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Südtirols Top 100 2015

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aktuell 10 07/2015 INFO-PR 07/2015 11 aktuell „Europa ist unser Haus, die Welt ist unser Markt” Ein Gespräch mit Stefan Pan, Präsident des Unternehmerverbandes Südtirol, über die Stärken der heimischen Unternehmen, die Notwendigkeit, neue Märkte zu erobern und die Wichtigkeit des Zusammenspiels aller Wirtschaftssektoren. Stefan Pan sieht Südtirol als ein offenes Land. Offen für Impulse von außen und zugleich bereit, die eigenen Erfolgsmodelle anderen zur Verfügung zu stellen und über die eigenen Grenzen hinaus zu wachsen. Das „Business Forum“ – der Wirtschaftsgipfel der beiden wichtigsten Industrienationen Europas, nämlich Deutschland und Italien, der in den vergangenen Tagen zum bereits fünften Mal in Bozen vom Unternehmerverband Südtirol organisiert wurde – ist genau aus dieser Überlegung heraus entstanden: Südtirol als Plattform zu nutzen, um Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam Lösungen für die Probleme der Zukunft zu finden. > Radius: Herr Pan, wie können die Unternehmen zur Öffnung Südtirols beitragen? Stefan Pan: Die Unternehmen haben eine ganz entscheidende Rolle. Denken wir an all unsere Betriebe, die international tätig sind. Ihre Produkte und ihre Marken sind Botschafter Südtirols im Ausland, sie tragen unsere Werte nach außen, sind die besten Beispiele dafür, dass Südtirols Industrie hochqualitativ, innovativ und umweltbewusst arbeitet. Und natürlich bringen diese Unternehmen auch viele neue Ideen von außen nach Südtirol, in erster Linie durch die vielen qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sie von anderen Regionen und Ländern hierher holen. > Radius: Trotzdem sind die exportierenden Unternehmen noch in der Minderzahl … S. Pan: Das stimmt, momentan sind weniger als 3.000 Südtiroler Unternehmen international tätig. Ich sehe das aber nicht negativ, sondern als ein enormes Wachstumspotential für unsere Wirtschaft. Schauen wir uns die Exportdaten der letzten Jahre an, so sehen wir einen stetigen Zuwachs. Die Exporte sind seit 2009 in einer Zeit der globalen Wirtschaftskrise von weniger als 3 auf über 4 Milliarden Euro gewachsen. Das ist beeindruckend. > Radius: Aber immer noch zu wenig? S. Pan: Benachbarte Regionen wie die Lombardei, das Veneto oder Tirol exportieren mittlerweile über ein Drittel des eigenen Bruttoinlandsproduktes. Südtirol liegt bei etwa 20 Prozent. Es gibt also noch Luft nach oben und genau dieses Potential gilt es zu nutzen. Vergessen wir nicht, dass 90 Prozent des Weltwirtschaftswachstums mittlerweile außerhalb Europas stattfindet: Neue Märkte zu erobern und international tätig zu sein ist entscheidend, wenn wir unseren heutigen Lebensstandard halten und verbessern wollen. Exportierende Unternehmen sorgen für hochqualifizierte und besser bezahlte Arbeitsplätze: Gelingt es uns, die Zahl dieser international tätigen Betriebe zu steigern und die schon bestehenden zu stärken, schaffen wir zusätzliche Zukunftschancen für unsere Jugend. > Radius: Südtirols Wirtschaft ist von einer Großzahl von Klein- und Kleinstunternehmen geprägt. Wie ist diese Struktur mit einer stärkeren Präsenz auf neuen Märkten vereinbar? S. Pan: Durch die Vernetzung. Fangen wir an, Mauern abzubauen, anstatt Feindbilder aufzubauen. Es gibt in Südtirol kein „groß gegen klein“. Wenn wir zusammenarbeiten, profitieren alle davon. Lassen sie mich ein paar konkrete Beispiele machen. In Südtirol sind einige