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Energie & Umwelt 2013

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46 09/2013 service Kunden sicher betreuen … Radius hat mit dem Geschäftsführer der energy.dis, Eugen Psaier, über den Systemwechsel im Energiesektor und die damit verbundenen Anforderungen an Unternehmen und Dienstleister gesprochen. Radius: Im Energiesektor vollziehen sich einige wichtige Änderungen … Eugen Psaier: Ja, so wurden im Juni in Italien erstmals 50 % der Gesamtproduktion aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt. Dieser Zuwachs von 30 % im Vergleich zum Vorjahr ist vor allem den Wind- und Solarkraftwerken zu verdanken. Noch vor einigen Jahren wollte man diesen neuen Energieträgern nur eine marginale Rolle einräumen. Bereits jetzt haben wir in manchen Stunden ein Überangebot an Energie, was zu sinkenden Importen und einem extremen Preisverfall führt. Radius: Die Verbraucher und Industriebetriebe beklagen sich aber weiterhin über hohe Energiepreise. Politisch wird den erneuerbaren Energien Preistreiberei unterstellt. E. Psaier: Fakt ist, dass die erneuerbaren Energien in Summe zu einer positiven volkswirtschaftlichen Bilanz, besonders auch hier in Südtirol, führen, oder glauben Sie, die Gewinne, welche an die ölfördernden Länder transferiert werden, wären nachhaltig? Es war allen klar, dass die Energiewende auch Geld kostet, und dieses sehen jetzt einige Multis davonschwimmen. Ihre Ölund Gaskraftwerke können aufgrund des Überangebotes an Energie nicht mehr kosteneffizient produzieren, sodass sich diese nicht mehr rechnen. Plötzlich gerät deren heile Welt ins Wanken. Zur Person DDr. Ing. Eugen Psaier hat in München Energietechnik, in den USA und in Innsbruck Wirtschaft studiert und ist Geschäftsführer und Teilhaber des Beratungsunternehmens energy.dis. Im Jahr 2008 gründete er mit Ing. Martin Unterberger zusätzlich das Ingenieurbüro Studio Psaier & Unterberger. Zudem besteht eine enge Zusammenarbeit in Steuerfragen mit der Steuerkanzlei Psaier&Partner. Im Jahr 2013 gründet er das Unternehmen energy.invest, welches sich als Investitionsplattform versteht. energy.dis GmbH – Beratung und Dienstleistungen im Energiesektor Gründung: 2001 Mitarbeiter: 25 Kunden: Energieproduzenten, Verteilerunternehmen und Investoren Leistungen: Beratung, Meldungen an Behörden (UTF, TERNA, AEEG), Abwicklung (GSE, GME, Händler, Energiekunden) und Planung Radius: Es bahnt sich also ein Paradigmenwechsel an? E. Psaier: Mittelfristig sicher, kurzfristig werden die „Dinosaurier“ versuchen, ihre Position zu sichern und nehmen dabei die Konsumenten mit in Geiselhaft. Minister Flavio Zanonato plant dabei die Förderung der erneuerbaren Energien zu kürzen, um im Gegenzug die Verbraucher um 3 Mrd. Euro auf der Stromrechnung zu entlasten. Sinnvoller wäre es für den Staat, eine aktive Rolle bei der Energiewende zu übernehmen und ausländische Investoren mit ins Boot zu holen. Für die Bürger haben, wie Umfragen bestätigen, die erneuerbaren Energien nach wie vor einen hohen Stellenwert. Zudem erleben wir, dass heute Photovoltaikanlagen, kombiniert mit einem Verbraucher und insbesondere in den südlichen Regionen, auch ohne Förderungen wettbewerbsfähig sind. Es wird mittelfristig also zu einem Umdenken kommen. Radius: Welche Herausforderungen sehen Sie in der Zukunft? E. Psaier: Klassische Rollenbilder werden aufgeweicht und es steht die Beschreitung neuer Wege an. Nachdem die Förderung der Produktionen der letzten 15 Jahre in dieser Höhe nicht mehr gewährt wird, muss der Produzent, um wettbewerbsfähig zu bleiben, sich überlegen, die Wertschöpfungskette weiterzuentwickeln und nach Möglichkeit zu integrieren. Zukunftsträchtig ist also die Produktion mit einem Verbrauch zu koppeln und somit zum „Prosumer“ zu werden bzw. im Verbund über Mikronetzwerke die Produktionsstätte mit der Verbrauchsstätte zu kombinieren. Verteiler hingegen stehen ihrerseits vor der Herausforderung, dass der Strombezug vom Netz durch die direkte Verbindung zwischen Produzent und Verbraucher abnehmen kann. Damit sie nicht aus der Wertschöpfungskette herausfallen, sind strategische Schritte notwendig. Der Verteiler muss in Zukunft zum Energiemanager werden: dazu gehören die Themen wie Wirk- und Blindleistungsmanagement und die Einführung aktiver Elemente zur Spannungsregelung. Ein wichtiges Thema zur Transformation in den nächsten Jahren werden auch die Energiespeicher sein. Und mit noch einem Irrtum soll hier aufgeräumt werden: kleine Verteiler wie Genossenschaften werden sich bei diesen Schritten leichter tun als große überregionale Verteiler. DDr. Ing. Eugen Psaier Geschäftsführer energy.dis: „Im Zentrum unseres Handelns steht der Kunde.“ Menschen Projekte technologie invest trade investment | fond | fairness trading | erlösoptimierung consulting asset & plant management | strategie studio service dis projektierung | machbarkeitsstudien | konzepte administration | fakturierung | meldungen | all inclusive qualität | vertrauen | sicherheit Julius-Durst-Straße 6 | I-39042 Brixen (BZ) | T +39 0472 275 300 | F +39 0472 275 310 | info@energy-dis.it | www.energy-dis.it

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