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Südtiroler Segelevents 2018

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46 04/2018 70 Jahre Segel verein Kaltern Im November 1947 wurde von 15 „alten“ Freizeitseglern und jungen Segelsportlern die Aktivität in die Wege geleitet, um den Kalterer Segelverein zu gründen. Segeln war zu Beginn ein Hobbysport, aber die jungen Kalterer wollten sich auch im Wettkampf beweisen und begannen, Regatten zu veranstalten. Die ersten Wettbewerbe wurden 1948 von den Brüdern Hardy und Berti Weihrauch sowie von Walter Spitaler für die Vereinsmitglieder organisiert. Der Freizeitclub wurde zum Sportverein umfunktioniert und konnte bald mit einer Anzahl von zehn Booten aufwarten. Nach der Mitgliedschaft im italienischen Segelverband 1949 trugen die Kalterer auch das „1. Dolomiten-Segeltreffen“ aus. Präsident Ulrich Ladurner: „Segeln, das ist Passion pur“ Der Mittwoch ist vom Frühjahr bis zum Spätsommer für die Segler am Kalterer See fast heilig! Um 19 Uhr beginnt die Trainingsregatta mit durchschnittlich 20 Finn-Booten und 15 Laser-Booten. Dazu Ulrich Ladurner: „Jede Trainingsregatta wird auch als Wettkampf sehr ernst genommen, schließlich geht es um Punkte, die in der Summe dann zum Titel „Cup- Sieger“ führen. Im Wasser sind wir Gegner, später an Land sind wir dann bei einer Pizza und einem Glas Wein wieder gute Freunde. Der Verein ist heute quicklebendig, mit rund 90 aktiven Mitgliedern im Alter zwischen Präsident Ulrich Ladurner, neun und 99 Jahren.“ seit 1974 selbst aktiver Finn-Segler Leopold Starke: beim Finn Silvercup in Aarhus, Dänemark 2016 Organisiert in fünf Bootsklassen, besondere Nachwuchsförderung Der Optimist, die Laser-Klasse, die Olympia-Jolle kurz O-Jolle, die 470er und die Finn-Klasse. Für die Jüngsten und somit für die Nachwuchsförderung ist der Optimist, die kleinen und leichten Jollen von zehn bis etwa 15 Jahren wichtig und bestens geeignet. Am meisten Zulauf hingegen hat die Laser-Klasse, der weltweit am meisten verbreitete Bootstyp, die O-Jolle, das ehemalige Olympiaboot, ist der Oldtimer. Jedes Jahr kommen Ende März Segelboote dieser Klasse aus dem gesamten deutschen Sprachraum nach Kaltern, um die Segelsaison einzuleiten. Die 470er ist eine olympische Zweimann-Rennjolle mit Trapez und Spinnaker, die sehr schnell zum Gleiten kommen. Die Finn-Klasse, besonders traditionell für den Kalterer See, war als Einmannboot erstmals 1952 in Helsinki olympisch. Viele Weltklassesegler haben auf diesem Boot ihre sportliche Karriere begonnen und es zu Olympiamedaillen gebracht oder den berühmten Admiral’s Cup gewonnen. Dolomiten-Segeltreffen 1950: Damals gab es am See die Klassen Dingy, Korsar und Star. Viele der Boote wurden von den Seglern eigenhändig gebaut.

