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Bauen & Sanieren 2015

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INFO-PR Huber Hof,

INFO-PR Huber Hof, KlimaHaus R, 26 01/2015 themenbereich Natz-Schabs aktuell 01/2015 27 Ausführung geachtet wird und die Qualität nicht nur eine rechnerische Größe auf dem Papier darstellt. Wenn wir uns außerdem die 2014 zertifizierten Gebäude ansehen, dann wurden 53 % der Neubauten bereits als KlimaHaus A ausgeführt, die restlichen 47 % als KlimaHaus B, also im Mindeststandard. Ein KlimaHaus A ist mittlerweile einfach Stand der Technik. Sinnvoll ist hingegen ein Vergleich mit dem durchschnittlichen Bestandsgebäude in Südtirol. Bezogen auf dieses sparen unsere Neubauten 82 % an Heizwärmebedarf ein, die sanierten Gebäude immerhin 69 %. Zudem wird der Energiebedarf vorwiegend aus erneuerbaren Quellen abgedeckt. Dementsprechend niedrig fallen in Folge auch Kosten und Umweltbelastung aus. Evolution KlimaHaus: Alles bleibt neu Anfang Februar ging die zehnte Auflage der Klimahouse- Messe in Bozen zu Ende. Nach vier Messetagen konnte wieder ein sehr erfreuliches Resümee gezogen werden. Über 38.000 Interessierte nutzten die Gelegenheit, sich über die neuesten Trends und Innovationen im Bereich des energieeffizienten und nachhaltigen Bauens und Sanierens zu erkundigen. Radius nutzte den Anlass, um sich mit Ulrich Santa über die Entwicklungen im Bereich KlimaHaus zu unterhalten und das Eine oder Andere auch kritisch zu hinterfragen. Radius: Das starke Interesse an der Klimahouse-Messe spiegelt nicht gerade die konjunkturelle Gefühlslage wider, die italienische Baubranche leidet ja besonders stark unter der Wirtschaftskrise. Inwiefern schlägt sich dies auch auf die Tätigkeit der KlimaHaus Agentur nieder? Ulrich Santa: Italienweit sind seit 2008 die Investitionen in neue Wohngebäude um fast 60 % zurückgegangen. Nach Jahrzehnten des Baubooms war der Rückgang auf ein angemessenes Maß zum einen sicherlich nur eine Frage der Zeit, zum anderen dürften aber auch über 700.000 Menschen dadurch ihren Arbeitsplatz verloren haben. Eine Ausnahme scheint allerdings die Nische des nachhaltigen Bauens und energetischen Sanierens zu sein, also der Bereich Klima- Haus, wenn wir so wollen. Wir konnten 2014 so viele Gebäude zertifizieren wie nie zuvor. Insgesamt wurden knapp 900 Neubauten, etwa 500 Sanierungsprojekte und über 2.600 Bestandsgebäude zertifiziert. Radius: In Südtirol ist die Einhaltung der KlimaHaus- Standards bei Neubauten und größeren Sanierungen Pflicht. Manche Kritiker führen ins Feld, dass ein KlimaHaus aber auch Mehrkosten mit sich bringt und die Anforderungen sehr hoch sind … U. Santa: Wenn ich von Mehrkosten spreche, dann muss ich dazu sagen, auf welchen Vergleichsstandard sich diese beziehen. Im restlichen Italien sind die Richtlinien im Übrigen restriktiver und die Mindestanforderungen höher. Ich dürfte heute also ohnehin kein schlechteres Haus mehr bauen und ein KlimaHaus kostet demnach auch nicht mehr. Der große Unterschied liegt darin, dass bei uns auch auf die Radius: Ab 2017 wird der Mindeststandard auf Klima- Haus A angehoben. Worin liegt der Unterschied zu einem KlimaHaus B? U. Santa: Der wesentliche Unterschied wird in den meisten Fällen im Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung liegen. Betrachtet man Betrieb und Wartung, ist diese ökonomisch wie wirtschaftlich im Grunde ein Nullsummenspiel. Entscheidend ist aber, dass sie nutzerunabhängig die notwendigen Luftwechsel sicherstellt und für hygienische Raumluftverhältnisse sorgt. Frischluft wird gefiltert, verbrauchte und feuchte Luft abgeführt und somit Kondensausfall oder Schimmelbildung vermieden. Die Mehrkosten zu einem KlimaHaus B belaufen sich bei einem Einfamilienhaus mit dezentraler Lüftung auf wenige Tausend Euro. Radius: Mit dem neuen Energiebonus wurden Anreize für nachhaltiges und energieeffizientes Bauen und Sanieren geschaffen. Wie sehen diese im Detail aus? U. Santa: Wer über den Mindeststandard hinaus baut oder energetisch saniert, wird mit einem Kubaturbonus belohnt. Beim Neubau sind dies bis 2017 10 % an zusätzlicher Baumasse für ein B-Nature, 15 % für ein KlimaHaus A und 20 % für ein KlimaHaus A Nature. Ab 2017 wird es dann für drei Jahre nur mehr 10 % für ein A nature geben, danach läuft der Bonus aus. Wer sein Gebäude hingegen in eine Klima- Haus Klasse C saniert oder eine KlimaHaus R Zertifizierung erreicht, erhält einen Bonus von 20 % der bestehenden Baumasse. Dr. Ing. Ulrich Santa

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