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Energie & Umwelt 2015

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aktuell 32 06/2015 06/2015 33 aktuell Über achtzig Brennstoffzellenbusse in Europa Die in Bozen eingesetzten fünf Brennstoffzellenbusse werden von der SASA betrieben; die Wartung erfolgt bei einer Werkstätte des Herstellers in Brixen, die Finanzierung wurde vom Land und der EU sichergestellt und der Ankauf der Busse wurde von der STA abgewickelt, die Referent für das europäische Projekt ist. Bei der STA - Südtiroler Transportstrukturen AG handelt es sich um eine Inhouse-Gesellschaft des Mobilitätsressorts des Landes Südtirol, das Landesrat Florian Mussner untersteht. Die STA ist der operative Kern des Mobilitätsressorts und setzt umweltfreundliche, innovative Mobilitätslösungen im öffentlichen Nahverkehr um. Dazu gehören die Planung, Ausschreibung, Koordinierung, Wartung und Verwaltung von Infrastrukturen im Bereich der Mobilität. Direktor der STA AG ist Joachim Dejaco. Leise, sauber und CHIC Was ist das: Leise, zuverlässig, geräumig, mobil, nachhaltig und CHIC? Ein mit Wasserstoff betriebener Brennstoffzellenbus oder besser: fünf solche Busse, die seit zwei Jahren in Bozen und gelegentlich auch sonst im Land im Einsatz sind. Südtirol befindet sich mit diesem Projekt in bester Gesellschaft. London, Hamburg, Oslo, Berlin und der Schweizer Kanton Aargau setzen ebenfalls auf die Brennstoffzellentechnik im öffentlichen Nahverkehr. Weitere Städte folgen in Kürze. CHIC steht nicht für das attraktive Äußere und die besondere Ausstattung dieser Nahverkehrsbusse, die mit Absicht ein anderes Outfit aufweisen als die herkömmlichen Stadtbusse, sondern ist die Abkürzung für das Konzept Clean Hydrogen in European Cities, das Projekt der EU, das den Alltagsbetrieb von Brennstoffzellenbussen in verschiedenen europäischen Regionen fördert. 26 Brennstoffzellenbusse sowie die dazu gehörigen Infrastrukturen in der Schweiz, Italien, Norwegen und England werden durch die Public-Private-Partnership-Initiative „Joint Undertaking for Fuel Cells and Hydrogen (FCH JU)“ über das Projekt CHIC gefördert. Südtirol ist aufgrund seiner besonderen Sensibilität in Sachen Umwelt führend in dieses Projekt eingebunden. Aufgrund des Wasserreichtums kann zudem der Rohstoff Wasserstoff sozusagen vor der Haustür gewonnen werden. Damit kompensieren sich höhere Ankauf- und Transportspesen, zudem bleibt die Wertschöpfung aus der Herstellung dieses absolut emissionsfreien Treibstoffes im Land selbst. Umfrage unter Fahrgästen zeigt hohe Akzeptanz und Zufriedenheit Die Bozner Wasserstoffbusse sind seit zwei Jahren in Betrieb, nach Ansicht von Landesrat Mussner, der erst vor wenigen Monaten ein zusätzliches Abkommen über den Ankauf weiterer 500 Busse in zwanzig europäischen Regionen mitunterzeichnet hat, Zeit um eine erste Bilanz zu ziehen. An zwei Haltestellen im Bozner Stadtbereich, am Dominikanerplatz und am Krankenhaus, wo die Busse der Linie 10A und 10B bzw. 112 nach Leifers verkehren, wurden Fahrgäste zu ihren Erfahrungen mit den Brennstoffzellenbussen befragt. Die fünf völlig emissionsfreien Busse sind auf diesen Linien an fünf von sieben Tagen in der Woche im Einsatz und zwar für zwölf Stunden am Tag. Am Abend werden sie an der Wasserstofftankstelle in Bozen Süd aufgetankt. Die Busse haben eine Reichweite von bis zu 350 km. Der Preis für den Wasserstoff-Kraftstoff liegt derzeit bei rund zehn Euro pro Kg, auf einen Kilometer kostet das Fahren mit Wasserstoff ungefähr einen Euro, mit Diesel 30 - 40 Cent. Etwa 600.000 Euro kostet ein moderner Brennstoffzellenbus, ein Dieselbus kommt auf 250.000 Euro. Vor fünf Jahren kostete ein Wasserstoffbus noch das Doppelte. Das CHIC-Projekt und damit die Anschaffung der emissionsfreien Busse ist für seine Laufzeit von 2010 bis 2016 mit mehr als 26 Mio. Euro durch die EU gefördert. Alltagstaugliche Technik der Zukunft Aber zurück zur Umfrage. Die Fahrgäste schätzen die geringe Lärmemission dieser blau-weiß-lackierten Busse, und zwar sowohl im Straßenverkehr als auch im Businneren. Auch das Fehlen von Abgasen – die Busse scheiden einzig Wasserdampf aus – wurde äußerst positiv bewertet. Die Umfrage hat einen weiteren Faktor aufgezeigt: Die Bevölkerung ist umweltfreundlichen Projekten gegenüber grundsätzlich positiv eingestellt, auch wenn es etwas mehr kostet. Die Mehrheit der Befragten war informiert darüber, dass der Anschaffungspreis dieser Busse von der EU bezuschusst wird. Weniger informiert waren sie über die technischen Details dieser emissionsfreien Antriebsart. Landesrat Mussner legt Wert auf die Feststellung, dass die Wasserstofftechnik bereits heute absolut alltagstauglich und zukunftsweisend ist. „Die Fahrzeuge haben eine hohe Reichweite und das Betanken ist nicht mit größerem Zeitaufwand verbunden. Für uns sind die völlig emissionsfreien und leisen Busse ein konkreter Schritt dahin, die öffentliche Mobilität in Südtirol nachhaltig und umweltfreundlich zu gestalten.“ Die Einschätzung der blau-weißen Brennstoffzellenbusse von Seiten der Fahrgäste zeigt, dass ... die Busse eine hohe Aufmerksamkeit erzielen, vor allem aufgrund der niedrigen Lärmemissionen; Fahrgeräusch, Geruch- und Abgasbelastung sowie Umweltfreundlichkeit sehr positiv bewertet werden; die Bekanntheit des Energieträgers H 2 hoch ist; die Involvierung einer EU-Finanzierung großteils bekannt ist, dass aber das Wissen um die Wasserstoffherstellung gering ist; der Umweltaspekt bei der Fahrzeugbeschaffung zwar wichtig ist, aber nicht um jeden Preis, zumal die Bürger bei öffentlichen Ausgaben preissensibel sind.

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