Aufrufe
vor 2 Wochen

Energie & Umwelt 2022

  • Text
  • Prostata
  • Brennstoffzellen
  • Badevergnügen
  • Mobil
  • Nachhaltig
  • Wasserkraftwerkt
  • Trinkwasser
  • Sparen
  • Elektromobilität
  • Italien
  • Zukunft
  • Millionen
  • Foto
  • Wasserstoff
  • Bozen
  • Wasser
  • Unternehmen
  • Energie
  • Strom

Foto © Klaus

Foto © Klaus Peterlin/Alpitronic Radius: Elektromobilität scheint in Italien ein Fremdwort zu sein. Wie kann es sein, dass die Italiener bei den E-Fahrzeugen so deutlich hinter den meisten Ländern Europas liegen? Harald Reiterer: Tatsächlich ist Italien kein Vorbild in Sachen Elektromobilität. Zum Vergleich: Im Juli 2022 waren rund 3,3 Prozent der neu zugelassenen Pkw in Italien mit einem E-Motor ausgestattet, in Deutschland waren es 14 Prozent. Für dieses Nachhinken gibt es mehrere Gründe. Die reichen vom schwach ausgeprägten Umweltbewusstsein der Italiener bis hin zur sinkenden Kaufkraft. Man muss bedenken, dass ein E-Auto beim Kauf teurer ist als ein Verbrenner und die Einsparungen erst im Laufe der Nutzung eintreten. Meiner Meinung nach sind aber in großem Maß auch die staatlichen Förderungen schuld an der Zurückhaltung. Sie sind absolut unzuverlässig. Foto: Manuela Tessaro Harald Reiterer, Leiter des Bereiches „Green Mobility“ in der Südtirol Transportstrukturen AG (STA) Elektromobilität: Das sollten Sie unbedingt wissen Südtirol ist mal wieder der Vorzeigeschüler. Insgesamt aber hätte Italien im „Fach“ Elektromobilität in Europa ziemlich schlechte Noten. Harald Reiterer, Leiter des Bereiches „Green Mobility“ in der Südtirol Transportstrukturen AG (STA), erklärt, woran das liegt, wie sich die aktuellen Krisen auf die Entwicklung der E-Mobilität auswirken und warum es sich angesichts der Strompreiserhöhungen dennoch lohnt, ein E-Auto zu kaufen. Radius: Unzuverlässig inwiefern …? H. Reiterer: Da gibt es mehrere Beispiele. Die Förderungen waren ja zunächst bis Ende 2021 angesetzt. Anstatt rechtzeitig eine Neuauflage vorzubereiten, gab es danach monatelang gar keine Förderung, bis endlich wieder eine Regelung in Kraft trat, die weitere Unterstützungen beim Kauf von E- Fahrzeugen zusicherte. Ein zweites Beispiel: Um noch in die alte Regelung von 2021 zu fallen, wurde festgelegt, dass das Fahrzeug innerhalb Juni 2022 zugelassen werden musste. In der Folge waren die Zulassungszahlen im Juni höher, im Juli dann umso schlechter. Einige Käufer schauten bei der Förderung auch durch die Finger, weil es nicht möglich war, ihr Auto rechtzeitig zuzulassen. So geht es natürlich nicht. Denn wenn gesetzliche Rahmenbedingungen ständig wechseln, erzeugt das Unsicherheit. Und dann hat Italien auch noch grundsätzliche Nachteile gegenüber anderen Ländern.

ELEKTROMOBILITÄT 21 Foto © Klaus Peterlin/Alpitronic hypercharger HYC150 bei alpitronic, Schnellladesäule mit 150 kW Radius: Welche zum Beispiel? H. Reiterer: Die staatliche Regelung für die Stromanschlussleistung im eigenen Haus. In Österreich und Deutschland sind die Grundanschlussleistungen viel höher, und es spielt keine große Rolle, wie viel Kilowatt ein Haushalt hat. In Italien hingegen zahlt man bei mehr als 3 kW und erst recht über 4,5 kW erheblich mehr. Und um ein Auto aufzuladen, wären zumindest 4,5 kW empfehlenswert. Hier müssten sich die Rahmenbedingungen wesentlich ändern. Denn dass man angesichts dieser Voraussetzungen mitteleuropäisches Niveau erreicht, ist fraglich. Radius: Stimmt es, dass die staatlichen Förderungen auch reduziert wurden? H. Reiterer: Ja, in dem Sinn, dass es jetzt nur noch Geld gibt, wenn ein reines E-Auto nicht mehr als 35.000 Euro plus Mehrwertsteuer kostet. Außerdem muss es ein Privatfahrzeug sein. Bei Plug-in-Hybriden ist die Fördergrenze hingegen bei 45.000 Euro plus Mehrwertsteuer. Das hat wahrscheinlich industriepolitische Hintergründe. Die italienischen Hersteller sollen damit wohl bevorzugt werden. Denn gängige Mittelklassefahrzeuge von ausländischen Herstellern fallen jetzt nicht mehr in die Förderklasse, wohl aber der Fiat 500, das einzige in Italien produzierte E-Auto. Wenigstens werden mit der neuen Regelung auch Nutzfahrzeuge mit Elektromotor gefördert. Radius: Das klingt nicht, als ob man die klassische Familie dazu animieren möchte, umweltfreundlich Auto zu fahren … „Italien versucht, seine mangelnde technische Innovationsleistung nun mit einem gewissen Protektionismus bei den Förderungen zu kompensieren. “ H. Reiterer: Absolut nicht. Es fehlt auf staatlicher Ebene am politischen Willen. Italien versucht, seine mangelnde technische Innovationsleistung nun mit einem gewissen Protektionismus bei den Förderungen zu kompensieren. Radius: Wie ist der Stand der Dinge in Südtirol im Vergleich zu Italien? Wie „elektroaffin“ sind Herr und Frau Südtiroler? H. Reiterer: Zunächst zu den Zahlen: Ich schicke dabei voraus, dass viele Mietwagenunternehmen ihre Fahrzeuge aus steuerrechtlichen Gründen gerne in Südtirol anmelden. Diese mitberechnet liegen wir mehr oder weniger im gesamtstaatlichen Schnitt. Anders sieht es aus, wenn wir ausschließlich die Privatfahrzeuge betrachten. Dann steigt der Anteil Hier könnte der Platz für unseren neuen Bildtext sein

© 2017 Weinbergweg 7 | 39100 Bozen | MwSt.-Nr.: IT00853870210 | Tel. 0471 081 561 | Fax 0471 081 569 | info@mediaradius.it