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Bauen, Sanieren & Wohnen 2013

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22 01/2013 aktuell Die Wasserkraft ist ausgereizt Das Land Südtirol hat sich schon vor vielen Jahren damit auseinandergesetzt, wie man alternative Energiequellen am besten nutzen kann. Im vergangenen Jahrzehnt hat man daher den Bau von Solar- und Photovoltaikanlagen, aber auch von Biomasse- und Fernheizwerken gefördert. Radius führte mit dem Landesrat Florian Mussner ein Gespräch darüber. Radius: Wie gut ist Südtirol bei der Stromproduktion aufgestellt? Florian Mussner: In Südtirol gibt es heute bereits 615 Wasserkraftwerke. Im Piemont gibt es 602 und in der Lombardei 418. Das sind im Verhältnis zu diesen großen Regionen sehr viele. Im Bereich Wasserkraft werden heute schon fast alle Möglichkeiten ausgereizt und 2020 dürfte wirklich alles ausgeschöpft sein. Wir müssen also neue Wege gehen. Bei Biomasse und Methangas wurde bereits ganz viel getan. Bei der Windkraft haben wir klare Richtlinien erlassen, deshalb kann nicht überall ein Windpark errichtet werden. Am Brenner gibt es aber bereits Zufahrtsstraßen und der Standort ist weit von bewohntem Gebiet entfernt. Zudem sieht man die Windräder nur sehr wenig. Für die Zugvögel besteht auch keine Gefahr, wie man mir glaubhaft versicherte. Ich befürworte deshalb diesen Standort und hoffe, dass heuer noch über den Rekurs der Gegner entschieden wird. Radius: Auf welchen Bereich legt der neue Landesrat für Energie seinen Schwerpunkt? F. Mussner: Ende 2012 hat die Sel AG 702 Megawatt Strom erzeugt. Bis 2015 rechnet man mit einer Erhöhung des Strombedarfs von zehn Prozent. Wir müssen neben der Wasserkraft, Gas und Methan, also Biomasse, verstärkt auf Photovoltaik und Windkraft setzen. Voriges Jahr wurden mit Photovoltaik zwei Megawatt erzeugt, 2015 möchten wir auf 30 Megawatt kommen. Das ist 15 mal mehr. Bei der Windkraft möchten wir von Null auf 25 Megawatt im Jahr 2015 kommen. Radius: Es wurden bereits 15 Landesgebäude vom Land mit Photovoltaik bestückt und heuer sollen weitere zwei dazu kommen. Um welche Gebäude handelt es sich? F. Mussner: Es sind dies das deutsche und das italienische Oberschulzentrum in Meran. Auch diese Anlagen werden wir über das Europäische Projekt EFRE 2007-2013 finanzieren. Ein Teil der Flächen dieser Oberschulzentren wurde bereits mit privaten Anlagen versehen. Radius: Wie rechnet das Land mit privaten Investoren ab? F. Mussner: Die privaten Investoren bekommen die Investitionskosten zum Teil vom Staat zurückerstattet. Dem Land zahlen sie jährlich eine Miete von 50 Euro pro Kilowatt. Dieser Vertrag Florian Mussner läuft 20 Jahre. Der erzeugte Strom wird nicht vom Gebäude genutzt, sondern ins örtliche Stromnetz eingespeist. Durch den Stromverkauf erzielt der Investor einen Gewinn. Radius: Ist es für das Land vorteilhafter eine Miete von privaten Investoren zu verlangen, anstatt den erzeugten Strom für das betroffene Gebäude zu verwenden? F. Mussner: Diese Frage haben wir uns auch gestellt. Anfangs wollten wir selber die Anlagen bauen, um den Bedarf der Immobilien zu decken. Wir mussten jedoch erkennen, dass wir es bis Ende 2012 nicht schaffen werden, alle benötigten Anlagen fertig zu stellen. Deshalb haben wir als Alternative nach privaten Investoren gesucht, die durch diese Regelung einen Gewinn erzielen können. Radius: Wie viel wurde für die Installation der 15 Photovoltaikanlagen ausgegeben, die das Land selber installiert hat? F. Mussner: Die öffentliche Hand hat für die von ihr selbst montierten 15 Anlagen insgesamt 1,978 Mio. € ausgegeben. Diese Anlagen wurden aber zu 100 Prozent durch EU–Gelder finanziert. Auch die beiden Anlagen, die heuer in Meran errichtet werden, können wir zu 100 Prozent über das Europäische Projekt EFRE 2007-2013 finanzieren. Die staatlichen Förderungen aus Rom gingen an die privaten Investoren. Radius: Die Photovoltaikanlage soll stärker kommuniziert werden. Was ist geplant? F. Mussner: Wir planen im Eingangsbereich des Landhauses 2 einen digitalen Info-Point, der verschiedene Infos zu den Projekten und auch die aktuellen Energie-Produktionsmengen anzeigt. Diese Infos werden im heurigen Jahr noch mit der Website des Amtes für öffentliche Arbeiten verlinkt. Radius: Welche Vorkehrungen wurden bei der Errichtung der Photovoltaik-Anlagen getroffen, damit die Bürger keinen Schaden durch elektro- und elektromagnetische Strahlen erleiden. Und wie schaut es bei einem Brand aus? F. Mussner: Die Anlagen wurden nach den geltenden Bestimmungen und Richtlinien des Innenministeriums vom Februar 2012 projektiert und errichtet. Es werden alle geltenden Grenzwerte eingehalten. Die Feuerwehrschule in Vilpian hat bereits begonnen, die Feuerwehrleute darin zu schulen, wie sie bei einem Brand bei einem Gebäude mit einer Photovoltaikanlage vorgehen müssen. Die Feuerwehr muss wissen, wo solche Anlagen installiert sind, um sich nicht selbst in Gefahr zu bringen. www.ewnetz.it S O L A R - M O N I TO R DIE APP zuR ÜBERwAchuNg IhRER PhOTOVOLTAIKANLAgE Solar-Monitor info-reti@ae-ew.it Sie haben eine Photovoltaikanlage und wollen wissen, wieviel Ihre Anlage leistet? Ob sie zuverlässig arbeitet und ob sich die Investition auch gerechnet hat? Mit der neuen, innovativen SOLAR-MONITOR App für Android® und iOS® haben Sie jetzt ganz bequem die volle Kontrolle über alle relevanten Produktionsdaten und über die Erträge Ihrer Photovoltaikanlage.

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