Aufrufe
vor 3 Jahren

Bauen, Renovieren & Immobilien 2011

  • Text
  • Tunnels
  • Bozen
  • Brixen
  • Unternehmen
  • Immobilien
  • Holz
  • Sanierung
  • Meran
  • Rubner
  • Anlagen

führung der

führung der Arbeitsgruppe auch im Jahr 2011. „Wenn alle Holzhausbauer gemeinsam an einem Ziel arbeiten, können wir noch immer vorhandene Vorurteile gegenüber dem Holzbau für die Zukunft beseitigen. Schließlich bieten wir hochwertige Produkte an, die den Vergleich mit anderen Bauweisen nicht scheuen müssen.“ Behauholz – Renaissance eines Holzwerkstoffs Innovation in Holz Der Cluster Holz & Technik im TIS innovation park unterstützt Arbeitsgruppen und Unternehmen, die Verbesserungen und Neuerungen durchführen wollen. Erfolgreiche Unternehmen agieren nämlich nicht allein. Ein Holzhaus muss nicht „laut“ sein; die ständige Suche nach Verbesserungspotenzial, die richtige Herangehensweise und die richtigen Partner: das sind die Zutaten für eine erfolgreiche Zukunft. Dies haben auch die vier Südtiroler Unternehmen – Aster Holzbau, Habicher Holzbau, Moser Holzbau und Ligna Construct – schon lange erkannt. wood4quality – Holz ist Qualität Zusammen mit dem Cluster Holz & Technik des TIS innovation park haben sie das Projekt „wood4quality“ initiiert, das den gegenwärtigen Stand ihrer Bausysteme untersucht, bewertet und Verbesserungspotenzial aufzeigen soll. „Ein Holzhaus erfüllt heute schon hohe technische Anforderungen, doch jede Verbesserung stärkt unsere Marktposition“, so Markus Habicher, Projektpartner in dieser Arbeitsgruppe. Im Laufe des Jahres 2010 wurden von jedem Unternehmen zwei Objekte genau unter die Lupe genommen und in Bezug auf Luftschall, Trittschall und Installationslärm auf Herz und Nieren geprüft. Die Ergebnisse wurden aus- Der baumkantige Massivholzbalken, auch Behauholz genannt, ist für den Einsatz bei Holztragwerken ein gebräuchlicher Werkstoff, der höhere Spannweiten bei Dächern und Decken ermöglicht. In verschiedenen südeuropäischen Ländern wird Behauholz auch heute noch bei Decken- und Dachkonstruktionen eingebaut. Von hier stammen auch die italienischen Namen der Einschnittverfahren „Uso Fiume“ und „Uso Trieste“, bezeichnend für die Hafenstädte Fiume (heute: Rijeka, Kroatien) und Trieste (Triest, heute Italien, vor 1918 bei Österreich). Bei beiden Produktionsverfahren wird der Stamm nach dem Entrinden an vier Seiten nur „sägegestreift“, sodass ein quadratischer Querschnitt mit mehr oder weniger abgefassten Ecken, in der Fachsprache Baumkante genannt, entsteht. Bei der Sanierung von historischen Gebäuden sind baumkantige Massivholzbalken bereits erste Wahl. Doch auch im Neubau findet vor allem im Sichtbereich wieder baumkantiges Massivholz Verwendung. Bei diesen Bauvorhaben entscheidet man sich vor allem aus Gründen der Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit für Behauholz. „Doch fehlende Materialkennwerte halten viele Planer davon ab, Behauholz für Tragwerke in Betracht zu ziehen“, so Michele Magagna, ein Südtiroler Behauholz-Produzent. Aufgrund dieser Voraussetzungen haben sich bereits vor vier Jahren Südtiroler Behauholz-Produzenten – Damiani Legnami, Corradi Legno, Magagna Legno und Rema – zusammengeschlossen und ein Projekt zur Förderung von baumkantigen Massivholzbalken initiiert, mit dem Ziel, den