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Bauen, Sanieren & Wohnen 2013

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10 01/2013 themenbereich Bauen fürs Leben Befolgt man diesen Rat, so muss man sich mit dem Thema Planen und Bauen im Zeichen des Lebenszyklus auseinandersetzen. Konkret heißt das, dass bei der Planung eines Gebäudes nicht nur die Errichtungs- sondern auch die Instandhaltungskosten berücksichtigt werden müssen. Die vorhandenen Ressourcen müssen also möglichst effizient eingesetzt werden. Betrachtet man die Pyramiden in Ägypten, so sieht man, dass die Menschen schon vor Jahrtausenden nach diesem Prinzip des Lebenszyklus gebaut haben. Auch die Bauern in Südtirol errichteten Höfe und Ställe, die diesem Prinzip entsprechen. Bereits bei der Planung machte man sich Gedanken über die vor Naturgewalten sichere Lage, die Sonneneinstrahlung, die Nähe zu Bachläufen oder fruchtbaren Böden. Einzelne Höfe, Weiler und Dörfer wurden so in Einklang mit der Natur errichtet. Verwendet wurden meist Rohstoffe und Baumaterialien aus der unmittelbaren Umgebung. Die zur Verfügung stehenden Mittel waren knapp und mussten daher effizient eingesetzt werden. Oft fehlt das Feingefühl „Leider geht heute dieses Feingefühl für Planen und Bauen im Zeichen des Lebenszyklus immer mehr verloren. Nicht immer werden die Instandhaltungskoten ausreichend berücksichtigt. 80 Prozent dieser im Laufe des Lebenszyklus entstehenden Kosten können aber bereits in den ersten Projektphasen entschieden werden. Wichtig ist daher eine gute, nachhaltige Planung und ein frühzeitiges Einbinden aller relevanten Projektpartner. Alle Bauherren, egal ob öffentlich oder privat, müssen ihren Blickwinkel in enger Abstimmung mit allen Baumenschen, vom Architekten bis hin zum Zulieferer, neu ausrichten und die Nutzungsphase eines Gebäudes entsprechend gewichten. Nur wenn mit genügend Planungstiefe an ein Projekt herangegangen wird, kann entsprechend gute Bauleistung geboten werden und langfristig hohes Einsparpotential, monetärer wie auch natürlicher Ressourcen, erzielt werden. Ansonsten kann es passieren, dass die Nutzungskosten ein neues Gebäude sehr schnell alt aussehen lassen“, erklärt Thomas Ausserhofer (Unionbau GmbH), Präsident des Kollegiums der Thomas Ausserhofer Bauunternehmer. Vergabe nach Lebenszyklus-Kostenrechnung Auch die Europäische Kommission sieht im Bauen für den Lebenszyklus eine Chance: In ihrem Vorschlag für die Änderung der europäischen Vergaberichtlinie gibt sie den ausschreibenden Körperschaften die Möglichkeit, öffentliche Arbeiten, Dienstleistungen und Lieferungen nach der Lebenszykluskostenrechnung zu vergeben, um die Nutzung der öffentlichen Auftragsvergabe zur Erzielung nachhaltigen Wachstums zu untermauern. INFO Kollegium der Bauunternehmer Schlachthofstr. 57 | 39100 Bozen Tel. 0471 282 894 | Fax 0471 263 901 info@baukollegium.it | www.baukollegium.it

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