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Bauen & Sanieren 2010

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Aktuell zog, wurde es im

Aktuell zog, wurde es im Dorf wieder still. Und ich bin stolz darauf, dass dieses Haus auch heute noch, nach 18 Jahren, absolut klimatauglich ist. Ein KlimaHaus! Radius: Und das erste Holzhaus überzeugte Sie so sehr, dass Sie auf diesem Weg weitergingen? K. Castlunger: Sicher. Ich konnte mich ja tagtäglich selbst von dem ungeheuren Wohnkomfort und dem sparsamen Energieverbrauch meines Hauses überzeugen. In den nächsten Jahren habe ich dann die Holzbauweise verfeinert, habe neue umweltfreundliche Leime und Dämmsysteme ausprobiert. Radius: Das Holzhaus als Vorreiter des KlimaHauses? K. Castlunger: In gewisser Hinsicht schon. Ich war 1993–94 auch Mitglied eines Netzwerkes, bestehend aus Ingenieuren, Architekten und Technikern, das sich mit energiesparendem und nachhaltigem Bauen auseinandersetzte. Wir hatten damals keinen Namen, für das was wir verwirklichen wollten. Aber es zielte in Richtung KlimaHaus. Radius: Nachdem Sie der Erste waren, der in Südtirol Häuser aus Holz – und zwar keine Fertighäuser – baute, hatten Sie dennoch Vorbilder, an denen Sie sich orientieren konnten? K. Castlunger: Zunächst in Vorarlberg, wo man schon Ende der 80er Jahre begonnen hatte, Häuser komplett aus Holz zu fertigen. Und dann in Nordeuropa. Nach der Wende war ich von 1994 bis 1997 in Ostdeutschland, genauer gesagt an der Ostseeküste. Von dort ist es einen Sprung nach Skandinavien, wo die Holzbauweise große Tradition hat und die klimatischen Verhältnisse, zumindest was die Temperaturen im Winter anbelangt, mit den unseren vergleichbar sind. Radius: Und heute bauen Sie immer noch in Holz? K. Castlunger: Mehr als 80 Prozent meiner Projekte sind Holzhäuser. Allerdings bin ich heute von der Holzständerbauweise abgekommen und baue nur noch Massivholzhäuser. Heute ist das Holzhaus längst kein Billighaus mehr. Wer sich heute für ein Holzhaus entscheidet, tut dies, weil er ein besseres Haus will. In unserer Region hat die Holzbauweise außerdem den Vorteil, dass es schnell geht ... Radius: ... weil man im Winter nicht bauen kann? K. Castlunger: Vor allem, weil das Haus gleich trocken ist. Bei der herkömmlichen Bauweise muss das Haus mehrere Monate trocknen. Das Holzhaus ist gleich bezugsfertig. Und jedes gut gebaute Holzhaus entspricht dem KlimaHaus-Standard B. Auch ein Passivhaus wäre übrigens kein Problem, ist aber sehr aufwendig und kostenumständlicher. Radius: Mit welchen Dämmmaterialien arbeiten Sie? K. Castlunger: Ich verwende nur biologische Materialien. Für die Außendämmung ausschließlich Holzfaserdämmmatten und innen reine Schafwolle. Die Verschalung besteht bei meinen Häusern aus unbehandeltem Lärchenholz. Radius: Und der Holzschutz? K. Castlunger: Bei mir kommt nichts auf’s Holz, weder Holzschutzmittel, noch Lacke, noch Öl. Den Holzschutz garantiert das auskragende Dach. Radius: Was sind für Sie die wichtigsten Eigenschaften eines Holzhauses? K. Castlunger: In erster Linie die Wohneigenschaften. Ein Holzhaus ist gemütlich, hat eine andere Wärme als ein traditionell gebautes Haus. Man hat mehr Wohnfläche aufgrund der reduzierten Wanddicken. Schall- und Brandschutz sind heute kein Problem mehr. Der einzige Nachteil, der mir einfällt, ist, dass Holzhäuser manchmal etwas zu trocken sind. 12 01/2010

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