Aufrufe
vor 4 Jahren

Energie & Umwelt 2014

  • Text
  • Energie
  • Bozen
  • Anlagen
  • Unternehmen
  • Wasserkraft
  • Strom
  • Kraftwerk
  • Klimahaus
  • Wasser
  • Gemeinden
  • Radius
  • Umwelt

Georg Hochkofler 12

Georg Hochkofler 12 05/2014 aktuell aktuell 05/2014 Tel. 0471 081 56313 Inserat: elektro gostner grafik@mediaradius.it Wasserkraft ist Allgemeingut Auch wenn die Materie noch so komplex ist, Landesrat Richard Theiner sieht immer eine Chance für Südtirol, auch in der jetzigen, schwierigen Phase, wo es darum geht, wichtige Akteure der Stromwirtschaft zusammenzubringen. Radius: Es war Ihre Idee, alle wichtigen Akteure im Energiebereich zu einer Expertenrunde zusammenzuführen. LR Richard Theiner: Eingesetzt wurde die Energie-Expertenrunde auf meinem Vorschlag hin von der Südtiroler Landesregierung. Die erste Sitzung fand am 19. Februar 2014 in Bozen statt. Dort haben sich die eingeladenen Vertreter der heimischen Energiebetriebe und verschiedener Institutionen im Lande eingefunden. Mittlerweilen haben bereits mehrere sehr intensive Arbeitstreffen stattgefunden. Derzeit befassen sich die Experten mit dem Entwurf für ein neues Landesgesetz, mit dem die kleinen und mittleren Wasserableitungen bis zu drei Megawatt geregelt werden sollen. Radius: Ist es überhaupt möglich, so viele verschiedene Interessen im Einklang zu bringen? LR R. Theiner: Wenn rund 20 Fachleute, die seit Jahrzehnten in der Stromwirtschaft tätig sind, sich an einem Tisch mit dem Thema Strom befassen, dann liegt es in der Natur der Sache, dass ebenso viele Meinungen vertreten sind. Das ist auch gut so, denn die Demokratie, die wir ja alle beanspruchen, lebt ja vom Wettbewerb der Meinungen und Ideen. Ich sehe den Expertentisch als große Chance für die Energiepolitik in Südtirol. Durch die Einbeziehung einer Vielzahl von erfahrenen Akteuren im Strombereich kann es gelingen, die Weichen für die Energiepolitik und -verteilung in Südtirol bestmöglich zu stellen. Richard Theiner Radius: Familien und Unternehmen erwarten sich vor allem Strom zu einem günstigeren Preis. LR R. Theiner: Uns ist bewusst, dass die Energie ein wesentlicher Kostenfaktor für private Haushalte und Unternehmen ist. Es ist selbstverständlich unser Bemühen, die Voraussetzungen zu schaffen, damit alle Strom zu günstigeren Preisen beziehen können. Ich möchte keine unrealistischen Erwartungen wecken, aber doch feststellen, dass wir vor Augen haben, dass in Südtirol doppelt so viel Strom aus Wasserkraft erzeugt als hier verbraucht wird, und dass die hier ansässigen Familien und Unternehmen auch einen Vorteil daraus ziehen sollen. Radius: Das Wasser und die Wasserkraft müssen Allgemeingut sein, lautet ein Grundsatz der Südtiroler Landesregierung. Warum will die öffentliche Hand selbst Stromproduzent und Stromverteiler sein? LR R. Theiner: Sie muss nicht selbst Strom produzieren oder verteilen. Aber wenn das Land nicht selbst über die SEL aktiv geworden wäre, wären viele Konzessionen in der Hand von provinzfremden Betrieben geblieben. Inzwischen ist viel passiert, und auch aufgrund der in der Vergangenheit leider vorgefallenen Unregelmäßigkeiten haben wir einen Energietisch eingerichtet, an dem alle wichtigen Akteure sitzen und wo wir gemeinsam die Spielregeln