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Gesundheit & Ernährung 2011

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Ob es um Bewegung geht

Ob es um Bewegung geht oder um eine gesunde und ausgewogene Ernährung – die Südtiroler und Südtirolerinnen sind im Allgemeinen sehr gut informiert, sagt der Direktor des Ressorts für Familie, Gesundheit und Soziales sowie Präsident der Stiftung Vital, Florian Zerzer. „Was aber fehlt, ist die Umsetzungskompetenz, die konkrete Umsetzung dieses Wissens.“ Weltweit und auch in Südtirol steigt der Anteil der Krankheiten, die auf falsche Ernährung zurückzuführen sind. Laut WHO sind in Europa 18 Prozent der Krebserkrankungen des Verdauungstraktes, 28 Prozent der Herz-Kreislauferkrankungen und 18 Prozent der Schlaganfälle auf einen zu geringen A K T U E L L von der Ausnahme bis zur Regel Verzehr von Obst und Gemüse zurückzuführen. Zerzer: „Auch in Südtirol haben wir schätzungsweise 22.500 Jugendliche unter 15 Jahren, die an Fettleibigkeit leiden.“ Tendenz steigend. Die Zivilisationskrankheit Diabetes Mellitus Typ II ist ebenso auf falsche Ernährung und Bewegungsmangel zurückzuführen. In Südtirol leiden offiziell 25.000 Menschen daran. Experten gehen von einer ebenso hohen Dunkelziffer aus. Ernährungspyramide muss in Fleisch und blut übergehen Florian Zerzer Das Wissen um einen gesunden Lebensstil allein scheint demnach nicht zu reichen. Was fehlt, ist ein Handlungsplan, die konkrete Umsetzung dieses Wissens. „Der Knackpunkt“, so Zerzer, „ist, wie erreiche ich, dass die Ernährungspyramide, also viel Wasser, mehrmals täglich Kohlenhydrate, frisches Obst und Gemüse, Proteine mit Maßen und wenig Fette und Zucker etc. in Fleisch und Blut übergeht, dass gesundes Verhalten nicht die Ausnahme bleibt, sondern zur Gepflogenheit und damit nachhaltig wird.“ Und das ist eine der Aufgaben, die sich das Ressort gesetzt hat und die es auch mit Hilfe von Organisationen wie zum Beispiel der Stiftung Vital verwirklichen möchte: Bürgernah und unkompliziert, informativ und zielführend mit Projekten, Informationskampagnen, Leitfäden und anderem mehr die Menschen dazu bringen, ihre Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen. Zerzer: „Die Reparaturmedizin allein reicht nicht, wir brauchen Arbeits- und Lebensbedingungen, damit Menschen unterschiedlicher Schichtzugehörigkeit autonom Verantwortung für ihre Gesundheit übernehmen können, und das nicht nur, weil die Kosten sonst nicht mehr bezahlbar sind, sondern weil eine längere Lebenserwartung nur dann erstrebenswert ist, wenn ich gesund bleibe und meinen Interessen nachgehen kann.“ Lebensfreudig gesund Die Weichen dafür können nicht früh gestellt werden, die grundlegende Prägung unseres Verhaltens erfolgt in den ersten Lebensjahren. Der erhobene Zeigefinger nützt dabei nichts oder wenig. Das Projekt Gesunde Pause an der Lehranstalt für Wirtschaft und Tourismus IT in Meran in Zusammenarbeit mit der Stiftung Vital habe gezeigt, wie es funktionieren kann. „Hätten wir den Schülern einfach nur Brötchen vorbeigebracht, dann wären sie wahrscheinlich kaum akzeptiert worden. Weil sie aber alles selbst erarbeitet und ihr Schulbrot selbst ausgesucht haben, war eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung und vor allem eine nachhaltige Wirkung des Projektes geschaffen.“ Die Politik, so Zerzer, kann Rahmenbedingungen vorgeben. „Aber wir können nicht per Gesetzesdruck gesundes Verhalten verordnen. Für die Umsetzung in die Praxis und die Nachhaltigkeit müssen andere sorgen.“ Zum Beispiel die Betriebe, die Gemeinden, die Schulen und andere Einrichtungen, die sich diese gesundheitsfördernden Anliegen zu eigen machen. Dabei geht es nicht um Verbote, sondern darum, attraktive Alternativen zu bieten, die von den Menschen angenommen werden. 12 02/2011 02/2011 13 INFO Ressort für Familie, Gesundheit und Sozialwesen Kanonikus­Michael­Gamper­Straße 1 39100 Bozen Tel. 0471 418 000 ­ Fax: 0471 418 009 www.provinz.bz.it/ressorts/gesundheit/ A K T U E L L

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