aktuell 04/2018 47 Laser-Boot: Sportlich, wendig, geeignet für Einsteiger und als Schulboot Die Regattaleitung anno dazumal Seit 1982 veranstaltet der SV Kaltern den Südtirol-Finn-Cup Zwischen 50 und 70 Boote aus Deutschland, der Schweiz, aus Österreich und Italien finden sich zu dieser Schwerpunktregatta ein, welche für die Wertung in den nationalen Ranglisten wichtige Punkte bringt. Sieger des heurigen Finn Cup war Roberto Strappati aus Ancona, zweiter Peter Stuffer aus Bozen (SV Kalterer See) und dritter wurde Marco Kolic aus Torbole. Zur Überraschung aller erreichte Walter Mai mit seinen 82 Jahren(!) und einem Tagessieg einen Rang im oberen Spitzenfeld. Kein anderer Sport begleitet das Leben wie das Segeln. Zum „alten Eisen“ zählt man auch mit 60 Jahren noch lange nicht. Feierlichkeiten zum 70-Jahr-Jubiläum Der Segelverein feiern 70 Jahre Segelsport am Kalterer See, und dieses Fest wird im Rahmen der jährlichen Seemeisterschaft für alle Klassen gefeiert. Eingeladen sind dazu die Mitglieder, Freunde und auch Vertreter der Gemeinde Kaltern sowie des Italienischen Segelverbandes. Dazu Präsident Ulrich Ladurner:„Es ist eine schöne Gelegenheit zurückzublicken, vor allem aber vorauszuschauen in die Zukunft, um den Segelsport für viele interessierte in Südtirol attraktiv zu machen. Nicht viel zu denken, sondern einfach dahinsegeln, das Boot laufen lassen. Mit dem Steuer in der einen und die Großschot in der anderen Hand die Ora am Kalterer See zu beherrschen, das ist Passion pur.“ Weitere Informationen unter www.svks.it Mit Fahrrad und Fähre nach Kaltern Seine Vorliebe galt schon als Kind allem, was mit dem Wasser und Schwimmen zu tun hatte. Von Auer mit dem Rad nach Kaltern war in den späten 1940er Jahren etwas umständlich. Die Etschbrücke war durch Bombenangriffe zerstört, und man musste mit einer Fähre übersetzen. Josef Malfér aus Bozen, Jahrgang 1930, erzählt: „Die Gebrüder Berti und Hardy Weihrauch-Di Pauli nahmen mich hin und wieder in ihrem Segelboot mit. Als Schiffsjunge („mozzo“) kam ich mit einem Bootseigner überein, übernahm die Wartung seiner Jolle und durfte dafür mit dem Boot aussegeln. So wurde ich Jung-Mitglied des Vereins. Boote Marke Eigenbau Einige Kalterer Burschen, die handwerkliche Fähigkeiten hatten, bauten sich selber aus Holz ein kleines, aber seetüchtiges Segelboot. „Ich selber erbat mir vom Aufseher ein altes Holzboot und zog das Boot aus dem Wasser, ließ es ein paar Tage etwas trocknen, brachte es nach Auer und dichtete mit viel Kitt und Farbe ab. Ein Handwerker fertigte nach einer Skizze das Steuer und Schwert. Als Mast fungierte eine lackierte Stange, das Segel nähte eine Tante aus Stoff, das Schot war eine Wäscheleine – die erste Ausfahrt konnte beginnen. Das Aufkreuzen gegen den Wind zum Südufer des Sees ging ganz gut, aber bei einer kräftigen Ora bohrte sich das flache Schiff so in die Wellen, dass es bald kenterte, aber es gelang mir doch, das Boot ohne fremde Hilfe, mit dem nassen und schweren Segel, wieder aufzustellen.“ Vom Sekretär zum nationalen Wettkampfleiter Beim Segelverein Kalterer See fungierte er bald als Sekretär und dann als Zeitmesser auf dem Boot der Wettkampfleitung. „Dabei machte ich viel Erfahrung, besuchte Kurse am Gardasee und wurde so offizieller, später nationaler Wettkampfleiter. Als solcher wurde ich auch zu Regatten nach Caldonazzo, Riva, Torbole, Malcesine, Lago di Como und Lago Maggiore eingeladen. Bei offiziellen Segelregatten werden natürlich viele Regeln beachtet und angewandt. Dabei hatte ich privat auch eine Regel: ‚Das Wichtigste ist, wenn 30 Segler rausfahren, dass auch 30 Segler wieder zurückkommen!‘“, ist Josef Josef Malfér: Jahrgang 1930, Schiffsjunge, Sekretär und Malfér überzeugt. Regattaleiter

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