große internationale Unternehmen angesiedelt, die in der Automobilbranche tätig sind. Durch ihren Erfolg im Ausland haben sie in diesen Jahren auch viele kleine Handwerksbetriebe mitgezogen, die hier in Südtirol ihre Zulieferer sind. Das Gleiche gilt für die Lebensmittelindustrie, die jedes Jahr lokale Produkte im Wert von über 350 Millionen Euro verarbeitet und damit die heimische Landwirtschaft stärkt. Das verarbeitende Gewerbe ist mit einem Anteil von 23 Prozent am Bruttoinlandsprodukt der stärkste Sektor in Südtirol und ist nicht nur in den Städten, sondern vor allem auch im ländlichen Raum der erste private Arbeitgeber. Die verarbeitenden Unternehmen generieren über 80 Prozent der gesamten Südtiroler Exporte: auf diese Unternehmen können wir aufbauen. Sie sind das Fundament unserer Wirtschaft: das Fundament, das einem oft gar nicht auffällt, weil man nur das Haus sieht, das darauf steht, aber es ist gerade dieses Fundament, das es dem gesamten Haus ermöglicht, sicher stehen zu bleiben. > Radius: Was brauchen Südtirols Unternehmen, um international wettbewerbsfähig zu sein? S. Pan: Die gleichen Rahmenbedingungen wie ihre Konkurrenten im Ausland. Wir haben einen großen Standortvorteil, und das ist die Produktivität unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir besitzen auch viele Unternehmen, die innovativ sind und immer wieder bereit sind, zu investieren. Was wir noch brauchen, sind verbesserte Rahmenbedingungen in einigen strategischen Bereichen. > Radius: Die da wären? S. Pan: Energie, Steuerlast, Effizienz der öffentlichen Verwaltung und Erreichbarkeit. Energie ist einer der wichtigsten Wettbewerbsfaktoren. Hier brauchen wir Preise, die mit jenen von Deutschland und Österreich vergleichbar sind – momentan sind die Stromkosten für unsere Unternehmen hingegen in etwa um 30 Prozent höher. Was die Lobis LobiSTIL Böden Pavimenti Steuerlast betrifft, wurden gerade in den letzten Monaten sowohl auf nationaler als auch auf lokaler Ebene einige wichtige Akzente gesetzt. Trotzdem gibt es hier noch Handlungsbedarf. Es kann nicht sein, dass von 100 Euro, die ein Unternehmen als Personalkosten bezahlt, dem Mitarbeiter weniger als 50 Euro in der Brieftasche bleiben. Wenn es gelingt, die Effizienz der öffentlichen Verwaltung zu steigern, schaufeln wir genau jene Ressourcen frei, die wir dann einsetzen können, um den Steuerdruck zu senken. Deshalb ist der Bürokratieabbau auch so wichtig: damit spart man nicht nur Zeit, sondern auch viel Geld. > Radius: Bleibt noch die Erreichbarkeit … S. Pan: Und damit meine ich Erreichbarkeit auf allen Ebenen. Die modernen Autobahnen sind Energienetze und Datenverbindungen. Diese müssen überall in Südtirol effizient funktionieren. Das gilt für Unternehmen, aber genauso für Familien oder die öffentliche Verwaltung. Effizient und modern müssen auch der Schienenund der Straßenverkehr sein. Wir brauchen auch einen gut funktionierenden Flughafen. Innsbruck oder Salzburg haben es geschafft, den Flughafen zu einem der Wettbewerbsvorteile ihrer Region zu machen. Das gleiche können wir auch in Bozen machen, indem wir den Südtiroler Familien, den Touristen von außen, den Studenten und Professoren unserer Universität und den Unternehmern und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit geben, direkt von Bozen aus internationale Zieldestinationen zu erreichen. LobiART Ich steh drauf! ® Kampill Center | Innsbrucker Straße 27-29 | Bozen | Tel 0471 051 573 | www.lobis.biz

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