landesstatistikinstitut ASTAT hat 2021 eine Studie zur lokalen Mobilität in Südtirol durchgeführt. Dabei wurden rund 2.000 Südtirolerinnen und Südtiroler zu ihrem Mobilitätsverhalten befragt. Ergebnis der Studie: Zwar wird noch jeder zweite Weg in Südtirol mit dem Auto zurückgelegt, doch zeigten die Befragten die Bereitschaft, unter bestimmten Bedingungen noch mehr Wege mit den Öffis und auch mit dem Rad zurückzulegen. Vor allem das E-Bike kann bei Distanzen von mehr als fünf Kilometern eine tolle Alternative zum Auto sein. Doch wie sieht es in Südtirol mit anderen innovativen Mobilitätsformen wie Carsharing, On-Demand-Bussen etc. aus? Bereits seit 2013 gibt es einen Carsharing-Dienst in Südtirol. Maßgeblich an dessen Entstehung beteiligt waren die Arche im KVW, die Gemeinde Mals, der Legacoopbund, die Confcooperative Bozen und engagierte Privatpersonen. Die ersten Carsharing-Stationen wurden im Herbst 2013 in Mals, Meran und Bozen eröffnet. Heute gibt es in Südtirol 23 Stationen in insgesamt neun Gemeinden. Über eine Kooperation mit der Deutschen Bahn (Flinkster) können über dasselbe System und dieselbe App 3.000 Carsharing-Fahrzeuge in Italien (Trient, Brescia, Rovereto, Riva del Garda), Deutschland und in der Schweiz genutzt werden. Innovative Mobilitätsformen im Praxistest Zwischen 2019 und 2021 hat die Stadt Meran im Rahmen des Interreg-Projekts MENTOR eine ganze Reihe innovativer Mobilitätsformen getestet. Dabei ging es beim Projekt vor allem darum, das Konzept von „Mobility-as-a-Service“ (Mobilität als Dienstleistung) erstmals in kleineren Ortschaften im Alpenraum auszuprobieren. Partnerstadt des Projektes war die Schweizer Ortschaft Brig-Glis. Drei neue Mobilitätsdienste – Carpooling, Bikesharing und ein On- Demand-Bus – standen im Mittelpunkt des Projektes. On-Demand-Busse Ob in Städten oder in ländlichen Regionen: On-Demand-Angebote sind auf dem Vormarsch. Viele Verkehrsunternehmen setzen mittlerweile auf die abrufbare Mobilität, und das Konzept kommt gut bei Fahrgästen an. On- Demand-Verkehre bedeuten flexible Mobilität auf Nachfrage. Fahrgäste buchen per App oder telefonisch, werden dann an einem Startpunkt abgeholt und zu einer Haltestelle gebracht. In Südtirol wurde erstmals im Sommer 2021 ein solches Angebot in Meran getestet. Der so genannte Callbus verkehrt seither zwischen dem Stadtzentrum und Obermais und bietet eine interessante Ergänzung zum herkömmlichen ÖPNV. E-Bikes für Pendler Die Gemeinde Eppan hat es mit dem E-Bike-Projekt für Pendler schon 2018 vorgemacht. Zunächst wurde erhoben, wie sich die Pendler innerhalb der Gemeinde bewegen. Anschließend wurden 100 E-Bikes angekauft und gegen einen jährlichen Kostenbeitrag Geteiltes Auto Foto © Gemeinde Meran

NACHHALTIGE MOBILITÄT 43 an Pendler vermietet. An vier zentralen Punkten an den Metrobus-Haltestellen Pillhof, Gand, St. Pauls und St. Michael Bahnhof wurden zudem insgesamt 60 Boxen für E-Bikes aufgestellt. Dafür erhielt die Gemeinde 2019 den Südtiroler Mobilitätspreis. Auch die Projekte eBike2Work, die in den Gemeinden Meran und Brixen mit großem Erfolg laufen, funktionieren nach demselben Prinzip. Es geht darum, jene zu unterstützen, die bewusst für den Weg zur Arbeit vom Auto auf das Elektrofahrrad umsteigen und damit einen Beitrag zu nachhaltiger Mobilität leisten wollen. Betriebliches Mobilitätsmanagement Das Potential von betrieblichem Mobilitätsmanagement wird von immer mehr Südtiroler Unternehmen erkannt und genutzt: ein gutes Mobilitätsmanagement tut nicht nur der Umwelt gut, es bringt auch Einsparungen und steigert das Unternehmensimage bei Mitarbeitern und Kunden. Den Nutzen eines guten Mobilitätsmanagements hat auch der Staat erkannt und mit dem „Decreto Rilancio“ aus dem Jahr 2020 den verpflichtenden „Mobility Manager“ mit einer Reihe von Verantwortlichkeiten ausgestattet. Unternehmen und öffentliche Verwaltungen mit mehr als 100 Mitarbeitern sind gesetzlich verpflichtet, einen „Mobility Manager“ zu ernennen. In Südtirol sind allerdings nur Unternehmen davon betroffen, die ihren Sitz in der Landeshauptstadt Bozen haben. Aufgaben des „Mobility Manager“ Der Mobility Manager soll Vorschläge ausarbeiten, wie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten ihre Wege möglichst nachhaltig und ohne PKW zurücklegen können. Es geht dabei auch um konkrete Maßnahmen zur Organisation und Steuerung der Mobilität, aber auch um Information und Sensibilisierung für das Thema nachhaltige Mobilität. Konkrete Maßnahmen sind beispielsweise Verkehrsvermeidung durch Standortwahl, Homeoffice für Mitarbeitende und ein stärkerer Fokus auf Lieferanten aus der näheren Umgebung, aber auch Förderung von Fuß- und Radmobilität etwa durch Belohnung von Mitarbeitern, die zu Fuß zur Arbeit kommen, und von sicheren Radabstellplätzen sowie Duschen für Radfahrer. Schließlich auch eine bessere Abstimmung der Dienstzeiten mit den Fahrtzeiten von Öffis sowie die Übernahme der Kosten für den Südtirol Pass. All das sind Anreize, mit denen Unternehmen eine nachhaltige Mobilität ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fördern können. Foto © Helios

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