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Energie & Umwelt 2016

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26 05/2016 den 440-460 PS der herkömmlichen Lkws mit einer Nutzlast von 25 Tonnen. Flüssiggasbetriebene Lkws könnten theoretisch zwar 25 Tonnen befördern, würden aber bei diesem Gewicht eine Geschwindigkeit von höchstens 20 km/h erreichen. Der zweite große Nachteil eines Flüssiggas-Lkws ist dessen geringe Reichweite, da er mit einem Tank nur 800 Kilometer zurücklegen kann und wegen eines fehlenden engmaschigen Tankstellennetzes keine Betankungssicherheit hat. > Radius: Setzt Fercam zunehmend auch auf die Schiene, wo es möglich ist? T. Baumgartner: Ein auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes Erfolgsprojekt unseres Unternehmens ist z.B. jenes unserer Niederlassung in Sassuolo. Den dort ansässigen Fliesenproduzenten wird seit vielen Jahren eine innovative, nachhaltige und umweltfreundliche Transportlösung angeboten. An sechs Tagen der Woche verkehrt unser eigener Company- Train zwischen Verona und Köln im Dienste der Fliesenlogistik. Die Waren werden von unserer Niederlassung in Sassuolo bei den Keramikproduzenten abgeholt, in unserer Niederlassung konsolidiert und auf unsere Wechselaufbauten verladen und per Zug von Verona nach Köln transportiert, wo unsere dortige Niederlassung die Feinverteilung der Waren an die Empfänger vornimmt. Für die Rückfahrt wird der Zug mit Tonerde beladen, die für die Keramikunternehmen in Sassuolo zur Herstellung der Fliesen bestimmt ist. Mit diesem täglich verkehrenden Zug verlagern wir 14.000 Lkws jährlich mit einem durchschnittlichen v.l.: Hannes und Thomas Baumgartner Ladegewicht von 28 Tonnen pro Lkw von der Straße auf die Schiene mit einer beachtlichen Senkung der CO 2 - Emissionen und wesentlichen Verringerung des Verkehrsaufkommens auf der Straße. Derartigen Verlagerungen des Schwerverkehrs auf die Schiene sind für bestimmte Waren geeignet, allerdings gibt es auch viele Produkte und Produzenten, für deren Transporterfordernisse in puncto Flexibilität, Erreichbarkeit und Zuverlässigkeit einzig der Lkw in Frage kommt. Und zusätzlich sollte man nicht vergessen, dass der Bahntransport zwar nahezu emissionsfrei ist, dass aber die Gewinnung der Elektroenergie auch Ressourcen erfordert.“ Innovative IT-Lösungen für effiziente Logistik Neben den technologischen Innovationen, die im Fercam-Fuhrpark zur Anwendung kommen, wie Euro 6-Motoren oder gasbetriebene Fahrzeuge, sind komplexe Software-Entwicklungen für Energieeffizienz, schonenden Einsatz der Ressourcen und Nachhaltigkeit in unserem Unternehmen von zunehmender Bedeutung. Dazu ein Beitrag von Hannes Baumgartner. Unsere Fahrzeugflotte wird seit vielen Jahren GPS-überwacht, was nicht nur der Sicherheit dient, sondern womit auch für jeden Transportauftrag per Computer die ideale Streckenführung errechnet wird. Unsere Fahrzeuge sind mit Bordcomputern ausgestattet, die neben den wesentlichen Informationen zum Transportauftrag auch das Fahrverhalten aufzeichnen und die Fahrer zu korrektem, energieeffizienten Fahren anhalten. Durch diese interaktiven OnBoard-Units werden unserer Fahrer auch bei der praktischen Umsetzung des ihnen bei Fahrerschulungen vermittelten theoretischem Wissen zum sparsames Fahrverhalten unterstützt. Im Distributionsnetzwerk kommt eine betriebsintern entwickelte, weil für unsere Bedürfnisse maßgeschneiderte, Optimierungs-Software zum Einsatz, mit der die Linienverkehre optimal ausgelastet werden und demzufolge Verkehrsreduzierung bewirkt wird. Im Logistikbereich testen wir laufend neue Anwendungen und Software, mit dem die von unseren Lagern startenden Sendungen IT-gestützt so zusammengestellt wird, dass die Lkws, unter Berücksichtigung von Volumen und Gewicht, maximal genutzt sind. Aber es gibt auch viele, auf den ersten Blick banale Maßnahmen, die in unserem Unternehmen nicht unwesentliche Ressourceneinsparungen bewirken; so sind, beispielsweise, sämtliche Drucker standardmäßig auf beidseitiges Drucken eingestellt, sofern auf den Ausdruck von Dokumenten nicht verzichtet werden kann. Außerdem haben wir in den letzten Jahren alle größeren Niederlassungen mit Videokonferenzräumen ausgestattet, um Fahrten zu Arbeitstreffen und -sitzungen zu vermeiden. Durch stete Verbesserung und den Austausch von obsoleter Hardware fällt natürlich auch sehr viel „Computermüll“, wie Monitore und PC, an, den wir natürlich ordnungsgemäß über die traditionellen Wege entsorgen. Unsere IT-Abteilung sucht seit Jahren nach innovativen und kreativen Ideen, um diese obsolete Hardware einer neuen, interessanten und nützlichen Bestimmung zuzuführen. „Wir freuen uns auch über kreative, innovative Vorschläge seitens der Leser.“

