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10 Nr.

10 Nr. 6/2019 AKTUELL Ein Blick auf den südlichen Teil der Industriezone Anfang der 1990er Jahre Bis 1947 20.000 Arbeiter aus Italien – Neue Wohnsiedlungen Die Bevölkerung der Stadt wuchs rasant. Bis 1947 spricht man von fast zwanzigtausend Zugezogenen, ausschließlich Italiener. Deshalb mussten auch Wohnsiedlungen ex novo geschaffen werden. Im Viertel Vittorio entstanden Kondominien für höhere Angestellte und Staatsangestellte, mehr als tausend Wohnungen. Im ländlich anmutenden Viertel Dux hingegen sollten 7.000 Menschen siedeln, in mehr als hundert kleinen ein- bis zweistöckigen Reihenhäuschen, die dem Geburtshaus des Duces nachempfunden waren. Das Besondere an diesen rationalistischen Bauten: sie alle hatten ein kleines Gärtchen, in dem die Arbeiter Obst und Gemüse für den Eigenbedarf anbauen konnten. Die Semirurali, ein Arbeiterghetto, das den Übernamen Shanghai erhielt. Heute erinnern nur mehr Fotos an diese Häuschen. Sie mussten in den 80er und 90er Jahren einer neuen, dichter bebauten Sozialwohnungssiedlung weichen. Eines hingegen steht noch und ist heute ein Museum (Baristraße 11). Nach der Besetzung durch die Deutschen ging die kriegswirtschaftliche Nutzung des Industriegebiets auf Hochtouren weiter, neue Betriebe kamen zwar nicht hinzu, aber neue Arbeitskräfte: Häftlinge des Bozner Konzentrationslagers und zumindest bis zum Kriegsende auch Frauen, weil die Männer an der Front waren. Ein Teil der Produktion wurde in den Virgl-Tunnel verlegt, um der Gefahr von Bomben zu entgehen. Gefahr für konservative Werte? Nach Kriegsende verbanden die deutschsprachigen Südtiroler alles, was mit Industrie zu tun hatte zunächst mit Assimilierung und mit kultureller Unterdrückung. Die Frauen mussten wieder in die Küche und an den Herd. Die deutschsprachigen Politiker und die Kirche sahen die Industriearbeit als eine Gefahr für die herrschende konservative Gesellschaftsordnung. Die Landwirtschaft allein konnte den Lebensunterhalt der Familien oft nicht mehr garantieren, auch die Südtiroler Gesellschaft war einem tiefgreifenden Wandel unterzogen. Und so mussten doch zunehmend auch Deutschsprachige in der Zone arbeiten. Die meisten kamen aus den Dörfern um Bozen, viele aus dem Sarntal, die Arbeitgeber organisierten sogar eigens Busse. Die Alternative zur Arbeit in der Fabrik war auszuwandern. Tatsächlich verließen viele junge Südtiroler Männer in der 2. Hälfte der 50er Jahre Südtirol, um im deutschsprachigen Ausland ihr Glück zu suchen. Arbeitet Ihre beste Verkäuferin 24h und 365 Tage im Jahr? Ihr zertIfIzIerter Shopware partner In SüdtIrol

AKTUELL Nr. 6/2019 11 Foto © DLife Stahlbau Pichler einer der innovativen Betriebe Aus der ehemaligen Alumix wurde der NOI-Techpark. Beim Arbeitsprozess Annäherung zwischen den beiden Volksgruppen Die Notwendigkeit für die Landbevölkerung nach Nebenerwerbsmöglichkeiten zu suchen, bedingte eine relative Annäherung der deutsch- und italienischsprachigen Bevölkerung, zumindest am Arbeitsplatz, trotz der sehr unterschiedlichen Mentalität. Die Arbeiter der Bozner Industriezone entwickelten in den Jahren ein sprachgruppenübergreifendes Zugehörigkeitsgefühl zu ihrer Fabrik. Infolge des Vietnamkriegs erfuhr das nach Ende des Zweiten Weltkriegs eingesetzte Wirtschaftswachstum in den 60er Jahren einen Einbruch. Gleichzeitig siedelten sich nach und nach auch Südtiroler Unternehmen in der Zone an, so z.B. das Verlagshaus Athesia (1968). Auch die 70er und 80er Jahre waren Krisenjahre für die großen Industrieunternehmen. Entlassungen waren die Folge. Mehr als 2.000 Arbeitsplätze gingen verloren und die Krise der Großindustrie machte sich auch äußerlich bemerkbar. Die einst so gloriosen Industrieanlagen waren alt und wirkten vernachlässigt, die Straßen waren schmutzig, der Straßenbelag schadhaft. Gleichzeitig setzte eine Industrialisierung der Peripherie ein, in vielen Landesteilen entstanden kleine Industriezonen für kleine, aber hochspezialisierte Firmen, die nicht nur in Italien, sondern auch weltweit tätig waren. Ende der 90er ging es wieder aufwärts Das Bozner Industriegebiet lebt seit etwa zwanzig Jahren wieder eine Renaissance. Die günstige Verkehrsanbindung an die Brennerautobahn, ein neuer Bahnhof und auch der Flughafen (auch wenn er im Augenblick nur privat genutzt werden kann) steigerten die Attraktivität dieser Zone. Anstelle von Groß-und Schwerindustrie sind hochspezialisierte und international erfolgreiche Unternehmen aus den unterschiedlichsten Bereichen getreten. Microgate, Stahlbau-Pichler, Technoalpin, Salewa, Bel, Alperia, Dienstleistungsunternehmen im medizinischen Bereich und sogar eine Klinik. Die ultramodernen High-Tech Firmensitze haben Bozen Süd, wie die Industriezone mittlerweile genannt wird, in ein Juwel moderner Wirtschaftsarchitektur verwandelt. Zwei Shoppingcenter haben sich zum Publikumsmagnet entwickelt und zunehmend wird Bozen Süd auch als Wohnraum interessant. wie kompetent UND DAS SEIT 40 JAHREN UND GLEICH IN 3 BEREICHEN: TIEFBAU: Straßenbau; Kanalisierungen; Bagger- und Grabungsarbeiten; Bau und Sanierung von Brücken; Außengestaltung; Pflasterungen SPEZIALTIEFBAU: Baugrubensicherung mit Spritzbeton, Ankernägeln und Micropfählen; Rohrvortriebe zur grabenlosen Unterquerung von Straßen, Eisenbahnen, Flüssen; Tunnelbau; Grundierungen HOCHBAU: Schlüsselfertiger Wohnbau; Betriebshallen; Kraftwerke KLAPFER BAU TERENTEN, Handwerkerzone 9 / T 0474 546178 / info@klapfer.com / www.klapfer.com

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