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Energie & Umwelt 2021

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40 PORTRAIT Foto © Daniel Demichiel Klaus Mutschlechner, Geschäftsführer der Firma Intercable, einer der wichtigsten Zulieferer für alle Premium-Fahrzeughersteller im Bereich E-Mobilität und Präsident des Netzwerks „Automotive Excellence Südtirol“, dem Zusammenschluss von sechs Südtiroler Firmen, die Zulieferer für die weltweite Automobilindustrie sind. Kein E-Auto in Europa fährt ohne Südtiroler Komponenten! In seiner - gering bemessenen - Freizeit zieht der Pusterer mit seiner Frau und seinen beiden Kindern zwar Wassersport wie Surfen, Kitesurfen und Wasserski vor, aber Klaus Mutschlechner ist auch ein Wanderer. Nicht in den Bergen, sondern zwischen heute und der Zukunft. Er lebt und bestimmt das Heute, hat den Kopf aber schon im Morgen, kennt und beeinflusst die Entwicklungen der nächsten Jahre. Sich Herausforderungen zu stellen ist sein Metier; dabei stellt er höchste Ansprüche nicht nur an sich selbst, sondern auch an seine Mitarbeiter. Manchmal zu viel, wie er zugibt. Zeitwanderer Klaus Mutschlechner ist ein Techniker, durch und durch konkret, aber soziale Beziehungen, menschlicher Kontakt und Vertrauen im Umgang haben einen hohen Stellenwert bei ihm. Weltoffen und menschenorientiert ist ein Motto seines Unternehmens. Europa-Challenge: CO 2-Neutralität bis 2035 Das EU-Ziel der CO 2-Neutralität bis 2035 ist ein hochgestecktes, ehrgeiziges Ziel, das ihm entspricht. Ob es termingerecht zu erreichen ist, sagt er, sei allerdings dahingestellt, aber zumindest habe Europa eine klare Zielrichtung! „Wir denken in Modellzyklen, und es wird mindestens zwei bis drei brauchen, um die Umstellung zu vollziehen.“ Wobei er zu bedenken gibt, dass die Verbrennungsmotoren, auch wenn sie Auslaufmodelle sind, noch nie so gut waren wie heute. Mit seiner Firma Intercable ist Mutschlechner Mitglied im Automotive Netzwerk Südtirol. Ein Zusammenschluss von sechs Südtiroler Unternehmen, die zu den Marktführern der E-Mobilitäts-Branche zählen, d. h. in der Komponentenherstellung für E-Autos. Mit Intercable sind das GKN Driveline und GKN Sinter Metals, Alupress sowie Autotest und Abuscom. Die Kunden der Automotive-Partner sind u. a. die sogenannten Premium-Fahrzeughersteller wie

PORTRAIT 41 Mercedes, BMW, Audi, Volkswagen und Porsche. Die Intercable Gruppe zählt über 2000 Mitarbeiter in 11 Niederlassungen in Europa und Übersee: China, USA, Italien, Slowakei, Deutschland und Österreich. Vor COVID war Klaus Mutschlechner nicht nur ein Zeitreisender, sondern auch ständig zwischen den Kontinenten unterwegs. Auch wenn er als leidenschaftlicher Techniker mit den digitalen Medien auf Du und Du ist, die persönliche Begegnung können sie seiner Ansicht nach nicht ersetzen. Bis zu einer nächsten Reise nach China wird er sich aber noch gedulden müssen: Voraussichtlich erst nach der Olympiade 2022. „Wir haben rechtzeitig einen neuen Trend erkannt“ Hat Klaus Mutschlechner vor 15 Jahren schon eine Entwicklung vorhergesehen und das Unternehmen auf einen neuen, zukunftsweisenden Kurs gebracht? Der Kurs habe sich fast von selbst ergeben, meint der Geschäftsführer von Intercable. Das Brunecker Unternehmen war von jeher spezialisiert auf isolierte Leitungen und Komponenten, die hohe Ströme übertragen. „Wir haben rechtzeitig einen neuen Trend erkannt und unser Know-how einbringen können.“ Die Qualitätsanforderungen sind extrem hoch. Klaus Mutschlechner: „Wenn etwas nicht funktioniert, fährt das Auto im besten Fall nicht, im schlimmsten brennt es!“ Die Wurzeln der Intercable sind in Bruneck und auch wenn es eine Herausforderung ist, hochqualifizierte Arbeitskräfte in Südtirol zu finden, werden das Headquarter und die Denkfabrik des Unternehmens im Pustertal bleiben, unterstreicht Mutschlechner. Das Personalproblem löse sich durch eine besondere Qualität der Südtiroler, die so manches Manko an Qualifikation wettmachen könne. Die Südtiroler Arbeitskräfte zeichneten sich durch ihre besondere Hartnäckigkeit und großen Fleiß aus. Nebenbei sind das Eigenschaften, die er bei sich selbst als sehr positiv bewertet. „Bei uns gibt man nur Briefe auf, sonst nichts“, scherzt er. Synergien mit der Universität und den Fachoberschulen sowie spezifische Ausbildungsprogramme sollen dazu beitragen, geeignete Arbeitskräfte heranzubilden. Und wer beruflich von auswärts nach Südtirol kommt, findet im Pustertal nicht nur ein wundervolles Umfeld, sondern bei Intercable auch jede erdenkliche Hilfestellung, angefangen von der Suche nach der passenden Unterkunft bis hin zu einem qualifizierten Arbeitsplatz für den Partner. Der Zukunft der E-Mobilität sieht Mutschlechner jedenfalls mit großem Optimismus entgegen. Die Automobilbranche hatte zwar durch Corona große Einbußen, die Partner von Automotive konnten hingegen ihren Wettbewerbsvorsprung noch weiter ausbauen, der E-Automarkt boomt. Zukunftsmusik Heute sind Elektroautos noch teuer und leiden unter der begrenzten Reichweite. In Zukunft, so der Präsident von Automotive, werden die Batterien leichter, die Reichweite erweitert und die Kosten sinken. Klaus Mutschlechner denkt und spricht in konkreten Bildern: „Das ist wie mit den Handys. Die ersten waren schwer wie ein Ziegelstein, fungierten nur als Telefon und waren sehr kostspielig. Heute, nach wenigen Jahren, passen die modernen Smartphones in jede Hosentasche, ersetzen einen Computer und sind erschwinglich für jeden.“ Auch die Modalitäten werden sich ändern. „In ein paar Jahren werden wir Autos nicht mehr kaufen, sondern leasen. Die Batterien können nach vier, fünf Jahren, wenn sie nur mehr 60 Prozent ihrer ursprünglichen Ladekapazität haben, die für ein Auto nicht mehr ausreichen, für weitere fünf bis zehn Jahre im Wohnbereich eingesetzt werden. Es wird Lösungen für neue Rohstoffe und für das Recycling geben … Zukunftsmusik, die Klaus Mutschlechner schon heute hört.

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