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Bauen und Sanieren 2023

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8 Nr.

8 Nr. 1/2023 ALTBAUSANIERUNG Es war für viele unvorstellbar, wie viel Potenzial im Knappenhaus steckte. Foto © Tobias Kaser Foto © Tobias Kaser Nadia Erschbaumer zu erörtern, ob und wie sich eine Umgestaltung lohnt. „In den meisten Fällen ist eine Sanierung schon allein deshalb sinnvoll, weil ein Großteil der Substanz, vor allem Mauern und Decken, bereits vorhanden ist“, weiß Nadia Erschbaumer aus Erfahrung. Mit Fundament und Mauern sei ein großer Brocken an Kosten zudem bereits bezahlt, und es entfielen die Kosten für den Abriss. Dennoch verlange eine Sanierung ein klares Statement: „Sobald Entscheidungen getroffen sind, sollte das Vorhaben durchgezogen werden. Denn das Teuerste beim Bauen und Sanieren sind häufige Änderungen während des Prozesses.“ Natürlich muss man in der Planungs- und Durchführungsphase auch mit Überraschungen rechnen. „Aber Änderungen sind immer möglich und nicht automatisch mit Kosten verbunden.“ Manchmal sind sie sogar ein Gewinn. Bei der Sanierung des Knappenhauses in Gossensaß wurde zum Beispiel eine schöne Malerei entdeckt und freigelegt. „Es gibt also auch positive Überraschungen“, weiß Nadia Erschbaumer. Wie Kompromisse spannend werden Selbstverständlich ist ein sanierter Altbau kein kompletter Neubau. Mitunter müssen Eigentümer in akustischen und thermischen Aspekten Abstriche machen. „Das bedeutet aber nicht, dass es an Wohnqualität und Energieeffizienz fehlt“, unterstreicht die Architektin. Akustik, Energiebilanz und Behaglichkeit könnten beispielsweise mit verschiedenen Dämmmaterialien wesentlich verbessert werden. Mit zeitgenössischen Möbeleinbauten, mutigen und gleichzeitig harmonischen Farben schaffe man auch in einem

ALTBAUSANIERUNG Nr. 1/2023 9 Foto © Oskar Da Riz Der Sitz des Alpenvereines Südtirol in Bozen Süd: einst Lagerhalle, … … heute moderner Büroplatz. Verantwortlich für die Sanierung waren die Architekten Marlene Roner und Martin Willeit. alten Haus Gemütlichkeit. „Manchmal lassen sich Wünsche auch durch einen passend gestalteten Zubau erfüllen“, ergänzt Architektin Marlene Roner. So treffe Tradition auf Moderne, was das Ganze sogar spannend mache. Nur selten muss von einer Sanierung abgeraten werden, etwa wenn die Statik des Gebäudes nicht mehr gegeben ist, Feuchtigkeit oder Wasserinfiltrationen die Bausubstanz zerstören. „Oder wenn die Eigentümer in allen Belangen den Standard eines Neubaus erwarten“, sagt Nadia Erschbaumer. Vom Wert der Regionalität Doch gerade in diesem Zusammenhang wünschen sich beide Architektinnen eine Gesinnungsänderung sowohl in ökologischer Hinsicht als auch beim Konsumverhalten. Zu glauben, dass mit einem Neubau alles besser werde – moderner, wohnlicher, praktischer, schöner –, sei ein Trugschluss. „Diese Vorstellung ist lediglich ein Ausdruck unserer Wegwerfgesellschaft“, meint Marlene Roner. Jeder Abriss einer Immobilie produziere Unmengen an Müll. Stattdessen gelte es zu überlegen, warum so manche Gebäude, die unsere Vorfahren gebaut haben, Jahrhunderte mit Umwelteinflüssen und schwierigen Zeiten überdauern. Die Antwort gibt die Architektin selbst: „In ihnen stecken ausschließlich natürliche, regionale Materialien, die mit einzigartiger Handwerkskunst verarbeitet wurden. Wir sollten dieser Kunst vertrauen, sie fortsetzen und mit den Erkenntnissen der modernen Architektur und des Handwerks verbinden.“ Nadia Erschbaumer erinnert zudem an die unzähligen Leerstände in unserem Land: „In vielen dieser Immobilien schlummern ungeahnte Möglichkeiten, die wir nutzen sollten.“ Manchmal reiche es bei Entscheidungen über eine Sanierung einfach nur, von scheinbaren Idealvorstellungen leicht abzuweichen und sich auf das Wesentliche zu besinnen, um etwas möglich zu machen. „Die Frage ,Was brauchen wir wirklich?‘ sollten wir uns öfter stellen.“ Mehrfamilienhaus, Unterland | Projekt: Dr. Arch. David Stuflesser | Foto: René Riller Erfahrung und Leidenschaft für das beson dere BAUHANDWERK TRADITION SEIT 1957 WWW.ZOEGGELERBAU.COM ZÖGGELER BAU GMBH | Bahnhofstraße 4 | 39040 Tramin | Tel. +39 0471 860 200 | info@zoeggelerbau.com

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