Aufrufe
vor 4 Jahren

Eishockey 2015/16

  • Text
  • Serie
  • Bozen
  • Saison
  • Vergangenen
  • Spieler
  • Rittner
  • Pustertal
  • Eagles
  • Mailand
  • Angriff
  • Radius
  • Eishockey

EBEL: HCB Südtirol

EBEL: HCB Südtirol EBEL: HCB Südtirol 4 SPORT B 2015 SPORT B 2015 5 Der Abschied zweier HCB-Urgesteine Der HCB Südtirol hat im Sommer die Verträge mit zwei langjährigen Schlüsselspielern nicht mehr verlängert. Günther Hell und Stefan Zisser fielen der unerbittlichen EBEL-Punkteregelung zum Opfer. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die beiden HCB-Urgesteine ihre beeindruckenden Karrieren beenden werden. 30 Jahre lang waren der Torhüter und der Mittelstürmer tragende Säulen im Team des HCB Südtirol. Günther Hell war zuletzt der einzige Spieler, der beim HC Bozen groß geworden ist. Der 37-jährige Familienvater hat 16 Saisonen für seinen Heimatverein bestritten. „Als ich sieben Jahre alt war, hat mich mein Vater in die Romstraße begleitet. Während meine Freunde großteils beim EV Bozen groß geworden sind, war ich damals beim HC Bozen einer der wenigen Spieler deutscher Muttersprache. Da ich kaum italienisch konnte, entschloss ich mich von Beginn an, ins Tor zu gehen, da ich dort mit niemandem reden musste. Ich habe in meiner Karriere kein einziges Training als Feldspieler bestritten“, blickt Hell auf seine Anfänge zurück. „Am meisten haben mich Marcel Sakac und Michael Mair geprägt. Ihnen habe ich sehr viel zu verdanken“, sagt Hell. Sakac war auch Torhüter und hatte 1979 mit der Tschechoslowakei den Vizeweltmeistertitel gewonnen. Michael Mair betreute dagegen zwei Jahre lang die Young Selection und hat zahlreiche Nachwuchstalente zu erfolgreichen Eishockeyspielern geformt. „Der wahrscheinlich beste Coach, den ich je hatte, war der leider viel zu früh verstorbene Ron Kennedy. Aber auch Michel Goulet oder Kent Johansson waren herausragende Trainer“, erklärt Hell. In der Saison 1996/97 feierte Hell sein Debüt in der Serie A. Von 2007 bis 2010 hütete er das Tor der Vienna Capitals, von Alleghe, Eppan und Sterzing. Zur Saison 2010/11 kehrte der ehemalige Nationaltorhüter zu Günther Hell seinem Heimatverein zurück. Mit dem HC Bozen, bei dem er 241 Mal den Kasten gehütet hat, wurde er vier Mal Italienmeister, gewann je zwei Mal den Italienpokal und italienischen Supercup und holte 2014 den EBEL-Meistertitel. Gute Erinnerungen an die Zeit in der Nationalmannschaft Trotzdem waren die zehn Jahre in der Nationalmannschaft die schönste Zeit in seiner Karriere. „Der Höhepunkt waren die Olympischen Spiele 2006 in Turin“, blickt Hell zurück. Er hat sieben Weltmeisterschaften bestritten und als einziger in Italien geborener Torhüter ein Spiel bei einer A-WM gewonnen hat. „In der Nationalmannschaft herrschte immer ein besonderes Klima. Ich hatte das Glück, mit vielen großartigen Spielern im gleichen Team zu spielen“, versichert der Goalie, dem aber auch die Bozner Kabine fehlen wird: „Unsere Kabine war immer etwas Einzigartiges und hat uns stets ausgezeichnet. Es herrschte eigentlich immer ein großer Zusammenhalt und wir haben uns gegenseitig stets zu Höchstleistungen angetrieben. Das Schönste war sicherlich, dass ich gemeinsam mit meinen besten Freunden wie Roland Ramoser, Christian Walcher oder Stefan Zisser meiner Arbeit nachgehen konnte. Die 16 Jahre beim HC Bozen haben mich geprägt und ich werde sie nie vergessen.