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Bauen & Sanieren 2015

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Kreisverkehrsanlage

Kreisverkehrsanlage Georg Hochkofler Niederlana mit 30 01/2015 Inserat: theil Tel. 0471 081 563 aktuell 01/2015 31 künstlerisch ausgestalteter grafik@mediaradius.it Kreiselmitte Dorfplatz Eggen 2014 : Die Straße und der Parkplatz wurden an den Rand der autofreien Haltestelle verschoben. Vorfahrt Fußgänger im Ort Das Herz eines Ortes sind die Plätze, Gassen und Straßen, wo sich Menschen in Muße begegnen, aufhalten und ins Gespräch kommen können. Der Autoverkehr steht dem entgegen und ist eine Quelle der Gefahr für die Fußgänger. Beides unter einen Hut zu bringen, ist in Eggen/ Deutschnofen und St. Vigil in Enneberg gelungen. Tausende Jahre lang gehörten Straßen und Plätze den Fußgängern. In den letzten 60 Jahren wurden sie an den Rand, auf einen schmalen Gehsteig gedrängt. Das deutsche Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit brachte uns das Auto als Symbol von mobiler Freiheit und Bequemlichkeit. Damit begann die Vorzugsschiene Auto im öffentlichen Raum mit dem Bau von Straßen- und Autobahnnetzen, Parkplätzen und Parkhäusern mitten in die Herzen der Dörfer und Städte hinein. Ein erstes Umdenken setzt ein Lärmbelästigung, Luftverschmutzung und dadurch bedingte Verkehrsbeschränkungen, Unfälle und Verkehrstote setzten den Prozess eines teilweisen Umdenkens in Gang. Der urbane Raum wurde als Ort zwischenmenschlicher Begegnung wieder entdeckt. Das historisch gewachsene, authentische Umfeld des eigenen Dorfes, der Stadt wird zunehmend als besondere Lebensqualität empfunden. Doch die Widerstände, Bequemlichkeiten und Gewohnheiten aufzugeben und auf das Auto im Ortszentrum zu verzichten, sind immer noch erheblich. Urbanistik, Politik und Verkehr Die Siedlungspolitik beeinflusst die Verkehrsentwicklung, ist der Verkehrsplaner Winfried Theil überzeugt. Starke Zersiedelung führe zu größerem Verkehrsaufkommen, da die Wege zur Schule und Apotheke, zum Geschäft und Vereins- und Rathaus länger sind. Der Bozner Diplomingenieur hat bei Professor Knoflacher in Wien studiert und blickt auf eine dreißigjährige erfolgreiche Beratertätigkeit und Verkehrsplanung in Südtirol zurück. „Die flächenbeschränkten Bereiche, wie wir sie in den Dorf- und Stadtzentren antreffen, sind für Menschen gebaut und nicht für Autos, die je zehn Quadratmeter Fläche nur zum Parken benötigen. So viel Platz ist nicht vorhanden. Also muss schon allein aus Platzmangel eine Kategorisierung der Nutzung für den öffentlichen Raum erfolgen, z.B. beschränkte Fahrerlaubnis, Parkplätze für Menschen mit Behinderung, Kurzpark- sowie Auf- und Abladezonen“, fährt er fort. Neugestaltung des Dorfplatzes in Eggen Die Aufpflasterung der Straße bei Fußwegquerungen führt zur Geschwindigkeitsreduzierung und unterstreicht die Priorität der Fußgänger. Aufmerksamkeitserhöhende Elemente im Straßenverlauf führen zu mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer. „Gestaltungsprinzipien, die in vielen Orten Südtirols erfolgreich umgesetzt wurden“, weiß Winfried Theil zu berichten. In Eggen ging es der Gemeinde Deutschnofen darum, die Aufenthaltsqualität am Dorfplatz zu verbessern, Lösungen für die reduzierte Parkplatzsituation zu finden und einen Wendeplatz für den Linienbus zu gestalten. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Bäume, Bänke, Brunnen und autofreier Grünbereich schmücken den gepflasterten Zugang zu Kirche und Friedhof. Die normgerechte Wendemöglichkeit für den Bus mit neuer Bushaltestelle auf dem autofreien Dorfplatz macht Busfahren sicher und angenehm. Bürgerbeteiligung bringt Akzeptanz Letztendlich entscheiden die Gemeindepolitiker über das Verkehrskonzept in ihrer Gemeinde, was oft zu großen Polemiken in der Bevölkerung führt. Daher setzt Winfried Theil auf Bürgerinformation, Diskussion und Bürgerbeteiligung. Das Projekt zur Neugestaltung des Dorfplatzes von Eggen wurde zweimal im Bürgersaal von Eggen in Anwesenheit der Politiker den Bürgern vorgestellt und diskutiert. Bürgerversammlungen im Vorfeld sind eine gute Möglichkeit, einen Denkprozess in die Wege zu leiten, um die Akzeptanz von verkehrsplanerischen Eingriffen zu fördern. Die Überalterung der Bevölkerung und die daraus sich ergebenden Bedürfnisse der Zentralisierung und Erreichbarkeit von Diensten vor Ort, aber auch nach Langsamkeit und Sicherheit im Ortszentrum machen ein Umdenken und neue Mobilitätsplanung notwendig. „Öffentliches Interesse steht über dem privaten Interesse“, fordert Theil. „Überdimensionierte Straßen müssen zurückgebaut werden; fünf Meter Breite für eine Dorfstraße reichen“, weiß er aus Erfahrung zu berichten. Damit ergeben sich neue Gestaltungsmöglichkeiten für • Konzepterstellung Ortsverkehr / Parken / Gehen, öffentlicher Verkehr, Urbanistik, Freiraum • Gehwege, Fahrradwege, Straßenquerungen, Grünanlagen, Spielparks- Spielplätze • Straßen- und Platzgestaltung, Parkplätze, Kreisverkehr • Straßenrück- und umbau, Buswendeanlagen, Verkehrsberuhigung, Infrastrukturen Bozen, Quireinerstr.14 Tel. 0471 348 767 www.theil.it info@theil.it

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