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Radius Alpine Technologien 2011

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58 10/2011 aktuell gefährlICH? Das kommt auf die Einstellung an. Skifahren bietet einen idealen Ausgleich für die heutige häufig bewegungsarme Arbeits- und Lebenswelt. Es sorgt für körperliche Fitness und psychisches Wohlbefinden, Freizeitspaß und Erholung in der Natur. Das Ressort von Landesrat Hans Berger setzt gezielt auf die Eigenverantwortlichkeit von Skifahrern und Snowboardern, um Pistenunfällen vorzubeugen. LR Hans Berger Radius: Herr Landesrat, Sie sind seit 39 Jahren Skilehrer. Ist Skifahren gefährlicher geworden? LR Hans Berger: Nein, das Gegenteil ist der Fall. In den letzten 30 Jahren haben die Verletzungen beim Skifahren proportional um über 50 % abgenommen. Statistisch gesehen verletzt sich ein Fußballer über dreimal so oft wie ein Skifahrer. Radius: Trotzdem hört man vereinzelt von schweren Skiunfällen. Manche Eltern machen sich deshalb Sorgen und versuchen ihren Kindern andere Hobbys näher zu bringen. Können Sie das nachvollziehen? LR Berger: Eltern wünschen sich für ihre Kinder nach wie vor Spaß und Bewegung an der frischen Luft. Skifahren erfüllt dies besser als viele andere Freizeitbeschäftigungen. Sicherheit ist dabei ein großes Thema, aber das gilt nicht nur für das Skifahren. Der Erfolg von Kinderskikursen zeigt, dass viele Eltern richtig auf ihre Sorgen reagieren, denn eine gute Ausbildung ist die beste Unfallvorsorge. Heute werden 80 % der Skikurse von Kindern besucht. Kampagne „Ich hab Spaß, ganz sicher!“ Radius: Wo liegen dann aber die Ursachen, wenn ein Unfall passiert? LR Berger: Die Hauptunfallursache ist nach wie vor der eigene Fahrfehler. Über 40 % der Kopfverletzungen im alpinen Skisport resultieren aus Stürzen ohne Fremdeinwirkung. Unfällen geht oft eine Reihe von Fehleinschätzungen voraus. Sobald eigene Fähigkeiten überschätzt werden, Geschwindigkeit verharmlost wird oder Pistenverhältnisse falsch bewertet werden, entsteht Unsicherheit. Man muss Fragen wie „Kann ich das …“ oder „Kann ich noch …“ ehrlich beantworten. Dies ist aber nicht nur beim Skifahren so, sondern auch im Straßenverkehr oder auf dem Fußballplatz. Radius: Und um darauf hinzuweisen haben Sie die „gefährlICH? | rischIO?“-Kampagne ins Leben gerufen. Ist aber das Motiv dieser Kampagne nicht zu heftig? LR Berger: Nein, ich denke nicht. Es braucht einen starken Appell an die Eigenverantwortung, wenn wir gewisse Zielgruppen erreichen wollen. Zudem ist die Kampagne eine gute Ergänzung zu anderen Initiativen. Zum Beispiel setzt die Kampagne „Ich habe Spaß, ganz sicher“ auf unterhaltsame Veranstaltungen in den Skigebieten. Die animierten FIS-Regeln mit dem Sicherheitsadler ARGUS sprechen hingegen Kinder an. Das sind nur zwei Beispiele. Das erste und wichtigste Glied in einer langen Sicherheitskette ist jeder selbst. Mit der „gefährlICH? | rischIO?“-Kampagne wird dies unterstrichen. Schlussendlich kommt es auf die richtige Einstellung an. Dies gilt nicht nur für die Bindung, sondern vor allem für den Kopf.

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