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Golf & more 2012

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12 03/2012 aktuell Fokus auf die Golfer Eine oder mehrere Golfreisen jährlich, Übernachtungen in Vier- und Fünfsternehotels, Tagesausgaben von 200 Euro und mehr: Golfer scheinen für jede Tourismusdestination eine interessante Zielgruppe, doch sind sie es auch für Südtirol? Wir haben bei Tourismuslandesrat Hans Berger nachgefragt. Radius: Herr Landesrat, spielen Sie eigentlich selbst Golf? LR Hans Berger: Leider nein, dazu fehlt mir einfach die Zeit, trotzdem interessiert mich der Sport. Radius: Aus persönlichen oder beruflichen Gründen? LR Berger: Sowohl, als auch. Aus persönlichen Gründen, weil mich eigentlich jede geistige und körperliche Herausforderung reizt, aus beruflichen, weil wir das Golfen und die Golfer stärker in unser Tourismusmarketing einbeziehen müssen. Schließlich sollten wir, wenn’s um die Verteilung des Wachstumsmarkts Golftourismus geht, nicht außen vor bleiben. Radius: Warum aber reißen sich alle Destinationen um die Golfer? LR Berger: Das hat verschiedenste Gründe. Zum einen handelt es sich bei Golfern – auch wenn sich Golf immer mehr zum Breitensport entwickelt – nach wie vor um eine gut situierte Klientel. So haben Studien gezeigt, dass Golfer vor allem in Vier- und Fünfsterne-Häusern absteigen, und auch ihre Tagesausgaben höher sind, als die des Durchschnittsgastes. Darüber hinaus ist Golf kein Phänomen, das auf eine bestimmte Altersgruppe beschränkt ist. Radius: Was allerdings auch das Marketing nicht leichter macht ... LR Berger: Das stimmt natürlich. Klar umrissene Altersgruppen können leichter angesprochen werden, ohne dass man Streuverluste erleidet. Dasselbe erreicht man aber, indem man nicht auf Altersgruppen setzt, sondern die Zielgruppe auf ihren gemeinsamen Nenner herunterbricht: das Golfen. Radius: Was heißt das konkret? LR Berger: Das heißt konkret, dass Südtirol dort vertreten sein muss, wo Golfer uns wahrnehmen: bei Turnieren, auf Messen, in Golfshops oder Fachmagazinen. Nur so können wir Südtirol als Golfland etablieren und die Vorzüge unserer Plätze vermitteln. Radius: ... die da wären? LR Berger: Südtirols großes Plus – und das gilt nicht nur fürs Golfen – ist unsere einzigartige Landschaft und das Klima mit zahlreichen Sonnentagen und milden Temperaturen. Faktoren, die beim Golfen natürlich eine große Rolle spielen. Dazu kommen landschaftlich herausragende, sportlich anspruchsvolle und zudem überaus abwechslungsreiche Plätze im ganzen Land. Schließlich hat ein Platz zwischen Apfelbäumen – wie etwa in Lana oder Passeier – wenig mit einem Gebirgsplatz in Seis oder in Alta Badia gemeinsam – bis auf die landschaftliche Schönheit vielleicht. Radius: So gut dies auch klingt, aber lohnt sich der Aufwand überhaupt – für eine Handvoll Golfer, ist man geneigt zu sagen. LR Berger: Naja, mit der „Handvoll“ wäre ich vorsichtig: Schätzungen gehen davon aus, dass weltweit rund 70 Millionen Menschen Golf spielen, in Europa sind es rund fünf Millionen. Allein mit Golfreisen werden in Europa und Umgebung nicht weniger als sechs Milliarden Euro umgesetzt. Das ist ein Kuchen, der nicht uninteressant ist. Radius: ... und an dem man mitnaschen möchte. LR Berger: Ja sicher, warum nicht, wenn die Voraussetzungen schon da sind. Zudem dürfen wir nicht vergessen, dass wir ja nicht nur auf klassische Golfreisen zielen, sondern darauf, Golfer ins Land zu locken. Oder anders: Wenn ein Golfer vielleicht auch keinen eigenen Golfurlaub plant, dann doch wenigstens einen, in dem er – neben vielem anderen – auch Golfen kann. Radius: Ein Golfplatz als Mehrwert sozusagen. LR Berger: Ja, als Mehrwert, der mitunter die Entscheidung über einen Urlaub beeinflusst. Mittlerweile übrigens auch im Winter, so kurios dies auch klingen mag. Radius: Im Winter? LR Berger: Ja, im Winter. Golfer mit Leib und Seele wollen auf ihr Hobby offensichtlich auch im Winter nicht verzichten und womöglich Skifahren und Golfen verbinden. In Südtirol sind deshalb schon einige „Golf on snow“-Initiativen aus der Taufe gehoben worden, etwa auf der Seiser Alm oder in Ridnaun. Der Vorteil: Man braucht dafür nicht einmal einen Greenkeeper.

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