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Golf in Südtirol 2020

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36 SPORT A |

36 SPORT A | 2020 PORTRAIT Rundum glücklich Ein Problemlöser, die Welt im Blick und Südtirol im Herzen. Ein Prophet in der Wüste. So hat sich Manfred Erlacher vor über 40 Jahren gefühlt, als er in seiner Eigenschaft als Gemeindereferent der Gemeinde Kastelruth Bemühungen um die Schaffung eines Golfplatzes unterstützt hat. Damals zunächst unmöglich. Gescheitert am Widerstand von Politik und Bevölkerung. Golf ist mittlerweile längst ein wichtiger Bestandteil seines Lebens. Nicht nur weil Manfred Erlacher wie auch sein Bruder Peter begeisterter Golfspieler ist, sondern vor allem, weil sie mit der Firma Chervò eine Erfolgsgeschichte sondergleichen geschaffen haben, eine Geschichte, die ihre Wurzeln, Leben und Zukunft im Golfsport hat. Manfred Erlacher, Jahrgang 1947, bezeichnet sich selbst als überzeugten Südtiroler. „Ich bin als Südtiroler geboren und werde als Südtiroler sterben“, pflegt er zu sagen. Auch wenn er mittlerweile zumindest die wärmere Hälfte des Jahres am Gardasee lebt, in der Nähe des Chervò- Firmensitzes Costermano (VR), sein Herz schlägt in Südtirol, genauer gesagt unter dem Schlern. Aufhören ist noch kein Thema Begonnen hatten die beiden Brüder 1982 mit Skibekleidung, die Umstellung auf Golfbekleidung kam 1990, nachdem Manfred und Peter 1988 mit dem Golfspielen begonnen hatten. Chervò ist der Inbegriff für „chic“ und „tech“ nicht nur auf dem Golfplatz, sondern generell in der Freizeitbekleidung. Bequem, hochwertig und eben auch modisch, gefertigt aus mit Rücksicht auf die Umwelt hergestellten innovativen Materialien, perfekt auf alle klimatischen Bedingungen eingestellt, auf dem Platz, in der Freizeit, auf Reisen, und warum nicht, auch beim Arbeiten. Die Aufteilung in Design und Betriebsführung hat bisher wunderbar funktioniert. Im Firmensitz, erzählt Manfred Erlacher mit einem Schmunzeln, seien ihre Büros jedenfalls strategisch so positioniert, dass, sollten einmal die Funken fliegen, genug Abstand dazwischen liege, bis alles wieder abgekühlt sei. An ein Aufhören denken beide noch nicht, auch wenn Manfred Erlacher zugibt, sich zumindest im Kopf mit dem Thema „nächste Generation“ auseinanderzusetzen. Spruchreif sei jedenfalls noch nichts. Das Thema Golf in Südtirol ist ihm, der mittlerweile Golfplätze und Golfregionen auf der ganzen Welt kennt, trotz vieler Geschäftsreisen und Kontakte in Europa, USA und Asien jedenfalls immer noch ein Herzensanliegen. Stichwort „verpasste Gelegenheiten“. Es gibt in Südtirol derzeit acht Plätze, davon drei

PORTRAIT SPORT A | 2020 37 18 Loch und fünf neun Loch. Es könnten mehr sein, mein Manfred Erlacher, vor allem, wenn er die Situation mit Nordtirol vergleiche. Golf sei dabei nicht nur ein interessantes Angebot für die Bevölkerung, sondern auch ein wichtiger Faktor für den Tourismus. Auch in Zeiten von Covid-19! „Aber auch wenn Pioniere wie z.B. Karl „Schaly“ Pichler trotz zahlreicher Knüppel im Weg, Wunder gewirkt haben, gibt es immer noch Widerstand.“ Zu Unrecht wie Manfred Erlacher meint. Golf in Südtirol: „Es könnte mehr sein!“ Golf sei ein wunderbarer Familiensport, ein Sport, den man von fünf Jahren an bis zum letzten Atemzug pflegen könne. Gerade für die Jugend habe Golf einen hohen erzieherischen Wert. Respekt vor der Landschaft, Einhalten der (Verhaltens-)Regeln. Aber, so Erlacher, noch immer hafte diesem Sport zu Unrecht das Etikett „elitär“ an. Dass dies nicht der Wahrheit entspreche, sehe man vor allem bei den Nachbarn nördlich des Brenners. In Deutschland gäbe es bei 83 Millionen Einwohnern 650.000 Golfer, in Italien bei 60 Millionen Einwohnern um die 90.000 Spieler. Das könnte ein Anlass sein, um über ein vereinfachtes Zutrittsverfahren, Familienpakete, Jugendangebote nachzudenken, meint Manfred Erlacher. Im Zusammenhang mit der Lockerung des Lockdowns kommt man nicht umhin, auch dem Geschäftsführer des Erfolgsunternehmens Chervò eine Frage zum Corona virus zu stellen. „Ich bin der Ansicht, es reden schon zu viele Leute darüber und möchte mich dazu nicht äußern. Nur eines: Wirtschaftlich werden wir auch 2022 noch daran zu tragen haben.“ Es werde schon alles wieder in den Gang kommen, aber nicht von heute auf morgen, meint er. „Drei Monate Stillstand steckt man nicht einfach so weg!“ Die Devise des Augenblicks sei, auf Sicht zu navigieren, bereit, zu kurzfristigen Entscheidungen zu sein. Nach dem Lockdown Navigieren auf Sicht Und da ist Manfred Erlacher eigentlich in seinem Element. „Ich bin ein Problemlöser, sagt er von sich. „Ich mache keine Probleme, ich löse sie.“ Über sich selbst spreche er allerdings nicht gerne, das müssten andere tun. Eine seiner Eigenschaften sei aber sicherlich Pflichtbewusstsein sowie der Mut zu Entscheidungen. Ob es dann die richtigen seien, müsse die Zeit zeigen. Sein Lieblingsgolfplatz? Keine Frage, der Chervò Golf Club San Vigilio mit seinen 36 Loch, nebenbei Träger des World Golf Awards 2020. Am Wochenende spielt Manfred Erlacher dort am liebsten mit seiner Frau und Freunden. Er ist Präsident des Golfclubs und geht diesem Sport, wenn die Zeit es zulässt immer noch mit großer Leidenschaft nach. Generell ist Sport seine Lieblingsbeschäftigung in der Freizeit: Radfahren, Bergwandern, Skifahren. Auf die Frage, ob es einen Wunsch gäbe, den er irgendwann einmal noch aus der Schublade holen möchte, muss Manfred Erlacher passen: „Ich habe in meinem Leben alles machen können, was ich wollte, ich bin sehr glücklich mit allem, was ich bisher tun konnte … Rundum glücklich.“ Nicole D. Steiner Deutschnofen | T 0471 610 114 | www.wiedenhofer-gmbh.com

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