Anwendungsbereich von Behauholz im Bauwesen zu stärken. Die Initiative kam von der Sektion Holz im Unternehmerverband Südtirol mit Unterstützung des italienischen Verbandes Assolegno. In mehreren Versuchsreihen wurden im Zeitraum Juni 2007 bis April 2009 insgesamt 507 baumkantige Balken aus Fichtenholz am Institut CNR-IVALSA in San Michele all’Adige Biegeversuchen unterzogen. Parallel zu den Biegeversuchen wurden die Kriterien zur Klassifizierung von baumkantigen Massivholzbalken aufgestellt, wie sie in der neuen italienischen Norm UNI 11035- 3 enthalten sind. Neben den bereits aus den Schnittholznormen bekannten Bestimmungen, wie Astigkeit oder Schwindrisse, sind drei neue wesentliche Kriterien hinzugekommen, die für Behauholz charakteristisch sind: das Verhältnis Breite/Höhe, die Exzentrizität des Kerns und die größtmöglich zulässige Baumkante. In der neuen Norm ist außerdem eine Bestimmung enthalgewertet und im Rahmen eines Workshops den beteiligten Unternehmen präsentiert. „Die Bausysteme weisen heute schon gute schallisolierende Eigenschaften auf, durch die Messungen konnten wir einige Faktoren definieren und verschiedene Ansatzpunkte für neue Produktentwicklungen finden“, betont Konrad Schweigl von der Ligna Construct. Der Cluster Holz & Technik spielte bei der Projektabwicklung eine wichtige Rolle. Die Suche nach neuen Technologien und die Evaluierung der Anwendbarkeit für die Südtiroler Industrie gehören zum Tagesgeschäft. Durch das zugrundeliegende Netzwerk und das im Cluster vorhandene Fachwissen wurden die vier Unternehmen zur Durchführung dieser Initiative motiviert und unterstützt. Holzbauunternehmer Albert Aster ist von der Kooperation im Cluster Holz begeistert: „Wir sind ständig darum bemüht, unsere Systeme zu verbessern. Beim Cluster Holz & Technik fühlen wir uns dabei sehr gut aufgehoben. Wir erwarten uns auch in Zukunft kompetente Unterstützung in allen Punkten.“ „Kooperationen dieser Art sind für alle Beteiligten von großem Vorteil und wir wollen auch in Zukunft gemeinsam weiterarbeiten“, unterstreicht Georg Moser und bestätigt so die Fortten, die für Behauholz der Arten „Uso Fiume“ und „Uso Trieste“ unabdingbar ist: Die Baumkante darf nicht mehr als fünf Millimeter bearbeitet sein. Mit dieser Regel bleibt die statische Qualität des Behauholzes gewährleistet, weil der erforderliche Anteil an Spätholzfasern im Querschnitt erhalten bleibt. Der Cluster Holz & Technik hat die Ausarbeitung von technischen Informationen für Entscheidungsträger und Planer begleitet. Die gesammelten Informationen wurden aufgearbeitet, um die Vorteile dieses historischen, aber immer noch modernen Tragelementes zu verbreiten. In Zusammenarbeit mit dem Normierungsinstitut UNI in Mailand wurde ein Handbuch herausgegeben, das die normative Lage des Produktes sowie den architektonischen Einsatz von Behauholz sammelt. „Damit auch den jungen Planern das Wissen um die alte Holztragwerkskunst vermittelt wird“, so Franz Willeit vom Unternehmen Rema. INFO TIS innovation park Cluster Holz & Technik Siemensstr. 19 - 39100 Bozen Tel. 0471 068 150 - Fax 0471 068 100 paolo.bertoni@tis.bz.it - www.tis.bz.it/holz 46 01/2011 01/2011 47

© 2017 Weinbergweg 7 | 39100 Bozen | MwSt.-Nr.: IT00853870210 | Tel. 0471 081 561 | Fax 0471 081 569 | info@mediaradius.it