“ In seiner Jugend war Hell „oft vorlaut“, wie er im Nachhinein selbst eingesteht. Auf dem Eis hat er aber immer versucht, seine beste Leistung abzurufen. Viele Jahre hinweg wurde ihm ein ausländischer Torhüter vor die Nase gesetzt; egal ob dieser besser war, oder nicht. Es hat einige Zeit gedauert, bis sich „Günne“ mit der teilweise unberechtigten Reservistenrolle abgefunden hat. Hell hat in Bozen viele Spieler kommen und gehen sehen. „Die besten Torhüter waren mit Sicherheit Frank Pietrangelo und Jason Muzzatti. Von den Verteidigern sind mir Deron Quint und Niklas Hjalmarsson in bester Erinnerung geblieben“, erklärt der Schlussmann, der noch nicht weiß, wie es jetzt weiter geht: „Ich habe mir ehrlich gesagt noch keine Gedanken gemacht, ob meine Karriere nun zu Ende ist oder nicht. Ich lasse es einfach auf mich zukommen. Priorität hat jetzt einmal meine Familie, allen voran meine Frau Kathrin, die in Vergangenheit oft zurückstecken musste und der ich sehr viel zu verdanken habe.“ Hell hat eine neunjährige Tochter und einen sechsjährigen Sohn, der in Eppan Eishockey spielt. Er weiß noch nicht, ob er irgendwann die Trainerlaufbahn einschlagen wird: „Am meisten würde mich der Beruf des sportlichen Leiters, der hierzulande leider ein Tabu ist, reizen“. Stefan Zisser ist einer der erfolgreichsten Spieler Italiens Kaum ein anderer Spieler war im italienischen Eishockey so erfolgreich wie Stefan Zisser. Mit dem HC Bozen hat der mittlerweile 35-jährige Stürmer eine EBEL-Meisterschaft (2014), vier Stefan Zisser Italien-Meistertitel (2000, 2008, 2009 und 2012), drei Italienpokale (2004, 2007 und 2009) und drei Italienische Supercups (2005, 2008 und 2009) gewonnen. Einen weiteren Meistertitel, einen Italienpokal und einen Supercup holte er sich 2002 mit dem HC Mailand. Seine Karriere bei den „Großen“ begann Zisser 1995 im Alter von 15 Jahren beim EV Bozen in der Serie A2. 1996 wechselte er zur Junioren- Mannschaft von TPS Turku nach Finnland, wo er vier Jahre blieb. In der Saison 1999/2000 unterschrieb er einen Einjahresvertrag beim HC Bozen. Dann stürmte „Zizzi“ zwei Saisonen beim HC Mailand und sammelte in 88 Spielen 44 Skorerpunkte (13 Tore). Vor 14 Jahren kehrte Zisser, der von 1996 bis 2011 fixer Bestandteil der italienischen Nationalmannschaft war, wieder nach Bozen zurück. Für den Rekordmeister brachte es der kleine, unermüdliche Kämpfer in insgesamt 671 Meisterschaftsspielen (551 in der Serie A und 120 in der EBEL) auf 246 Skorerpunkte (85 Tore). Beim HCB Südtirol ist auf alle Fälle eine Ära zu Ende gegangen. Die beiden Urgesteine Günther Hell und Stefan Zisser werden dem erfolgreichsten Eishockeyverein Italiens mit Sicherheit fehlen. HCB Südtirol Pos. Nr. Name Geboren cm kg 3 Daniel Morandell 07.04.95 190 85 24 Jaroslav Hübl (TCH) 29.12.82 184 85 6 Sean McMonagle (ITA/CAN) 19.01.88 185 88 17 Alexander Egger 22.12.79 186 88 20 Brett Flemming (CAN) 26.02.91 180 85 21 Roland Hofer 24.06.90 185 89 44 Hannes Oberdörfer 04.04.89 182 93 65 Luca Franza 29.02.92 198 98 92 Matic Podlipnik (SLO) 09.08.92 180 82 7 Denny Deanesi 03.06.93 190 91 8 Marco Insam 05.06.89 188 92 12 Steve Saviano (ITA/CAN) 31.08.81 170 78 13 Nate DiCasmirro (ITA/CAN) 27.09.78 178 89 18 Anton Bernard 18.04.89 178 82 19 Taylor Vause (CAN) 28.09.91 177 83 23 Markus Gander 16.05.89 186 90 26 Joel Broda (CAN) 24.11.89 183 98 36 Jerry Pollastrone (USA) 10.03.86 179 86 42 Matt Pope (CAN) 05.08.84 187 92 94 Daniel Frank 21.03.94 187 90 Durchschnitt: 26,9 Jahre 183,6 88,2 Trainer: Tom Pokel (neu) Tor Abwehr Angriff Zugänge: Daniel Morandell, Luca Franza, Denny Deanesi (alle Kaltern), Brett Flemming (Reading Royals/ECHL), Matic Podlipnik (Laibach), Joel Broda (Hershey Bears/ AHL), Nate DiCasmirro, Matt Pope (beide Valpellice), Jerry Pollastrone (Mora/Allsvenskan), Steve Saviano (Djurgarden/SHL), Taylor Vause (Colorado Eagles/ECHL) Abgänge: Richard Crowley (Cortina), Guntis Galvins (Dinamo Riga), Phil DeSimone (Graz), Rick Schofield, Ziga Pance (beide Villach), Taylor Carnevale (Kassel/ DEL2), Derek Nesbitt (Gwinnet Gladiators/ECHL), Matt Sisca (Manchester/GBR), Paul Zanette (Edinburgh/GBR), Günther Hell, John Lee, Stefan Zisser, Mark Cullen (alle Ziel unbekannt) Ihr Platz in der ersten Reihe!

© 2017 Weinbergweg 7 | 39100 Bozen | MwSt.-Nr.: IT00853870210 | Tel. 0471 081 561 | Fax 0471 081 569 | info@mediaradius.it