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Radius Bauen und Sanieren 2019

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72 01/2019 Immer mehr Menschen entscheiden sich bewusst für natürliche Baumaterialien. Im Bild: Ein KlimaHaus im schweizerischen Engadin. hend optimalen Standard. Hier brauchen wir keine weitere Verschärfung der Anforderungen, der Aufwand für einen noch höheren Dämmstandard stünde in keinem Verhältnis zum erzielbaren Nutzen. Die nächsten Anstrengungen müssen vielmehr in Richtung einer weiter greifenden Nachhaltigkeit gehen. Zum Beispiel bei der Auswahl der Materialien. Das ist ein Thema, das Bauherrn immer wichtiger wird. Nicht von ungefähr ist mittlerweile bereits jeder siebte Neubau ein KlimaHaus Nature, bei dem es unter anderem auch um die Materialien und ihre Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesundheit des Menschen geht. Also um niedrige Schadstoffkonzentrationen in der Raumluft, den Schutz vor Radon, den Schallschutz, die Tageslichtnutzung und andere Dinge mehr. Es gilt also, den ökologischen Fußabdruck der Gebäude insgesamt zu minimieren. Und nachdem sich der moderne Mensch zu 90 Prozent und mehr in geschlossenen Räumen aufhält, geht es vor allem auch um gesunde und belastungsarme Innenräume. Radius: Sie arbeiten derzeit auch an einem Forschungsprojekt zum Thema Low Tech? U. Santa: Unsere Gebäude werden dank der technischen Innovationen immer funktioneller, komfortabler und nicht zuletzt auch effizienter. Gleichzeitig hat sich damit aber auch die technische Komplexität erhöht: von Bauteilanschlüssen, Wandaufbauten, vor allem aber bei der technischen Gebäudeausrüstung. Die Anzahl der Anlagen für das Heizen, Kühlen, Lüften, Photovoltaik, Gebäudeautomation usw. nimmt ständig zu. Aber nicht immer geht mit dem hohen Technologiegehalt auch eine entsprechende Verbesserung von Komfort und Nutzerzufriedenheit einher. Mit der steigenden Komplexität nehmen nicht nur die Investitionskosten, der Aufwand und die Fehlerwahrscheinlichkeit in Planung und Ausführung der verschiedenen Anlagen zu, es steigt auch der Wartungsbedarf in der Betriebsphase. Dazu kommen Bedenken, ob Techniksysteme aufgrund ihrer unterschiedlichen Lebens dauer langfristig tauglich sind und Komponenten bei Bedarf leicht ersetzt werden können. Im Rahmen des Forschungsprojekts ‚Low Tech‘ gehen wir der Frage nach, wie technikminimierte Gegenentwürfe dazu aussehen könnten. Radius: Neubauten machen aber nur einen vergleichsweise kleinen Anteil an unseren Gebäuden aus? Wie sieht es bei der Sanierung im Bestand aus? U. Santa: Bei Einfamilienhäusern haben wir über die letzten Jahre zwar konstante Sanierungsraten, ein weitgehend noch ungenutztes Potenzial gibt es aber bei Mehrfamilienhäusern. Der Anreiz des Kubaturbonus greift hier nicht, mittlerweile können aber die steuerlichen Abschreibemöglichkeiten an eine Bank, ESCO oder die Baufirma abgetreten werden. Dadurch sollte einiges in Bewegung kommen, ebenso wie durch die Förderungen des Landes in der Höhe von 70 Prozent der anerkannten Kosten. Mit dem geförderten Energiecheck hat die KlimaHaus Agentur zudem ein unabhängiges Beratungsangebot geschaffen, bei dem ein Experte der Agentur Fenster, Wände, Keller, Dach und Heizung unter die Lupe nimmt, die sinnvollsten Sanierungsmaßnahmen erarbeitet und zu den verschiedenen Fördermöglichkeiten informiert. JETZT EIN DACH! ERFAHREN SIE MEHR UNTER www.PREFA.it/de GERINGES GEWICHT, GROSSE WIRKUNG 100 % ALUMINIUM, 40 JAHRE GARANTIE WWW.PREFA.IT

01/2019 73 Radius: Klimaschutz endet ja nicht bei den eigenen vier Wänden. Was steht hinter den neuen Initiativen Klima- Factory und KlimaGemeinde? U. Santa: Mit der neuen Initiative KlimaFactory wollen wir das energetische Einsparpotenzial erschließen, das in Produktion und Gewerbe schlummert. Betriebe können nicht nur Kosten im Schnitt von 15 bis 20 Prozent senken und damit wettbewerbsfähiger werden, sie leisten damit auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Mit dem Programm KlimaGemeinde hingegen wollen wir Gemeinden bei der Ausarbeitung und Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen begleiten: bei den Gebäuden, der öffentliche Beleuchtung, dem Trinkwassernetz, der Energieversorung und anderen Infrastrukturen bis hin zu klimafreundlicheren Mobilitätskonzepten. Dazu gehören auch Angebote an die Bürger, die wir auf diesem Weg mitnehmen wollen. Letztlich kann auch jeder Einzelne von uns seinen Beitrag leisten, indem er sein Konsumverhalten und seinen ökologischen Fußabdruck kritisch hinterfragt. „Noch nie wurden so viele KlimaHäuser zertifiziert, wie im Jahr 2018. Erstmals war heuer auch ein Gebäude aus Griechenland dabei.“ ULRICH SANTA Griechenland: Erstes KlimaHaus „La Maison du Citronnier“, das Haus der Zitronen, entstand aus dem Wunsch eines französischen Ehepaares heraus, ein energieeffizientes und autonomes Gebäude an den Hängen der Insel Ägina (Griechenland) zu errichten. Die Herausforderungen waren vielfältig: von der Schwierigkeit, vor Ort die geeigneten Baumaterialien zu finden, bis hin zum mangelnden Know-how der lokalen Handwerksbetriebe. Das Gebäude ist ein KlimaHaus Gold und völlig autonom in Bezug auf den Wasserverbrauch. Der Bau wurde von Theodoros Tountas begleitet, einem griechischen Architekten, der in Bozen seine Ausbildung zum KlimaHaus Berater absolviert hat. Specksteinöfen Karelia Kollektion Wärme, Innovation, Design INTERFAMA GmbH mit Sitz in Prad, zählt europaweit zu den führenden Unternehmen im Schalungssektor. IHR KOMPETENTER PARTNER VERKAUF + VERMIETUNG VON SCHALSYSTEMEN WANDSCHALUNG «MAXIM ALU» RUNDSCHALUNG «ORBIS» DECKENSCHALUNG «VELOX» SPEZIALSCHALUNG «TUNNELBAU» info@interfama.com / www.interfama.com www.specksteinofen-tulikivi.it

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