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Energie & Umwelt 2022

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36 Unser gutes

36 Unser gutes Trinkwasser Trinkwasser ist für jeden von uns eine Selbstverständlichkeit. Erst durch die Trockenheit des heurigen Sommers, verbunden mit dem Wassermangel und Einschränkungen in diversen Gemeinden, wird diese Selbstverständlichkeit hinterfragt. Für über drei Milliarden Menschen weltweit ist Trinkwasser-Knappheit ein permanentes Problem, das sich durch den Klimawandel ständig verschlimmert. AKTUELL Der Trinkwasserspeicher in Bozen-Oberau Wo kommt unser Trinkwasser her, wer baut die Leitungen, wer ist für die Versorgung zuständig und wer überwacht die Qualität? Die Trinkwasserversorgung Südtirols erfolgt über mehr als 500 öffentliche Wasserleitungen, welche von ca. 2.000 Quellen und ca. 50 Brunnen gespeist werden. Die Nutzung des Wassers zur Versorgung der Menschen mit Trinkwasser hat in Südtirol Vorrang gegenüber allen anderen Nutzungen. In Italien sind die Gewässer ein öffentliches Gut. Wenn jemand Wasser ableiten und benutzen will, muss er dafür die sog. „Wasserkonzession“ einholen. Diese wird nur genehmigt, wenn das Wasservorkommen ausreichend ist und die Qualität des Trinkwassers nicht beeinträchtigt wird. Verantwortlich sind die Gemeinden Die Gemeinden sind für den Trinkwasserversorgungsdienst in ihrem Gemeindegebiet verantwortlich und erteilen die Wasserkonzessionen für die öffentlichen Trinkwasserleitungen. Sie organisieren diesen Dienst, um im Gemeindegebiet eine effiziente und wirtschaftliche Versorgung durch Rationalisierung und sparsamen Umgang mit den vorhandenen Wasservorkommen zu gewährleisten. Externe Versorger Sie können aber den Trinkwasserversorgungsdienst, auch für Teilgebiete der Gemeinde, mit einer Konvention anderen Betreibern übertragen. In diesem Fall trägt der Betreiber die Verantwortung für den Trinkwasserversorgungsdienst in dem ihm zugewiesenen Gebiet und die Wasserkonzession wird dem Betreiber des Trinkwasserversorgungsdienstes, beschränkt auf die Dauer der Konvention, erteilt bzw. übertragen. Bei Auflösung der Konvention aus jedwedem Grund fällt die Wasserkonzession an die Gemeinde zurück. Gute geografische Bedingungen für hohe Qualität Südtirol verfügt dank seiner geografischen Lage und den Eigenschaften des Untergrundes über Trinkwasser guter Qualität. Diese Tatsache bringt mit sich, dass es als natürliches Produkt angesehen werden kann; seine Frische bleibt erhalten, da großteils nur wenige Stunden vergehen, bis es von der Quelle zum Wasserhahn gelangt. Hygienische Bestimmungen, bauliche Normen und wasserrechtliche Richtlinien sichern die Trinkwasserversorgung und -qualität. Die hygienischen Bestimmungen sind durch EU-Richtlinien und entsprechende nationale Gesetze festgelegt. Deren Einhaltung wird in erster Linie von den einzelnen Gesundheitsbezirken (Dienst für Hygiene und öffentliche Gesundheit) kontrolliert. Für den Schutz des Trinkwassers wurden sog. „Trinkwasserschutzzonen“ ausgewiesen. Alle Tätigkeiten im Einzugsgebiet der SICHER IHR TRINKWASSER AUFBEWAHREN Wir liefern neben Trinkwasserspeicher- Ausrüstung auch einbruchhemmende Eingangstüren (Widerstandsklasse RC3 nach Norm EN 1627) Bruneckerstraße 21B I-39030 St.Lorenzen T+39 0474 476066 www.aquatherm.it