erarbeiten für die Ausschreibung von Wasserableitungen und die zukünftige Ausrichtung der Südtiroler Strompolitik. Radius: Die Etschwerke der Städte Bozen und Meran sollen durch eine Fusion mit der SEL ins Boot geholt werden. Wie steht es mit den Verhandlungen? LR R. Theiner: Auf Eigentümerebene finden derzeit vertiefende Gespräche statt, um die Sinnhaftigkeit und juridische Machbarkeit einer Zusammenarbeit zwischen SEL und Etschwerke zu überprüfen. Beide Eigentümer haben einer genauen Analyse zugestimmt. Mit der Unterstützung von renommierten Beratern hat man begonnen, die Businesspläne zu erstellen, um mögliche Formen der Zusammenarbeit zu analysieren. Innerhalb November 2014 soll die juridische Machbarkeit sowie eine genaue Analyse über die volkswirtschaftliche und betriebswirtschaftliche Sinnhaftigkeit einer möglichen Zusammenarbeit zwischen SEL und Etschwerke als Entscheidungsgrundlage für alle Beteiligten vorliegen. Radius: Was ist Ihre Meinung dazu? LR R. Theiner: Ich berufe mich da auf die Erfahrungswerte der Energieexperten, auf Vergleiche mit dem restlichen Staatsgebiet und darüber hinaus, die aufzeigen, dass eine Zusammenarbeit eine Steigerung der Wirtschaftlichkeit und Konkurrenzfähigkeit der beteiligten Unternehmen mit sich bringen würde. Durch eine gemeinsame Gesellschaft könnte ein langfristig konkurrenzfähiges Unternehmen entstehen, das zu den drei größten Energiedienstleistern im Bereich der erneuerbaren Energien in Italien zählen würde. Dadurch könnte sich auch die Dienstleistungsqualität für die Bürger in Südtirol nochmals verbessern. Meiner Ansicht nach sollte es das Ziel sein, eine wirtschaftlich sinnvolle und zukunftsfähige Lösung zu finden, die den Gemeinden, dem Land und vor allem auch den Bürgern Vorteile bringt. Es geht auch darum, wieder Vertrauen zu schaffen und nach der bestmöglichen Lösung für Südtirol zu suchen. Radius: Die Südtiroler Landesregierung hat kürzlich Umweltgelder für Schäden aus Wasserkraft genehmigt. LR R. Theiner: Das ist eine große Errungenschaft: Südtirol hat als einzige Provinz Italiens im Jahr 2010 Großwasserkonzessionen mit Umweltplänen ausgeschrieben. Damit kommen die sogenannten Ufergemeinden und das Land seit 2011 in den Genuss von Umweltgeldern für Maßnahmen zur Verbesserung von Landschaft und Umwelt. Die Umweltgelder stellen einerseits eine Entschädigung für die Belastungen durch die Wasserkraftwerke dar und erlauben andererseits sinnvolle und nachhaltige Umweltinvestitionen. Von 2010 bis 2040 sind Umweltgelder von insgesamt 376,5 Millionen Euro vorgesehen, mit denen Maßnahmen für die Verbesserung und Sanierung der Umwelt finanziert werden können. Dies kommt nicht zuletzt auch der lokalen Wirtschaft zugute, denn durch konkrete Investitionen vor Ort können Arbeitsplätze geschaffen und erhalten werden. Elektroinstallationen – Automatisierungen Alles für Ihr modernes Haus Planung und Errichtung von Elektroanlagen EIB-Gebäudesystemtechnik Lichtsysteme und Sicherheitstechnik Elektro Gostner KG E. Fermi-Str. 20 A - 39100 Bozen - Tel. 0471 982 983 - Fax 0471 051 183 Mobil 335 57 02 306 - info@elektrogostner.it - www.elektrogostner.it

© 2017 Weinbergweg 7 | 39100 Bozen | MwSt.-Nr.: IT00853870210 | Tel. 0471 081 561 | Fax 0471 081 569 | info@mediaradius.it