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Radius Bauen und Sanieren 2019

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58 01/2019 INFO-PR Ein einzigartiges Projekt ... ... so bezeichnet Christoph Ausserhofer von Unionbau den neuen Firmensitz von Markas – seinen bisher interessantesten Auftrag. Ein Bau mit beeindruckender Architektur, zehn Stockwerke hoch, weithin sichtbar – besonders abends, wenn außergewöhnliche Lichteffekte das Gebäude umfluten. Es war eine besondere Herausforderung. Ein Gespräch mit Christoph Ausserhofer von Unionbau zum Markas-Turm: Radius: Was bleibt im Rückblick besonders in Erinnerung? Christoph Ausserhofer: In Erinnerung bleibt der gesamte Auftrag. Ganz zuerst darf ich den Bauherren für den Mut und die Weitsicht so eine Niederlassung zu planen und zu realisieren, ein großes Kompliment machen. Der Bau ist einzigartig und für Bozen eine wirkliche Bereicherung. Natürlich war das ganze Projekt in dieser Form eine wirkliche Herausforderung für uns und allen beteiligten Firmen. Radius: Was waren die Kriterien? C. Ausserhofer: Insgesamt entwickelte sich das ganz Projekt während der Bauphase wesentlich komplizierter als in der Planungsphase angenommen. Von der Statik und den Materialien her, über die Schalung bis hin zum Baugerüst und natürlich auch die komplexe Logistik auf der Baustelle: laufend gab es neue Überraschungen auf die reagiert werden musste. Radius: Wie muss man sich das dann vorstellen? C. Ausserhofer: Nach den Tiefbauarbeiten, der Fertigstellung der Fundamente und der Untergeschosse, wurde der ursprüngliche Plan geändert. Die X-förmigen Träger haben einen Stahlkern und eine relativ dünne Betonhülle. Für diese Konstruktion musste pro Stockwerk – denn die Höhen sind ja unterschiedliche – eine auf Maß gefertigte Schalung hergestellt werden. Beim Gießen der Träger wurde der Beton in diese Schalungen von unten nach oben gepresst, mit einem Druck von bis zu 14 Bar! Diese glatte Stahl-Schalung hatte einen sehr positiven Nebeneffekt; die Optik des Sichtbetons ist einzigartig und von höchster Qualität. Radius: Welche besonderen Anforderungen brachte die Konstruktion von der Statik her? C. Ausserhofer: Das ganze Gebäude wird getragen von einem inneren Kern – wie die Aufzüge und dem Stiegenhaus – und hängt an der Außenstruktur, d.h. die gesamte Konstruktion hat keine weiteren Stützpfeiler. So eine Bauweise ist ganz selten, daher müssen im Vorfeld bereits bei der Planung Brandschutz, Kältebrücken und statische Bewegungen berücksichtigt werden. Die Außentemperatur zum Beispiel kann zwischen Sommer und Winter um 50 Grad schwanken, die Innentemperatur bleibt immer annähernd dieselbe. Radius: Ablauf und Logistik waren nicht immer einfach. C. Ausserhofer: Eine besondere Leistung war bereits der Aufbau des Baugerüstes. Ein solches gab es außerdem nur auf der Außenseite, innen mussten unsere Mitarbeiter auf diversen Plattformen angegurtet arbeiten. Eine weitere Herausforderung ergab sich auch aus der geringen Grundfläche rund um den Neubau. Wenn man bedenkt, dass zum Teil zehn bis zwölf LKWs, auch Satteltransporter, täglich Material abladen wollten, dann war dies weder verkehrstechnisch, noch was die Lagerfläche betrifft, einfach zu bewältigen. Dies führte Foto © Othmar Rederlechner

AKTUELL 01/2019 59 Foto © Othmar Rederlechner Foto © Othmar Rederlechner dementsprechend hin und wieder zu Verzögerungen. Diese Situation war von uns im Vorfeld nicht berücksichtigt worden, da es andere Gewerke betraf. Radius: Wie war die Zusammenarbeit mit den Architekten, den Bauherren und den anderen Firmen? C. Ausserhofer: So eine Baustelle ist eine komplexe Sache. Es war nicht immer einfach, aber die beinahe permanente Anwesenheit des Bauherrn erwies sich als Riesenvorteil. Christoph Kasslatter hat das gesamte Projekt sehr aktiv begleitet, das ist in dieser Form eher ungewöhnlich, denn nebenbei hatte er ja seine Firma mit tausenden Mitarbeitern zu führen. Er war bei allen Entscheidungen mit eingebunden, hat zum Teil seine Frau Evelyn und weitere Mitarbeiter mit einbezogen und hat immer sehr lösungsorientiert entschieden. Radius: Trotz bester Vorplanung muss auf Baustellen solchen Ausmaßes hin und wieder auch improvisiert werden? C. Ausserhofer: Improvisiert ist vielleicht nicht ganz der richtige Ausdruck. Durch die Vorgaben seitens der Architekten, mussten während der Bauphase immer wieder neue Lösungen für technische Details gefunden bzw. ausgetüftelt werden. Wichtig dabei war, dass diese effizient waren und die Arbeiten dadurch nicht verzögert wurden. Radius: Gab es besondere Vorfälle? C. Ausserhofer: Es gab während der gesamten Rohbauphase keinen einzigen Unfall, trotz des Zeitdruckes, der beim Betonieren zweifelsohne geherrscht hatte. Wenn man bedenkt in welch schwindelerregender Höhe teilweise gearbeitet wurde, was für Lasten wir bewegt haben, der Kran der dem Wind ausgesetzt war, so erforderte das schon die volle Konzentration aller Beteiligten. Arbeitssicherheit auf der Baustelle war ein vorrangiges Thema, es ist – bis auf einen kleinen Stolperer im Erdgeschoss – nichts passiert und darauf sind wir auch sehr stolz. Radius: Kann man rückblickend sagen, dass es der Auftrag mit der bisher größten Anforderung war? C. Ausserhofer: Alles in allem war es ein ganz besonderer Auftrag, der spezielle Lösungen und Abläufe erfordert hat. Wir haben als Unionbau mit unserem gesamten Team eine Leistung erbracht, die sich sehen lassen kann. Somit ist der Markas-Turm sicher auch eine einzigartige Referenz für unser Unternehmen. Foto © Othmar Rederlechner UNIONBAU GmbH Gewerbegebiet Mühlen 11 | 39032 Sand in Taufers Tel. 0474 677 811 info@unionbau.it | www.unionbau.it

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