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Südtirols Top 100 2013

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6 10/2013 themenbereich themenbereich 10/2013 7 Der Aufschwung als „zarte Pflanze“ Es geht wieder aufwärts, hieß es noch im Sommer. Die Trends deuteten allgemein auf ein positiveres Konsumentenklima hin. Allerdings sind immer noch einige Faktoren im negativen Bereich. Vor allem die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit, niedrige Löhne sowie der wiederum erhöhte Mehrwertsteuersatz bremsen die Konsumlaune. Südtirol liegt beim Konsumverhalten im italienischen Vergleich weiterhin ganz an der Spitze. Dies liegt vor allem daran, dass die Löhne und Gehälter höher als in anderen italienischen Provinzen sind, dementsprechend aber auch ein höheres Preisniveau herrscht. Nach einem Rückgang der beiden letzten Jahre war Anfang dieses Jahres endlich wieder ein positiver Trend im Konsumentenverhalten in Südtirol zu verzeichnen. Doch zwischendurch verunsichern mögliche Sparmaßnahmen der Regierung, die zur Sanierung des hochverschuldeten Luciano Partacini Staatshaushaltes notwendig sind, die Verbraucher. „Eine Prognose ist sehr schwierig. Wir sind augenblicklich dabei, neue Erhebungen zu machen. Mit der Anhebung der Mehrwertsteuer ist ein negativer Effekt zu erwarten. Es gibt viele Faktoren, die die Menschen beeinflussen, nicht zuletzt zählt dazu auch die lang anhaltende Regierungskrise in Rom“, betont der Direktor des Amtes für Wirtschaftspolitik der Handelskammer, Luciano Partacini. Allgemein sei der Trend in diesem Jahr positiv, doch bereits negative Nachrichten können das allgemeine Klima beim Konsumverhalten verschlechtern. Viermal im Jahr wird vom WIFO das Konsumentenklima in Südtirol erhoben, dabei werden die Erwartungen der Verbraucher in Bezug auf die Entwicklung der Wirtschaft und Arbeitslosigkeit sowie der wirtschaftlichen Situation der eigenen Familie und der Sparmöglichkeiten im folgenden Jahr ermittelt. Im Oktober ist es wieder soweit. Die Ergebnisse werden danach mit gesamtstaatlichen und europäischen Daten verglichen. Optimistischere Aussichten auch in der Wirtschaft Dreimal im Jahr geben rund 1.200 Südtiroler Unternehmen aus allen Wirtschaftszweigen, das heißt Landwirtschaft, Industrie, Handwerk, Baugewerbe, Großhandel, Einzelhandel, Gastgewerbe und Dienstleistungen ihre Einschätzung über die aktuelle Wirtschaftslage und Prognosen für die naheliegende Zukunft ihres Unternehmens ab. Laut diesem Wirtschaftsbarometer der Handelskammer zur konjunkturellen Entwicklung der Südtiroler Wirtschaft war der entsprechende Index im ersten Halbjahr 2013 auf ein ähnliches Niveau wie in Österreich und Deutschland gestiegen. Trotz der guten Stabilität der lokalen Wirtschaft hatte die starke Rezession in Italien natürlich auch Auswirkungen auf Südtirol. Im Januar dieses Jahres ergab die Befragung noch einen Vertrauensindex der Konsumenten nur knapp über dem europäischen Durchschnitt, allerdings weit unter den Zahlen aus Deutschland und Österreich. In der ersten Jahreshälfte war bei den Recherchen des WIFO dann ein optimistischeres Bild aufgekommen. Der Index war auf ein ähnliches Niveau wie in Österreich und Deutschland gestiegen. Dies ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen, nicht zuletzt auf den sichtbaren Aufschwung in anderen europäischen Staaten und auf die positive Prognosen für einen Aufschwung im eigenen Land. Licht am Ende des Tunnels? Die allgemeinen Prognosen sind positiv, die derzeitige Stabilität der Regierung von Ministerpräsident Letta ist ebenfalls ein positives Signal nach innen und außen. Allerdings kann die Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 22 Prozent nicht gerade als konsumentenfreundliche Politik des Staates bezeichnet werden. Die zusätzliche Steuerbelastung kostet jedem Südtiroler Haushalt durchschnittlich rund 135 Euro mehr (Studie der Handwerkervereinigung CGIA). Doch die damit verbundene Stabilität der Regierung könnte diesen negativen Aspekt bei weitem Ausgleichen. Im Frühjahr gab es den ersten kurzen Lichtblick, als die Aussetzung der Liegenschaftssteuer IMU und der Aufschub der Mehrwertsteuererhöhung den Bürgern eine kleine Verschnaufpause verschaffte. Auch die Inflationsrate war relativ gering, so dass die Verbraucher wieder optimistischer reagierten, da ihre Kaufkraft nicht erneut beschnitten

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