05/2016 27 Der Umweltreport von FERCAM Die Abteilung Umwelt und Qualität der Fercam erstellt jährlichen Report und definiert Ziele wie Treibstoffverbrauch, Schadstoffausstoß, Energieeinsparung, ISO-Zertifizierung, Kontrolle des Fuhrparks. Das sind Schlüsselbegriffe der Tätigkeit von Lorena Biasi, Umweltund Qualitätsbeauftragte des Logistik-Unternehmens Fercam. Bei Fercam arbeiten die verschiedenen Bereiche autonom aber vernetzt und hochqualifizierte Mitarbeiter suchen nach den jeweils besten Lösungen. An erster Stelle steht das Interesse des Kunden, aber gleich dahinter folgt die Verantwortung gegenüber der Umwelt und die Suche nach immer besseren und nachhaltigeren Lösungen. Eine eigene Abteilung für Umweltfragen zeigt wie wichtig Fercam dieses Anliegen ist. > Radius: Bei Ihnen, bzw. in Ihrer Abteilung laufen alle Daten zusammen, die mit Umwelt und Qualität, mit Energieverbrauch, mit dem Zustand und der Wartung zu tun haben. Lorena Dibiasi: Das stimmt. Wir vergleichen kontinuierlich die Daten und erstellen jedes Jahr einen umfassenden Umweltbericht, der Aufschluss über Energieverbrauch und -nutzung gibt, über Wasserverbrauch, Heizkosten, Zustand der Flotte und in dem wir über die Projekten informieren, an denen wir teilnehmen sowie über die Ziele, die wir aufgrund der vorliegenden Daten für das kommende Jahr anstreben. > Radius: Welche Art von Projekte sind das? L. Biasi: 2013 haben wir z.B. an einem europäischen Projekt der Region Emilia Romagna, Ecostar, teilgenommen und die höchste Punktzahl erreicht. Wir verfolgen eine Ecodrive- Kampagne, informieren unsere Fahrer über umweltfreundliches Fahrverhalten und organisieren jedes Jahr Öko-Schulungen, um nur einige Beispiele zu nennen. > Radius: Aber Ihre Abteilung sammelt nicht nur Daten bezüglich des Transports? L. Biasi: Nein, zu einer verantwortungsvollen Umweltpolitik gehört mehr. Wir monitorieren auch alle Geschäftsbereiche auf ihre Nachhaltigkeit hin. Ein verantwortlicher Umgang mit den Ressourcen und der Respekt der Umwelt beginnt schon bei den Immobilien. Wir haben in Bozen, in Sommacampagna und in Rho Photovoltaikanlagen installiert, der Energiekonsum wird ständig überwacht und im letzten Jahr haben wir in den Lagern, in den Werkstätten und auf den Außenbereichen und Abstellplätzen sowie auf den Laderampen ein Relamping vorgenommen, d.h. wir haben alle Leuchtmittel durch LED-Lampen ersetzt, die zum einen weniger Energie verbrauchen und zum anderen wesentlich langlebiger sind als herkömmliche Lampen. Im Augenblick läuft eine Studie, die die Situation in den Gebäuden überprüft. > Radius: Fercam ist ein Unternehmen mit Niederlassungen in ganz Europa und weltweiten Geschäftsbeziehungen. Gibt es diesbezüglich auch die Umwelt betreffende Vorgaben? L. Biasi: Natürlich. Unsere Disponenten ermitteln für jeden Kunden die optimalste Transportroute, gerade auch unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit. Von jeher setzen wir auch auf kombinierte Transporte, wo dies verkehrstechnisch geeignet und umweltmäßig sinnvoll ist.

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