Aufrufe
vor 1 Monat

Alpine Technologien 2021

  • Text
  • Turbinen
  • Erfolgsfaktor
  • Green pass
  • Latemar
  • Stahlbau
  • Sodlisia
  • Ladurns
  • Made in suedtirol
  • Skilift
  • Speikboden
  • Sulden
  • Bruneck
  • Mitarbeiter
  • Becherhaus
  • Unternehmen
  • Leitner
  • Seilbahnen
  • Foto
  • Bozen
  • Meter

6 AKTUELL AKTUELL Von

6 AKTUELL AKTUELL Von China über Kohlern bis Tiers Eine der ersten Seilbahnen in Asien Man nehme Begriffe wie Kohlern, Seiser Alm, Lana oder Tiers und berücksichtigt die Jahreszahlen 1888, 1908, 1939 und 2022; dazu kommen noch Namen wie Zuegg, Hölzl, Agamatic und Leitner. Und wenn man das alles in einem Art Puzzlespiel zusammenfügt, so ergibt das ein „Kompetenz- Paket“, das seinesgleichen sucht: das Südtiroler Know-how im Bau von Seilbahnen, Seilförderanlagen, Umlaufbahnen und Sesselliften. Im Jahr 1888 wurde von Gabriel Leitner in Sterzing die Firma Leitner gegründet. Damals baute Leitner in erster Linie Materialseilbahnen. 1908 ging die weltweit erste Personenseilbahn von Bozen nach Kohlern in Betrieb, 1939 wurde auf der Seiser Alm der erste Südtiroler Schlittenlift Einzelsessellift aus dem Jahr 1956 in Betrieb genommen, und im Januar 2022 nimmt die erste Cabrio-Pendelbahn Italiens von der unterirdischen Talstation in Tiers aus bis zur Frommeralm ihren Betrieb auf. Der Ursprung liegt in Asien Den Zeitpunkt, wann die erste Seilbahn gebaut wurde, kann man nicht mehr genau benennen. Doch aus alten Aufzeichnungen geht hervor, dass es in China und Japan bereits vor Jahrtausenden erste, seilbahnähnliche Konstruktionen gab, um Waren oder Personen mithilfe von Seilen und Körben über Schluchten zu ziehen. Diese ursprünglichen Konstruktionen bestanden aus Hanfseilen und Bambus-Stützpfeilern und wurden von Hand betrieben. So konnten anfangs nur kürzere Distanzen überwunden werden. Im Laufe der Zeit wurden die Seilbahnen immer weiterentwickelt und fanden schließlich ihren Weg nach Europa, wo sie zunächst dem Zweck des Materialtransports dienten. Von Pferden gezogen Im Jahr 1644 baute der niederländische Ingenieur Adam Wybe die erste funktionstüchtige Materialseilbahn, die vom Bischofsberg zur Bastion Berg in Danzig Baumaterialien transportierte. Dabei wurden an eine umlaufende Schiffsleine 100 Eimer gehängt, die von Stangen gestützt und von Pferden angetrieben wurde. Im 18. Jahrhundert wurden in Anlehnung an Wybes Konstruktion zahlreiche dieser Bahnen gebaut, die vor allem für den Festungsbau genutzt wurden. Im Jahr 1804 wurde in Bad Gastein ein Vorgänger der heutigen Standseilbahn am Radhausberg eröffnet: Diese Bahn bestand aus einem auf Schienen fahrenden Wagen, der mit einem Seil gezogen und mithilfe eines Wasserrads angetrieben wurde. Die Geburt des Drahtseils Oberbergrat Julius Albert gelang im Jahr 1834 ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Seilbahn: Er erfand das Drahtseil. Jahrelang hatte man zum Transport von schweren Materialien statt Seilen Ketten benutzt. Doch durch das ständige Auf- und Abrollen und die Belastung durch das Transportieren schweren Geräts, das vor allem beim Bergbau genutzt wurde, kam es immer wieder zu schweren Unfällen, weil die Ketten brachen. Nach zahlreichen Experimenten und Fehlschlägen gelang Julius Albert schließlich der Durchbruch: Das „geschlagene Drahtseil“ war erfunden. Kurz darauf konstruierte man die erste Verseilmaschine, und ab diesem Zeitpunkt konnten Drahtseile professionell und maschinell hergestellt werden. Die ersten Seilbahnen werden gebaut Der deutsche Ingenieur Adolf Bleichert gilt als Pionier des Seilbahnbaus. Er gründete 1874 die Fabrik für Drahtseilbahnen „Adolf Bleichert & Co.“ in Leipzig, wo die erste von

