Aufrufe
vor 9 Jahren

Gesundheit & Ernährung 2011

  • Text
  • Radius
  • Bozen
  • Gesundheit
  • Patienten
  • Menschen
  • Gesunde
  • Gesund
  • Kinder
  • Zeit
  • Stiftung

Gesund für zwei

Gesund für zwei Schwangerschaft, Geburt, Stillzeit – Elternwerden. Das ist der Beginn einer lebenslangen Aufgabe und großen Verantwortung. Mit „gesund essen – gesund leben für zwei“ setzte die Stiftung Vital im Krankenhaus von Brixen ein Pilotprojekt um, dessen Ziel es war, die Gesundheitskompetenz werdender Eltern zu stärken. Entscheidender Anstoß für das Projekt war vor allem der Grundgedanke, dass das spätere Essverhalten bereits in der Schwangerschaft und den ersten Lebensjahren entscheidend geprägt wird. In die Erarbeitung und Umsetzung des Pilotprojekts, „gesund essen – gesund leben für zwei“ waren gleich mehrere Abteilungen des Kran- Vollwertküche R I T A B E R N A R D I · mit zahlreichen Rezepten zur Steigerung von Wohlbefi nden & Vitalität · Gesunde Gerichte für die ganze Familie · Desserts und Kuchen ganz ohne Fabrikzucker kenhauses Brixen eingebunden: Pädiatrie, Gynäkologie, Geburtshilfe, die Küche und die territorialen Dienste. Essverhalten wird in den ersten Lebensjahren entscheidend geprägt Die Ergebnisse des Projektes zeigen sich in einer Fülle kleinerer und größerer Interventionen auf den Abteilungen, aber auch in der Küche, in der Vermittlung wichtiger Ernährungsgrundsätze bis hin zu Kochkursen für die werdenden Eltern. Gerade so ein Kochkurs kann für werdende Eltern „zum besonderen Erlebnis für Drei“ werden. Für das Personal der beteiligten Abteilungen wurden interne Weiterbildungsveranstaltungen organisiert, um gemeinsame Inhalte, aber auch eine gemeinsame Sprache in Bezug auf die gesunde Ernährung zu entwickeln. Positiver Nebeneffekt der Initiative, darin sind sich alle Beteiligten einig: eine bessere Kommunikation und engere Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen des Krankenhauses, den Beratungsstellen und den Ärzten des Territoriums. Der aus der gemeinsamen Projektarbeit entstandene Leitfaden „Wir werden Eltern“, enthält Tipps und Wissenswertes rund um Schwangerschaft, Stillzeit und die ersten Wochen mit dem Neugeborenen. Er wird in der zweiten Auflage im Gesundheitsbezirk Brixen allen werdenden Müttern ausgehändigt und kann von der Homepage der Stiftung Vital herunter geladen werden. Eine dritte Auflage ist in Arbeit. GESUND EINFACH DELIKAT # 16,90 In der Kindheit und Jugend werden viele Weichen für das spätere Leben gestellt. Viele Kinder und Jugendliche weisen schon Übergewicht auf, eine Entwicklung, die der Landesrat für Gesundheit und Soziales, Richard Theiner, mit Sorge betrachtet. Denn eigentlich ist es ja ganz leicht, etwas für das eigene Wohl zu tun. Und je eher man damit anfängt, desto besser. Radius: Wie wichtig sind Ernährung und Bewegung? LR Theiner: Eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung, verbunden mit regelmäßiger körperlicher Bewegung, ist die beste Investition in die eigene Gesundheit. Das Beste dabei ist: Ein jeder kann das machen und für jeden ist ein gesunder Lebensstil erschwinglich. Noch nie war das Angebot an gesunden Lebensmitteln Richard Theiner so groß, noch nie hat es so viele Möglichkeiten für gesunden Sport und auch die nötige (Frei-)Zeit dafür gegeben. Dennoch scheint etwas in die falsche Richtung zu gehen. Es macht mir Sorgen, dass immer mehr Kinder und Jugendliche übergewichtig sind und Haltungsschäden ausweisen. Radius: Warum ist das so und was kann, bzw. kann das öffentliche Gesundheitswesen etwas dagegen tun? LR Theiner: Die unmittelbaren Ursachen sind hinlänglich bekannt. Auf- A K T U E L L vorbeugen ist besser als heilen nahme von zu viel Fett und Zucker, beispielsweise über industrielle Fertigprodukte. Viel zu wenig Bewegung als Ausgleich und Korrektur zu langen Sitzzeiten vor dem Computer, in der Schule, im Auto, am Arbeitsplatz. Wie kann nun die öffentliche Gesundheitsförderung dazu beitragen, das persönliche Verhalten positiv zu beeinflussen? Die Gesundheitsbewussten müssen wir nicht bekehren. Die wandern und treiben Sport, essen viel Obst und Gemüse, kurz sie leben gesund. Die Mehrheit der Südtiroler und Südtirolerinnen gibt da ein gutes Bild ab. Überzeugen müssen wir aber die anderen, die nicht so gesund leben. Da müssen wir uns noch anstrengen. Radius: Was bedeutet das konkret? LR Theiner: Nach dem altbewährten Spruch ‚vorbeugen ist besser als heilen’ vertrete ich die Überzeugung, dass unsere Gesundheitspolitik noch viel stärker als bisher die gesunde Ernährung und die körperliche Bewegung fördern und bewerben muss. Wir investieren viel Geld in die Gesundheitserziehung an den Schulen. Wir haben mit der Stiftung Vital einen Dienst für Gesundheitsförderung geschaffen, der viele Ideen ankurbelt und konkrete Gesundheitsprojekte umsetzt. Radius: Reicht das? LR Theiner: Ich glaube, wir sind mit der Gesundheitsförderung erst am Beginn einer großen Entwicklung. Da wird noch mehr kommen müssen, und zwar nicht nur im Bereich Sanität, sondern auch im Bereich Schule, Breitensport oder öffentliche Mensen. Aber eines möchte ich klar stellen: Die öffentliche Hand kann fördern und anschieben, sie kann aber nicht die eigene Verantwortung oder das unverzichtbare gute Beispiel der Bezugspersonen in einer Familie ersetzen. Radius: Welche Botschaft möchten Sie jungen Leuten mit auf den Weg geben? LR Theiner: Esst viel Obst und Gemüse, trinkt öfter Wasser statt Cola und bewegt euch mehr! Die Langzeitfolgen eines ungesunden Lebens haben ihren Preis, der früher oder später bezahlt werden muss, z.B. in Form von chronischen Krankheiten. Warum also nicht gleich etwas für das eigene Wohl tun, wenn es so einfach ist? 10 02/2011 w w w . a t h e s i a b u c h . i t A800 Verlag 02/2011 11 Vollwertkueche_190_93.indd 1 23.03.11 11:03

© 2017 Weinbergweg 7 | 39100 Bozen | MwSt.-Nr.: IT00853870210 | Tel. 0471 081 561 | Fax 0471 081 569 | info@mediaradius.it