TRINKWASSER 37 Fotos © Dolomiten Trinkwasserquellen und der Brunnen, die sich auf die Wasserqualität schädlich auswirken können, sind verboten. Niederschläge bestimmen die Wasserreserven Unsere Wasserreserven werden von den Niederschlägen gespeist. Dadurch fällt in Südtirol jährlich eine Wassermenge von etwa 5.000 Millionen Kubikmeter an. Leider ist diese Menge nicht gleichmäßig auf unser Land verteilt. Während in der Nähe des Alpenhauptkammes genug Wasser vorhanden ist, gibt es auf den Hochplateaus wie am Ritten oder am Tschöggelberg bei langer Trockenheit immer wieder Wasserknappheit. In der folgenden Tabelle wird, bei durchschnittlichen Niederschlagsmengen, diese Gesamtwassermenge in Relation zum geschätzten Wasserverbrauch für die einzelnen Kategorien gesetzt (Daten von 2020): Wasserverbrauch in Südtirol Von den 5.000 Millionen Kubikmeter zur Verfügung stehendem Trinkwasser verbraucht: • die Landwirtschaft: 150 Millionen Kubikmeter = 3 Prozent; • die Industrie: 50 Millionen Kubikmeter = 1 Prozent; • die Bewässerung von Grünflächen von 9 bis 20 Uhr sowie Trinkwasser: 45 Millionen Kubikmeter = 1 Prozent; • die Schneeerzeugung: 10 Millionen Kubikmeter = 0,2 Prozent. Trinkwasserstollen in der Furglau, Eppan Wasserknappheit auch in Südtirol? Die allgemeine Lage mit wenigen Niederschlägen, hohen Temperaturen, wenig Schmelzwasser und weniger vollen Speicherseen ist der Grund für die Wasserknappheit im Sommer 2022. Nach Angaben von Landesrat Giuliano Vettorato herrscht in Südtirol derzeit jedoch noch kein Notstand wie in Teilen Italiens, es wurde jedoch Voralarm gegeben. Die Niederschlagsmenge der vergangenen Monate entspricht im nordöstlichen Teil in etwa dem langjährigen Durchschnitt. Im westlichen Landesteil und in einigen Gemeinden wie Natz-Schabs weist er hingegen größere Defizite auf. Auf den Gletscherflächen ist dieses Jahr die Schneereserve um etwa 40 Prozent geringer als im langjährigen Durchschnitt. Durch diese geringe Schneemenge fehlt der Schmelzwasserbeitrag schon seit der ersten Junihälfte. Zur Versorgung der Abflüsse tragen damit laut dem Direktor der Umweltagentur, Flavio Ruffini, nur mehr die Gletscher bei. Er weist außerdem darauf hin, dass die Speicherseen in der westlichen Landeshälfte (insbesondere Reschen und Schnals) derzeit Füllstände aufweisen, die deutlich unter dem Neufassung Gatterwald-Quellen Jenesien langjährigen Durchschnitt liegen. Die Füllung des Reschensees liegt aktuell bei rund 38 Prozent (72,6 Millionen Kubikmeter) der Gesamtkapazität. Große Herausforderung: das Stauseenmanagement Dazu Flavio Ruffini: „Ist weniger Wasser im Stausee, gibt es weniger Stromproduktion, die Netzstabilität muss im Laufe des Jahres garantiert werden. Es sei wichtig, sich für die kommenden Wochen Reserven zu halten. Dies alles stellt das Abflussmanagement im Einzugsgebiet der Etsch – das einzige, das im Norden Italiens noch nicht das Notstandslevel „hoch“ ausgerufen hat – vor große Herausforderungen.“ Am Messpegel in Boara Pisani im Mündungsbereich der Etsch in die Adria muss eine Abflussmenge von mindestens 80 Kubikmeter pro Sekunde garantiert sein, damit es nicht zum Rückfluss des Meerwassers in den Flusslauf und damit zur Versalzung des Bodens und der Trinkwasservorkommen kommt. Denn zahlreiche Gemeinden im Mündungsbereich leben dort nämlich vom Trinkwasser, das aus Brunnen im Einflussbereich der Etsch gewonnen wird. ©Anita Augscheller HANDWERK PUR. Lana . T 0473 56 15 09 www.gamperdach.it

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