Foto © Eisenbahnlandschaft Alt-Tirol Foto © Michael Musner 7 Erste Kohlerer Seilbahn Die neue Kabriobahn von Tiers zum Rosengarten einem eigenen Zugseil bewegte Bahn gebaut wurde. Schon bald konnte der Unternehmer seine Seilbahnen weltweit ausliefern. Bis zu seinem Tod im Jahr 1901 hatte die „Adolf Bleichert & Co.“ bereits über 1.000 Seilbahnen konstruiert und international realisiert. Von nun an ging es im Zeitalter der Industriellen Revolution steil bergauf, und die gebauten Seilbahnen wurden immer besser, sicherer und konnten ab 1908 auch für den Transport von Personen eingesetzt werden, zumal die Berge als Urlaubsdestination immer beliebter wurden und so nun touristisch erschlossen werden konnten. Entwicklung zur Personenbeförderung, Erschließung der Berge für Wintersport Ab Ende des 19. Jahrhunderts begann die zweite Industrielle Revolution, in deren Folge der Elektromotor erfunden und elektrische Energie großflächig verteilt werden konnte. Durch diese neuen technischen Voraussetzungen konnten bald auch auf Schienen fahrende Standseilbahnen und nach der Jahrhundertwende auch Luftseilbahnen für den Personentransport errichtet werden. Im Jahr 1930 setzte der sogenannte Skiboom ein, der zusammen mit dem Wintertourismus in Mitteleuropa immer wichtiger wurde. So hatten die Seilbahnen nicht mehr nur die Aufgabe, Material auf die Berge zu transportieren, sondern auch Wintersportler auf die bis dahin nur schwer zu erreichenden Pisten zu befördern. Daher wurde es immer wichtiger, sicherere, komfortablere und leistungsfähigere Seilbahnen zu bauen. Auch die Leitner AG, die, wie eingangs berichtet, im Jahr 1888 gegründet wurde, verschrieb sich nach dem Zweiten Weltkrieg nicht nur dem Bau von Materialseilbahnen, sondern auch dem Bau von Seilbahnen zur Personenbeförderung. Seilbahnen im Dienste des Wintersports 1926 wurde in Österreich die erste Seilschwebebahn auf die Rax in Betrieb genommen, und 1928 erfolgte die Eröffnung der Corvigliabahn in St. Moritz für Wintersportler. Die technische Weiterentwicklung nahm ihren Lauf. Immer mehr Menschen wollten in den Bergen Urlaub machen, was dazu führte, dass verschiedene Seilbahn-Typen gebaut wurden. Anfang der 1930er Jahre wurden zunächst Schlepplifte errichtet, an denen man alleine oder zu zweit den Berg hinaufgezogen wurde. Neben Bügelliften gab es auch Einzelsessel, die schnell und einfach an die Seile geklemmt werden konnten. Diese Sessel wurden hauptsächlich ab den 1940er Jahren verwendet: Im Juli 1944 wurde am Hochjoch (D) der erste Sessellift Europas in Betrieb genommen. Die Gondelbahnen mit Kleinkabinen wurden vornehmlich in den 1950er und 1960er Jahren gebaut, denn sie boten .ELEKTROINSTALLATIONEN .SCHALTSCHRANKBAU .MITTELSPANNUNGSANLAGEN Erfahrung schafft Qualität W W W . G I B I T Z . I T

© 2017 Weinbergweg 7 | 39100 Bozen | MwSt.-Nr.: IT00853870210 | Tel. 0471 081 561 | Fax 0471 081 569 | info@mediaradius.it